Brasilien jubelt über Sieg und Aufstieg

Brasilien als Gruppensieger ins Achtelfinale

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 22:18 Uhr

In Gruppe E der Fußball-WM in Russland haben sich am letzten Vorrundentag Brasilien und die Schweiz für das Achtelfinale qualifiziert. Brasilien setzte sich in Moskau mit 2:0 (1:0) gegen Serbien durch, die Schweiz kam in Nischni Nowgorod zu einem 2:2 (1:0) gegen Costa Rica. Serbien hätte für den Aufstieg gewinnen müssen, die Schweiz hätte bei dem Ausgang des Parallel-Spiels verlieren dürfen.

Mittelfeldmann Paulinho erzielte im Spartak-Stadion in der 36. Minute die Führung für den fünffachen Weltmeister. Innenverteidiger Thiago Silva (68.) gelang in der zweiten Spielhälfte nach einem Eckball die Entscheidung. Die Brasilianer blieben im 24. Spiel unter Teamchef Tite somit zum 18. Mal ohne Gegentreffer. In Pflichtspielen ist die Mannschaft unter dem 57-Jährigen weiter ungeschlagen.

Die Ausgangslage vor dem Spiel war klar. Brasilien genügte ein Remis, Serbien musste gewinnen, um den Sprung in die K.o.-Phase noch realisieren zu können. Die vor dem Spiel selbstbewusst aufgetretenen Serben suchten zu Beginn auch durchaus ihr Heil in der Offensive. Brasilien setzte auf Spielkontrolle, verlor aber schon nach wenigen Minuten Linksverteidiger Marcelo. Der Profi von Real Madrid humpelte offenbar am Rücken angeschlagen vom Feld.

Der Spielaufbau der Südamerikaner durfte als durchaus gemächlich bezeichnet werden. Schnell ging es nur, wenn einer aus dem Offensivquartett um Neymar in Strafraumnähe zum Dribbling ansetzte. In der 25. Minute musste der serbische Schlussmann Vladimir Stojkovic erstmals eingreifen, als Brasiliens Superstar aus spitzem Winkel zum Abschluss kam. Serbien rannte dem Ball nun in erster Linie hinterher.

Als Österreichs Quali-Gegner wieder Akzente zu setzen versuchte, folgte die kalte Dusche. Philippe Coutinho fand Paulinho mit einem perfekten Pass und der Profi des FC Barcelona lupfte den Ball über Stojkovic ins Tor. Serbiens Defensive war beim Vorstoß des Mittelfeldspielers nicht im Bilde. Kurz vor dem Pausenpfiff zirkelte der in der Heimat aufgrund seiner theatralischen Einlagen nicht unumstrittene Neymar noch einen Fernschuss am Gehäuse vorbei.

Serbien versuchte nach Wiederanpfiff, zuzulegen – und die brasilianische Defensive wankte plötzlich gehörig. Joao Miranda klärte einmal gefährlich knapp über die eigene Latte (56.). Bei einem Kopfball von Aleksandar Mitrovic nach einer zu kurzen Abwehr von Torhüter Alisson stand dann Thiago Silva goldrichtig (61.). Es war die beste Phase der Serben, für die Mitrovic per Kopf eine weitere Chance ausließ (65.).

Besser machten es die effizienteren Brasilianer: Silva stieg nach einem Neymar-Eckball erfolgreich hoch und bezweifelte damit alle Zweifel am Sieger. Die restlichen Minuten spielte der Mitfavorit auf den Titel gegen geschlagene Serben routiniert herunter. Stojkovic verwehrte Neymar im Finish noch seinen zweiten Turniertreffer (87.).

Der Schweiz hat am Mittwochabend in Nischni Nowgorod mit einem Remis gegen Costa Rica die Gruppenphase beendet. Die Treffer beim 2:2 erzielten Blerim Dzemaili (31.), Josip Drmic (88.) bzw. Kendall Waston (56.) und Goalie Yann Sommer (93./ET). Die Eidgenossen steigen als Zweiter der Gruppe E ins Achtelfinale auf.

Dort trifft die “Nati” am Dienstag (16.00 Uhr) auf Schweden. Zwei Gelbe Karten werden die Schweizer im Hinblick auf das Achtelfinale schmerzen. Neben Kapitän Lichtsteiner ist auch Fabian Schär nach der zweiten Verwarnung im Turnierverlauf für das erste K.o.-Spiel gesperrt.

Die Costa Ricaner starteten mit einem wahren Angriffs-Furioso in die Partie. Eine Riesenchance auf die frühe Führung vergab Daniel Colindres, der in der zehnten Minute bei einem wuchtigen Schuss an die Querlatte Pech hatte. Schon kurz davor bewahrte Yann Sommer die Eidgenossen mit einer Glanzparade vor dem Rückstand. Der Goalie lenkte einen Schuss von Celso Borges an die Stange (6.).

Die Schweizer, die mit einem 4-2-3-1-System spielten, wurden in der Anfangsphase nur selten gefährlich. Stürmer Mario Gavranovic, der Torschützenkönig der kroatischen Liga, schoss rechts am Tor vorbei (17.). Entgegen des Spielverlaufs gelang den Schweizern nach etwas mehr als einer halben Stunde der Führungstreffer: Breel Embolo, der für den krankheitsbedingt fehlenden Steven Zuber zum Einsatz gekommen ist, legte eine Flanke von Kapitän Stephan Lichtsteiner auf Blerim Dzemaili ab, der trocken einschoss (31.).

Die “Ticos” brachten auch nach der Pause viel Schwung in die Partie, Joel Campbell brachte den Ball aus kürzester Distanz nicht im Tor unter (48.). Ricardo Rodriguez hatte quasi im Gegenzug sogar den Zwei-Tore-Vorsprung der Eidgenossen auf dem Fuß, sein Fernschuss strich jedoch über die Querlatte. Dafür schlug der Ball auf der Gegenseite ein. Weniger als zehn Minuten dauerte es nach Seitenwechsel, bis Costa Rica als letztes Team bei dieser Endrunde einen Torerfolg bejubeln durfte (56.). Kendall Waston stieg nach einem Corner von Campbell am höchsten und verwertete souverän.

Den Entscheidung zugunsten der Schweizer hätte der eingewechselte Josip Drmic schon in der 78. Minute per Kopf fixieren können. Sein sehenswerter Köpfler ging aber nur als Lattenkreuz. Im Gegenzug parierte Sommer in der flotten Schlussphase einen Schuss von Borges. Die Freude über den Führungstreffer von Drmic (88.), der nach einer Embolo-Hereingabe getroffen hat, wehrte allerdings nicht lange.

Zuerst wurde eine Elfmeter-Entscheidung zugunsten der “Ticos” aufgrund einer zuvor festgestellten Abseitsstellung revidiert. Unmittelbar darauf gab es dann zurecht Strafstoß für Costa Rica, den Bryan Ruiz in der 93. Minute mit Schweizer Hilfe verwertete. Der Schütze traf dabei Edelmetall, von dort prallte der Ball an den Rücken von Goalie Sommer und weiter in den Kasten und wurde als Eigentor gewertet.

Von: apa

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