EM-Gold an Titelverteidigerin Ellen Van Dijk

Brändle im EM-Zeitfahren von der Rolle und nur 23.

Mittwoch, 08. August 2018 | 16:48 Uhr

Radprofi Matthias Brändle hat am Mittwoch in Glasgow mit EM-Rang 23 in seiner Lieblingsdisziplin Zeitfahren eine Enttäuschung erlebt. Im Vorjahr in Herning/Dänemark hatte er Bronze nur um fünf und den Sieg um neun Sekunden verpasst, diesmal lag er nach 45,7 km im Ziel satte 3:52,18 Min. zurück. Der Sieger hieß wie 2017 Victor Campenaerts, der Belgier gewann hauchdünn mit 63/100 Vorsprung.

Campenaerts war nach dem ersten Viertel des Rennens bloß auf Rang zehn gelegen, hantelte sich aber bei den nächsten Zwischenzeiten über die Plätze drei und zwei letztlich ganz nach oben. Sein großer Konkurrent war 2016-Sieger Jonathan Castroviejo. Der Spanier war als Sechstletzter gestartet, führte lange und lag 30 Sekunden vor Ende 47/100 voran. Campenaerts hatte den Vorteil, als Letzter gestartet zu sein und leistete auf den letzten Metern Maßarbeit.

Während der drittplatzierte Maximilian Schachmann bereits 27,38 Sekunden Rückstand hatte, bewegte sich Brändle nie im Bereich der Podestplätze. Nach den Rängen 16, 20 und 22 bei den Zwischenzeitnahmen ließ der Ex-Stundenweltrekordler schließlich nur elf seiner Konkurrenten hinter sich. Wie beim Damen-Rennen am Vormittag war die Straße nass, der Regen fiel aber nicht ganz so schlimm aus. Für Brändle machten die Verhältnisse an diesem Tag aber nicht den Unterschied aus.

500 m vor dem Ziel hat den 28-jährigen Vorarlberger auch noch ein Reifendefekt ereilt. “Es hat einfach nicht sollen sein. Da habe ich austauschen müssen. Aber das sind auch nur 30, 40 Sekunden, die ich verloren habe. Also heute war ich weit weg. Es war nicht mein Tag.” Er wisse zwar nicht, was in der Vorbereitung falsch gelaufen sein könnte. “Aber wenn man das heute anschaut, dann hat etwas nicht gepasst.”

Bei den Damen dominierten die beiden niederländischen Radsportlerinnen im 34-köpfigen Feld die 32-km-Konkurrenz. Bei Regen siegte Ellen van Dijk in 41:39 Minuten nur zwei Sekunden vor Anna van der Breggen. Die drittplatzierte Deutsche Trixi Worrack hatte bereits 1:09 Minuten Rückstand. Die Vorjahres-Fünfte Martina Ritter aus Linz wurde 2:44 Minuten zurück 14.

Fast pünktlich zum Start der Konkurrenz um 9.00 Uhr Ortszeit hatte es stärker zu regnen begonnen, neben guten Beinen gehörte demnach auch ein Portion Mut zum Cocktail für einen Spitzenplatz. Ritter wollte bzw. konnte nicht alles riskieren. “Bei den Staatsmeisterschaften bin ich bei Regen in einer Kurve weggerutscht. Das hatte ich noch im Kopf”, bezog sie sich auf die Ereignisse vom 29. Juni in Stephanshart/NÖ, als sie aber trotz des Missgeschicks noch gewann.

Gegen die 33 internationalen Mitbewerberinnen reichte auf dem hügeligen und winkeligen Kurs eine defensivere Fahrweise aber nicht, um an das Vorjahresergebnis heranzukommen. “Die Kurven bin ich ziemlich schlecht gefahren, da habe ich viel Zeit liegen gelassen. Ich bin es vorsichtiger angegangen.” Im mit weniger Kurven versehenen Mittelabschnitt machte die 35-Jährige Zeit gut, fiel im wieder kurvigeren Finish jedoch erneut etwas zurück.

“Ich bin zwar nicht zufrieden, aber auch nicht ganz unzufrieden”, resümierte Ritter. Die beiden Niederländerinnen sind einfach eine Klasse für sich. Aber auf die Dritte habe ich 1:35 Minuten Rückstand. Ohne den Regen wäre sicher noch eine halbe Minute drinnen gewesen.” Bei Rang fünf 2017 in Herning in Dänemark war sie in Summe 2:06 hinter der nun dreimal in Folge siegreichen Van Dijk und 1:02 Minuten hinter der damaligen Dritten Van der Breggen gelegen.

Von: apa