Strikte Corona-Sicherheitsmaßnahmen

ÖSV-Team hofft für Doppelweltcup-“Bubbles” – Wierer Topfavoritin

Mittwoch, 25. November 2020 | 05:05 Uhr

Auch die am Samstag im finnischen Kontiolahti beginnende Biathlon-Saison steht ganz im Zeichen strenger Corona-Sicherheitsmaßnahmen. Die Zusammenlegung zu Doppelweltcups, regelmäßige Tests für Athleten und Betreuer sowie strikte Protokolle mit Abschottung und Maskenpflicht vor Ort sollen Ansteckungen verhindern sowie etwaige Infektionsherde eindämmen.

Die Bewerbe werden mit Ausnahme des Auftakts in Finnland bis zumindest Mitte Jänner ohne Zuschauer abgehalten. Die strengen Protokolle des Weltverbandes (IBU) sehen Tests vor der Abreise, nach der Ankunft und während der Weltcups sowie das Leben in einer abgeschotteten “Bubble” (Blase) zwischen Stadion, Loipe und Hotel vor. Auch in den Unterkünften wird auf die Trennung der Teams geachtet. Selbst untereinander ist man sehr vorsichtig, so gibt es in der ÖSV-Mannschaft etwa eine fixe Essenssitzordnung und möglichst wenig Kontakt innerhalb der Gruppen.

Für das rot-weiß-rote Team geht es unter diesen erschwerten Umständen um eine Verbesserung, schließlich hatte man in der Vorsaison mit Ausnahme des mittlerweile zurückgetretenen WM-Dritten Dominik Landertinger das Einzel-Podest stets verpasst. Herren-Cheftrainer Ricco Groß gab die Rückkehr eines Athleten unter die besten zehn der Gesamtwertung sowie eine neuerliche WM-Medaille als Saisonziele aus.

2019/20 war Julian Eberhard als lediglich Gesamt-20. bester Österreicher, neunte Plätze als Topergebnisse entsprechen nicht dem Anspruch des Siegers von vier Weltcuprennen. “Das Ziel ist auf alle Fälle eine Steigerung. Ich bin oft zwischen den Plätzen 10 und 20 hängengeblieben. Es haben nur Kleinigkeiten nicht gepasst, auf die es aber ankommt”, betonte der Saalfeldener. Nach guter Vorbereitung mit abschließendem Kurs in Obertilliach zeigte er sich im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur zuversichtlich für anstehende Saison. “Grundsätzlich weiß ich, dass ich an der Spitze dran bin, und ich will einen Schritt nach vorne machen.”

Gute Trainingsleistungen seien aber noch keine Garantie, dass es auch in den Wettkämpfen funktioniere, so der schnelle Läufer, der immer wieder auch für Patzer am Schießstand gut ist. Eine entscheidende Rolle wird wohl auch der Umgang mit den Corona-Schutzmaßnahmen in der “Bubble” spielen, weiß Eberhard. “Das ist schon eine schwierige Phase, das muss man ganz klar sagen. Die große Herausforderung ist, dass man damit bestmöglich umgeht, die Aufgaben trotzdem löst und fokussiert seine Arbeit macht.”

Dabei sei Disziplin von allen gefragt. “In der Bubble spielt das ganze Team eine Rolle. Jeder muss mitarbeiten, das ist keine Aufgabe für einen alleine.” Der Routinier sieht dem nun bis nach dem Doppelweltcup in Hochfilzen vierwöchigen Aufenthalt in der Blase aber gelassen entgegen. “Ich bin lange genug dabei und lasse mich nicht mehr aus der Ruhe bringen”, so Eberhard vor der langen Anreise am Mittwoch ab zwei Uhr früh über München und Amsterdam nach Helsinki. Als Spitzensportler dürfe er sich ohnehin nicht beschweren, vielen anderen ergehe es derzeit schlechter. “Wir müssen froh sein, dass wir überhaupt Rennen haben.”

Neben Eberhard und Simon Eder ruhen die größten ÖSV-Hoffnungen auf Felix Leitner. Der Ex-Juniorenweltmeister hat sich dem Stockerl in der Vorsaison mit mehreren Spitzenplätzen und als WM-Massenstart-Sechster bereits angenähert. Nun soll nach einer Trainingsumstellung der nächste Schritt gelingen. “In den Top Ten gefällt es mir, da habe ich natürlich Blut geleckt, das ist klar. Ich fühle mich besser als letztes Jahr. Ich würde sogar sagen, ich fühle mich besser denn je zuvor. Aber prinzipiell möchte ich konstanter werden”, meinte 23-Jährige Tiroler.

Im Frauenteam um Lisa Hauser und Katharina Innerhofer hofft man auf einen Effekt durch die Arbeit mit dem neuen Schießcoach Gerald Hönig. Hauser will nach Single-Mixed-Erfolgen mit Eder endlich auch im Einzel aufs Podest. “Ich den letzten Jahren war ich da schon einige Male ganz knapp davor, aber es war noch nie die Tages-Form da, die ich gebraucht hätte, um dieses Ziel zu erreichen. Das soll sich heuer ändern”, sagte die Tirolerin vor ihrer achten Weltcupsaison.

Diese sieht nach pandemie-bedingten Anpassungen derzeit vier Doppelweltcups (Kontiolahti, Hochfilzen, Oberhof, Nove Mesto), die Einzelstationen Antholz und Oslo sowie die WM im Februar in Pokljuka vor. Als Titelverteidigerin und Topfavoritin startet Dorothea Wierer aus Südtirol. Im Männerfeld sollte bei normalem Verlauf weiter Johannes Thingnes Bö den Ton angeben. Seine Herausforderer kommen nach dem Rücktritt von Martin Fourcade mit Quentin Fillon Maillet und Emilien Jacquelin weiterhin aus Frankreich. Auch Bös Bruder Tarjei und der russische Ex-Dopingsünder Alexander Loginow wollen wieder mitmischen.

Von: apa

Bezirk: Pustertal

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