Marit Björgen hält bei 14 olympischen Medaillen

Björgen verpasste im Team-Sprint achtes Langlauf-Gold

Mittwoch, 21. Februar 2018 | 13:25 Uhr

Norwegens Langlauf-Star Marit Björgen hat vorerst ihr achtes Olympia-Gold verpasst und bleibt im Ranking der erfolgreichsten Wintersportler auf Platz drei. Die 37-Jährige landete mit Maiken Caspersen Falla im Teamsprint auf dem dritten Rang und hat damit 14 Olympia-Medaillen (7/4/3) gewonnen. Von der Anzahl her ist Björgen damit die Nummer 1. Österreichs Sprintteams schieden in der Vorrunde aus.

Den Sieg sicherten sich überraschend die Weltmeisterinnen von 2013. Die US-Amerikanerinnen Kikkan Randall und Jessica Diggins holten das erste Langlauf-Gold für die USA überhaupt. Es war insgesamt erst die zweite Langlauf-Olympia-Medaille für die USA, seit Bill Koch 1976 in Innsbruck Silber geholt hatte. Silber am Mittwoch ging an die Schwedinnen Charlotte Kalla und Stina Nilsson mit Silber.

“Das fühlt sich unwirklich an, ich kann nicht glauben, dass das gerade passiert ist. Aber wir haben uns schon die gesamten Spiele gut gefühlt”, staunte Diggins. Dass es im Team-Bewerb passiert sei, bedeute ihr so viel mehr, als wenn es in einem Einzelrennen geschehen wäre.

Björgen war nach ihrer 14. Medaille fast selbst perplex. “Es ist schwierig, das zu verstehen. Wenn du immer noch Athletin bist, konzentrierst du dich immer auf die Rennen”, meinte die Norskerin. “Ich brauche wohl etwas Zeit, um zurückzublicken und mich zu fragen, wie ich das schaffen konnte.”

Bei den Herren ging Gold hingegen an Norwegen: Martin Johnsrud Sundby/Johannes Hösflot Kläbo siegten 1,71 Sekunden vor den unter neutraler Flagge angetretenen Russen Denis Spizow/Alexander Bolschunow. Bronze holten die Franzosen Maurice Manificat/Richard Jouve (2,02). Damit hat Kläbö nach dem Sprint und der Staffel sein drittes Gold in Südkorea eingefahren und mit Frankreichs Biathlon-Star Martin Fourcade gleichgezogen. Am Donnerstag könnte Marcel Hirscher im Slalom mit seinem dritten Gold in diese Riege vorstoßen.

Kläbö hat jedenfalls alle Möglichkeiten, in Zukunft noch einiges an Lorbeeren dazuzuholen: Schon jetzt zählt er zu den jüngsten Top-Athleten, die so früh schon so viel gewonnen haben. Vor ihrem 22. Geburtstag haben nur US-Eisschnellläufer Eric Heiden (5 Gold), Österreichs Alpin-Legende Toni Sailer (3) und Koreas Short-Track-Star Victor An (3) zumindest ebenso viele Olympiasiege gefeiert.

Österreichs zwei Sprintteams sind schon im Halbfinale ausgeschieden und am Ziel Finale der Top Ten gescheitert. Lisa Unterweger/Teresa Stadlober belegten Rang 14, Bernhard Tritscher/Dominik Baldauf wurden 16.

Für Österreichs Langlauf-Aushängeschild Teresa Stadlober diente das Rennen auch zur Vorbereitung für ihr 30-km-Rennen am Sonntag. “Ich bin sehr zufrieden. Ich habe schon beim Einlaufen gemerkt, dass die Spannung bei mir gut ist. Das war hier das Rennen, bei dem ich mich am besten gefühlt habe”, konstatierte die 25-jährige Salzburgerin gegenüber der APA. “Ich habe beißen können, war sehr aggressiv, hab ein bisserl was gutmachen können. Das war eine gute Vorbereitung für den 30er.”

Allerdings wäre sie mit der zwei Jahre jüngeren Unterweger schon gerne ins Finale eingezogen. “Ich bin ja schon vier Jahren in Sotschi auch gelaufen, da sind wir Neunte geworden. Es wäre schon schön gewesen. Aber es gibt mir das Selbstvertrauen, was ich noch brauche für den 30er.” Stadlobers Ziel: “Immer noch Top 6, das möchte ich erreichen.”

Unterweger war unzufrieden, weil sie ihr Rennen mit einem Sturz begonnen hat. “Das war für mich blöd, der Sturz gleich nach den ersten 300 m bei der ersten Kurve”, erklärte die Olympia-Debütantin. “Dann habe ich gleich das Loch wieder zugemacht und das hat Körner gekostet, und dafür habe ich auf der zweiten Runde bezahlt. Ich hätte gern mehr dazu beigetragen.”

Bei den Herren hatte das Semifinale gut begonnen, Tritscher/Baldauf hielten sich bei der 6 x 1,4-km-Schleife bis zur Hälfte in den Top 3. “Ja, wir sind ziemlich gut gestartet, es ist gleich vom Anfang an die Post abgegangen. Wir haben gewusst, man muss gleich von Anfang vorne mitmischen, wenn man eine Chance haben will”, sagte Tritscher. Nach einem Missgeschick beim zweiten Wechsel, als Tritscher seinem Teamkollegen bei der Übergabe über die Ski fuhr und Baldauf hinfiel, entstand in der dritten Runde eine kleine Lücke.”

Am Ende fiel das Duo noch auf den 8. Vorlauf-Rang zurück. “Ich bin schon enttäuscht. Ich bin noch nicht in Topform, das Finale war trotzdem unser Ziel, auch wenn die Sprintstrecke ziemlich brutal ist.”

Den 50-km-Lauf klassisch möchte Tritscher am Samstag – ebenso wie Max Hauke – schon laufen. “Wahrscheinlich schon, das werde ich morgen fix entschieden. Ich bin ziemlich motiviert und möchte ihn unbedingt laufen.” Auch wenn es doch kein Einsatz mehr werden wird, bis zu den Olympischen Spielen in Peking plant der 29-Jährige auf jeden Fall noch. “Ich bin in vier Jahren mit 33 für einen Langläufer immer noch im Top-Alter. Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr bei der Heim-WM schon wieder da bin, wo ich schon einmal war.”

Enttäuscht war Dominik Baldauf auch über seine Formentwicklung. “Bei mir geht es jetzt pünktlich zu den Spielen auch nicht mehr so wie heuer im Dezember und Jänner, das ist bitter. Die ersten zwei Runden habe ich mich gut gefühlt.”

Baldauf wird Südkorea nun “so schnell wie möglich”, also am Donnerstag, verlassen. “Zwei Wochen da sein, das reicht mir. Ich bin froh, wenn ich wieder österreichische Luft atme.”

Von: apa