Die Caps sind in den Play-offs noch ungeschlagen

Capitals erwarten “lange und harte” Finalserie

Mittwoch, 29. März 2017 | 13:35 Uhr

Die Vienna Capitals starten ausgeruht und optimistisch in das Finale der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gegen den KAC. Die im Grunddurchgang und auch im Play-off mit acht Siegen sehr souveränen Wiener wollen im Duell mit dem Rekordmeister endlich ihren zweiten Titel nach 2005 holen. Der überraschend gegen Meister Salzburg weitergekommene Rekordchampion aus Klagenfurt geht auf seinen 31. los.

Der jüngste gelang den Klagenfurtern 2013 im Endspiel gegen die Caps. Damals setzte es für die Bundeshauptstädter ein bitteres 0:4. Die Neuauflage steht deshalb auch im Zeichen der Revanche für diese Schlappe. Ihr jüngstes Finale 2015 gegen Salzburg verloren die Caps übrigens ebenfalls ohne einen einzigen Sieg.

Daran verschwenden sie vor dem mit 7.000 Zuschauern ausverkauften Heimauftakt der “Best-of-seven-Serie” am Freitag (20.15 Uhr) aber keinen Gedanken. Auch der bisherige Saisonverlauf mit zuletzt zwei Niederlagen gegen den KAC in der Pick-Round sei eigentlich wertlos, betonte Chefcoach Serge Aubin am Mittwoch. “Das bedeutet nichts. Alles was in der Vergangenheit passiert ist, ist vorbei. Es geht um die kommenden zweieinhalb Wochen.”

Aubin geht von einem ausgeglichenen Finale aus. “Wir erwarten eine lange und harte Serie.” Dem Gegner streute er zwar Rosen, sein Team solle sich aber der eigenen Stärken besinnen. “Klagenfurt ist ein großartiges Team. Wir haben großen Respekt, aber verstehen sie mich nicht falsch, wir müssen uns auf uns konzentrieren. Sie haben gutes Hockey gespielt, aber wir auch.”

Seine Mannschaft sei gut erholt und bestens vorbereitet. “Wir sind bereit. Ich bin absolut zuversichtlich.” Besonders unter Druck oder in der Favoritenrolle sieht der Kanadier die Caps nicht. “Ich denke nicht. Es ist die Möglichkeit, etwas Spezielles zu schaffen.”

Auch Kapitän Jonathan Ferland prophezeit enge Spiele. “Wir erwarten wenige Tore und harte Kämpfe. Wir sind bereit für ein schwieriges und langes Finale”, stellte Ferland klar. Seine Truppe müsse aber unbedingt an das bisher Gezeigte anknüpfen oder es vielleicht sogar noch besser machen. “Wenn wir so spielen, wird es keine einfache Serie, aber wir können erfolgreich sein und am Ende Champion sein. Wir wissen, was wir zu tun haben und müssen bei unserem Plan bleiben, der uns dieses Jahr erfolgreich gemacht hat.”

Die schlechten Final-Erfahrungen aus der jüngeren Vergangenheit seien unerheblich, betonte auch Ferland und verwies auf das Hier und Jetzt. “Wir haben jetzt die Chance, den Titel zu holen. Dafür arbeitet man das ganze Jahr.” Die Ausgangslage ist in seinen Augen ausgeglichen. “Es gibt keinen Favoriten. Es wird darauf ankommen, wer es am meisten will.”

Dass sich der KAC im Endspiel mit den Caps messen wird, war vor Saisonbeginn wegen wirtschaftlicher Einschnitte nicht unbedingt zu erwarten. Von 35 Prozent weniger Budget war wegen geringerer Unterstützung von Gönnerin Heidi Horten und von der öffentlichen Hand die Rede. Das führte zu einem teils freiwilligen, teils erzwungenem Umdenken. Man intensivierte die Nachwuchsarbeit, setzte verstärkt auf Talente aus den eigenen Reihen. Zusätzlich wurden die Kosten reduziert. Österreichische Routiniers wie Thomas Pöck, Oliver Setzinger und Bernd Brückler wurden abgegeben, Verträge mit sieben Legionären nicht verlängert und einige junge Österreicher geholt.

Mit viel Moral hat die Mannschaft im Halbfinale das für viele unerwartete Comeback geschafft und Salzburg nach 0:2-Rückstand in der “best of seven”-Serie noch bezwungen. “Ich war sehr beeindruckt vom Willen, den die Mannschaft gezeigt hat. Wenn man weiß, wieviel Arbeit dahintersteckt, vom ganzen Team rundherum, den Trainern, den Angestellten, dann ist es schön zu sehen, dass auch von den Spielern am Eis so viel zurück kommt”, lobte Sportchef Dieter Kalt das Team von Trainer Mike Pellegrims.

Vor dem Finale sind die Leistungsträger allesamt fit. Nur der Ausfall von Steve Strong, der wegen einer Sperre drei Spiele pausieren muss, schmerzt. “Wir sind im Finale, es fehlt noch der letzte Schritt. Wir müssen ganz gleich weiter arbeiten und versuchen, unsere Duftmarke abzugeben. Das wird schwer genug gegen eine Mannschaft, die über die ganze Saison bewiesen hat, dass sie ganz oben hingehört”, erklärte Kalt und sieht sein Team als Außenseiter.

“Man muss den Caps zu einer bisher herausragenden Saison gratulieren. Durch ihre Leistungen haben sie sich die Rolle als Top-Favorit erarbeitet. Jetzt werden wir sehen, wer den längeren Atem hat”, sagte der ehemalige Nationalteam-Kapitän, der die Capitals 2004/05 als Kapitän zu deren bisher einzigem Meistertitel geführt hat. Die Entwicklung der Wiener seither fasste er kurz und bündig zusammen: “Erfolg kommt nicht von ungefähr, da müssen viele Dinge zusammenpassen”.

Von: apa