Neymar hat seine Leistung bisher gesteigert

Brasilien nimmt vor Duell mit Mexiko Favoritenrolle an

Montag, 02. Juli 2018 | 01:30 Uhr

Die Rollenverteilung vor dem Fußball-WM-Achtelfinale am Montag (16.00 Uhr) in Samara zwischen Brasilien und Mexiko ist klar. Auf der einen Seite steht der Rekord-Champion und aktuelle Titelfavorit, auf der anderen der Underdog, der zuletzt sechsmal in Serie in der Runde der letzten 16 scheiterte. Dennoch beteuerte Brasiliens Mittelfeldspieler Casemiro, man werde “El Tri” keinesfalls unterschätzen.

“Wir müssen unseren besten Fußball spielen, um Mexiko zu schlagen”, sagte der Real-Madrid-Profi und nannte Deutschland als warnendes Beispiel. Das DFB-Team hatte zum Auftakt gegen Mexiko 0:1 verloren und sich wenig später bereits nach der Gruppenphase aus dem Turnier verabschiedet.

Casemiro zeigte sich aber auch zuversichtlich, dass Brasilien mit dem Druck besser umgehen kann als Deutschland. “Alle unsere Spieler sind Top-Klasse, wird spielen bei Clubs, die immer Favorit sind. Wir kennen also die Erwartungshaltung.”

Das trifft natürlich auch auf Neymar zu, der im letzten Gruppenspiel gegen Serbien eine aufsteigende Formkurve zeigte. Er sei ein Spieler “von einer anderen Welt”, erzählte Casemiro. “Kein Zweifel, Neymar kann ein Spiel in jedem Moment verändern.”

Die Fokussierung auf den teuersten Spieler der Welt geht Brasiliens Teamchef Tite schon etwas gegen den Strich. “Im Mittelpunkt steht die Mannschaft”, sagt der Coach regelmäßig. Auch Neymar selbst betonte das Zusammengehörigkeitsgefühl. “Team, Freunde, Familie, oder nenne es, wie du willst, alle sind vereint und fokussiert für das eine Ziel”, twitterte der Offensivspieler unter ein Gruppenfoto der “Selecao” im Flugzeug.

Brasiliens Linksverteidiger Marcelo wird am Montag zunächst auf der Ersatzbank sitzen. Der Champions-League-Sieger von Real Madrid habe die Belastung im Training zwar zuletzt steigern können. Für eine Partie, die eventuell sogar über 120 Minuten gehen könne, sei er aber noch nicht bereit, sagte Brasiliens Nationaltrainer Tite am Sonntag in Samara. Ein Grund dafür, zunächst auf Marcelo zu verzichten, sei auch die zu erwartende Hitze in Samara mit Temperaturen von weit über 30 Grad. Für den 30-Jährigen, der einen Hexenschuss hatte, wird Filipe Luis in der Startformation stehen.

Angst macht die Entschlossenheit und aufsteigende Formkurve des großen Stars den Mexikanern keine. Natürlich kenne er Neymar, meinte Kapitän Andres Guardado, aber es obliege ihm nicht, ihn zu beurteilen. Machte Guardado dann aber doch. “Wir wissen, dass es ihm gefällt, zu übertreiben und sich oft fallen zu lassen. Das ist sein Spielstil”, meinte der 31-Jährige. Es sei dann die Aufgabe der Schiedsrichter, dies zu erkennen.

Für Mexiko geht es gegen Brasilien auch darum, den “Achtelfinal-Fluch” zu beenden. Seit 1994 scheiterte man bei jeder WM in der Runde der letzten 16, der bisher letzte Viertelfinal-Einzug gelang beim Heim-Turnier 1986. Zumindest der Auftritt beim 0:3 gegen Schweden lässt vermuten, dass diese Serie am Montag ihre Fortsetzung findet. “Aber aus Niederlagen lernt man mehr als aus Siegen. Das Match gegen Schweden hat uns sehr viel gebracht”, meinte Guardado.

Für die Mexikaner könnte nicht nur der Lerneffekt sprechen, sondern auch die Statistik. Von den jüngsten 15 Duellen mit Brasilien gewannen die Mexikaner sieben und verloren nur fünf. Das letzte Kräftemessen auf WM-Ebene endete 2014 mit einem 0:0 in der Gruppenphase.

Von: APA/Ag./dpa

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