Usain Bolt greift wieder einmal nach den Sternen

Bolt macht sich locker – Ringe-Triple im Visier

Mittwoch, 10. August 2016 | 08:15 Uhr

Wie vor einem Jahr zur WM in Peking ist Usain Bolt ohne Jahresweltbestleistungen auf den Sprintstrecken zu den Sommerspielen nach Rio de Janeiro gereist. In China hat er trotzdem wieder alles gewonnen, in Brasilien will er das auch und sein drittes Gold-Triple im Zeichen der Fünf Ringe realisieren. Freitag beginnen die Leichtathletikbewerbe in Rio, nur mit einer Russin, aber sechs Österreichern.

Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger ist die Qualifikation für das Finale der Top 12 dank starker Vorleistungen zuzutrauen. Gute Platzierungen sind im Mehrkampf durch Siebenkampf-EM-Bronzemedaillengewinnerin Ivona Dadic und Zehnkämpfer Dominik Distelberger drinnen. Weiters qualifizierten sich die Langstreckenläuferinnen Andrea Mayr (Marathon) und Jennifer Wenth (5.000) sowie Hürdensprinterin Beate Schrott, die vor vier Jahren als (nachträgliche) Siebente überraschte.

Der jamaikanische Weltrekordler Bolt versicherte auf einem Medientermin in Rio in lockerer Manier, dass seine Muskelverletzung ausgestanden sei. Und er bereit für das Duell mit seinem Erzrivalen Justin Gatlin sei, der heuer über 100 m 9,80 und über 200 m 19,75 Sekunden zu Buche stehen hat. Bolt, der am 21. August 30 Jahre wird, hält bei 9,88 und 19,89. Jahresschnellster über 200 m ist aber LaShawn Merritt (USA) in 19,74. Mit neun Goldmedaillen würde Bolt zum Finnen Paavo Nurmi und dem US-Amerikaner Carl Lewis aufschließen, die die erfolgreichsten Leichtathleten der Olympiageschichte sind.

Mo Farah will als zweiter Läufer die Goldmedaillen über 5.000 and 10.000 m erfolgreich verteidigen, gelungen ist das bisher nur dem Finnen Lasse Viren mit dem Double 1972 in München und 1976 in Montreal. “Das wird viel härter als in London. Ich bin älter und ich denke definitiv, dass das Feld stärker sein wird”, gestand der 33-jährige Brite Farah ein.

Die besten Leistungen dieses Jahres im Mehrkampf hat ein Ehepaar vorzuweisen. Ashton Eaton und Brianne Theisen-Eaton wollen das Gold-Double nach Hause holen. Der Zehnkämpfer will damit seinen Teil zur Medaillensammlung der USA beitragen, die Siebenkämpferin für Kanada anschreiben. “Das wäre überwältigend, das Sahnehäubchen”, sagte Titelverteidiger Eaton.

Im Frauensprint will die Niederländerin Dafne Schippers die Konkurrenz aus den USA und der Karibik fordern, über die halbe Stadionrunde führt sie die Top-List 2016 mit 21,93 Sekunden an. “Die 200 m liegen mir etwas besser, weil mein Start nicht so gut ist”, sagte die 24-Jährige. Bei der Peking-WM war sie Zweite hinter der Jamaikanerin Shelly-Ann Fraser-Pryce über 100 m, die doppelte Distanz gewann sie im Europarekord von 21,63. Fraser-Pryce könnte zum dritten Mal in Folge die 100 m gewinnen.

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den 800 m der Frauen. “Es ist besser für mich, dass ich nicht dabei bin. Denn dort laufen Caster, Francine und Margaret”, schimpfte die US-Amerikanerin Brenda Martinez nach der verpassten Olympia-Qualifikation gegenüber US-Medien. “Vergangenes Jahr, als sie sie (Caster) unter Kontrolle hatten, blieb sich nicht unter zwei Minuten, nun läuft sie 1:55. Da muss man was machen”, forderte Martinez.

Der Hintergrund: Die Jahresschnellste Caster Semenya (RSA), Francine Niyonsaba (BDI) und Margaret Wambui (KEN) – die Top Drei des Diamond-League-Meetings von Mitte Juli in Monaco – gelten als hyperandrogen. Ihr Körper produziert mehr Testosteron als bei Frauen üblich. Seit einem Beschluss des Internationale Sportschiedsgericht CAS in Lausanne nach Klage der indischen Sprinterin Dutee Chand müssen sie ihren Testosteronspiegel aber nicht mehr senken.

Semenya gewann 2009 in Berlin den WM-Titel. Wegen ihres männlichen Aussehens hatte die IAAF sie gesperrt und eine medizinische Überprüfung angeordnet. Sie musste sich einer Behandlungen unterziehen. Der CAS hob diese Regel aber auf.

Große Abwesende sind die Russen, die nach einer Sperre des nationalen Verbandes durch den Weltverband wegen massiver Dopingverfehlungen komplett ausgeschlossen sind. Einzig Weitspringerin Darja Klischina hat die Startgenehmigung erhalten, sie lebt in den USA und durchlief das Doping-Kontrollsystem außerhalb ihres Landes, wie vom Weltverband IAAF gefordert.

Mit dem dreifachen Langstrecken-Olympiasieger Kenenisa Bekele aus Äthiopien fehlt aus anderen Gründen ein großer Name. Er wurde nicht für den Marathon nominiert, den er statt der 5.000 und 10.000 m laufen wollte. Wegen einer Achillessehnen-Verletzung erfüllte er die Verbandsvorgaben nicht komplett. Bei den US-Trials an der Qualifikation vorbeigeschrammt war die amerikanische Hürdensprinterin Kendra Harrison, die danach Ende Juli einen Weltrekord aufstellte.

Von: apa

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