Komplett-Ausschluss der russischen Athleten fix

CAS bestätigte Ausschluss russischer Paralympics-Sportler

Dienstag, 23. August 2016 | 17:03 Uhr

Die russischen Sportler dürfen nicht an den Paralympics in Rio de Janeiro teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof CAS bestätigte am Dienstag den vom Internationalen Paralympics Komitee (IPC) beschlossenen Komplett-Ausschluss der russischen Athleten in der Affäre um mutmaßliches Staatsdoping.

Der CAS begründete am Dienstag in Rio de Janeiro seine Entscheidung damit, dass das IPC nicht gegen seine Regeln verstoßen habe. Zudem sei die Entscheidung angesichts der Umstände verhältnismäßig, hieß es in einer Mitteilung. Das Russische Paralympische Komitee (RPC) habe keine Beweise vorlegen können, die die Faktenlage verändern würden.

Im Gegensatz zum Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte das IPC am 7. August das RPC wegen seiner Verwicklungen in das staatlich gelenkte Doping-System suspendiert. Damit hatten automatisch alle russischen Sportler ein Startverbot bei paralympischen Wettkämpfen erhalten. Das RPC legte gegen die Aussetzung seiner IPC-Mitgliedschaft Einspruch ein, scheiterte damit aber.

Das IPC hatte für seine Kollektivstrafe weitere Informationen des kanadischen Juristen Richard McLaren, der die Untersuchung der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) zum vermeintlichen Staatsdoping leitete, als Grundlage genommen. Das IOC hatte Ende Juli auf einen historischen Komplett-Ausschluss Russlands verzichtet. Dadurch konnten mehr als 270 von 389 russischen Athleten bei Olympia starten.

Russlands Sportminister Witali Mutko bezeichnete den Ausschluss der russischen Sportler von den Paralympics als “ungesetzlich und politisch motiviert”. Regierungschef Dmitri Medwedew verurteilte den Ausschluss der russischen Mannschaft als “zynisch”. “Das ist ein Schlag für alle Behinderten, nicht nur gegen die russischen”, sagte er am Dienstag in Moskau. Im Doping-Skandal warf Medwedew den internationalen Sportorganisationen Doppelmoral vor.

Das Vorgehen gegen den russischen Sport bezeichnete er als “widerlichen Cocktail, bestehend aus 80 Prozent Politik und 20 Prozent Doping”, schrieb er im sozialen Netzwerk Facebook. Die Vorwürfe systematischen Staatsdopings wies Medwedew entschieden als absurd zurück. “Die Verwendung von Doping ist eine Entscheidung von Sportlern, Ärzten und Trainern.” Der Staat und seine Vertreter hätten damit nichts zu tun. Russland sieht hinter den Vorwürfen eine politisch motivierte Kampagne des Westens.

Nach massiven Doping-Vorwürfen im Report des unabhängigen Ermittlers Richard McLaren für die WADA hatte das IPC die Suspendierung damit begründet, dass Russland nicht die für eine Mitgliedschaft notwendigen Anstrengungen im Anti-Doping-Kampf unternimmt. IPC-Chef Philip Craven nannte den McLaren-Report “einen der dunkelsten Momente des Sports”. Russland sei “nicht in der Lage, dem Anti-Doping-Code des IPC und dem Anti-Doping-Programm der WADA zu entsprechen”.

Das IPC hatte von McLaren die Namen von 35 Sportlern erhalten, die in Verbindung mit verschwundenen positiven Dopingproben aus dem Moskauer Kontrolllabor stehen sollen. Zudem schickte der Dachverband 19 Dopingproben von den Winter-Paralympics 2014 in Sotschi zur Nachkontrolle. Sie stehen im Verdacht, ausgetauscht worden zu sein.

Von: APA/dpa

Kommentare

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1 Kommentar auf "CAS bestätigte Ausschluss russischer Paralympics-Sportler"


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Lu O
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1 Monat 5 Tage

schau mal einer an. bei paralympics funktioniert es mit der sperre von russland. ungerechter geht es nicht mehr. bei den normal sportlern dehlte der mum dies zu tun, aber bei den “menschen mit behinderung”, trauen sich das cas. damit haben sie sich noch lächerlicher gemacht. wahnsinn

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