Chris Froome neuer Führender in der Tour-Gesamtwertung

Chris Froome übernahm Tour-Führung

Mittwoch, 05. Juli 2017 | 18:44 Uhr

Die erste Bergankunft der Tour de France am Mittwoch hat einen teaminternen Führungswechsel von Geraint Thomas zu Titelverteidiger Chris Froome gebracht. Froome belegte auf der fünften Etappe von Vittel zur Planche des Belles Filles (160,5 km) hinter Tagessieger Fabio Aru (Astana) und dem Iren Daniel Martin (Quickstep) Rang drei, was zur Übernahme des Gelben Trikots reichte.

Denn sein Sky-Mannschaftskollege Thomas (10./+ 40 Sek.) verlor im letzten Drittel des Schlussanstieges den Anschluss an die Spitzengruppe, aus der heraus Aru zwei Kilometer vor dem Ziel erfolgreich attackierte. Der italienische Meister feierte 16 Sekunden vor Martin und vier weitere vor Froome und Richie Porte seinen ersten Tour-Erfolg. Der 27-jährige Vuelta-Sieger von 2015 hatte davor bereits mehrere Etappen des Giro d’Italia und der Spanien-Rundfahrt gewonnen.

Froome, der auf der Planche des Belles Filles 2012 seinen ersten Tour-Etappensieg geholt hatte, nahm dem Vorjahreszweiten Romain Bardet sowie den anderen Mitfavoriten Alberto Contador und Nairo Quintana einige Sekunden ab. Im Gesamtklassement führt der Brite vor dem nächsten flachen Abschnitt am Donnerstag aber nur zwölf Sekunden vor Thomas und 14 vor Aru. Quintana hat als Neunter 54 Sekunden Rückstand.

“Diese Position ist nicht neu für mich, aber der Weg bis zum Toursieg ist noch sehr weit. In diesem Jahr ist die Konkurrenz besonders groß”, sagte der neue Spitzenreiter Chris Froome, der in der Schlussphase selbst Schwerstarbeit verrichten musste, um den Rückstand auf Fabio Aru in Grenzen zu halten.

Die verteidigte Sky-Doppelführung biete Raum für taktische Manöver. “Platz eins und zwei in der Gesamtwertung sollte uns Selbstvertrauen geben. Das eröffnet uns viele Möglichkeiten”, meinte Froome und lobte Aru für seinen starken Auftritt. “Er ist sehr stark, aber jetzt kann man noch keine Vorhersage wagen, wie es bei ihm weitergeht. Er hat nicht geblufft, als er attackierte – das saß.”

Der Tagessieger selbst wollte nicht mit dem möglichen Gesamtsieg spekulieren. “Dieser Sieg ist unglaublich, aber die Tour zu gewinnen, ist sehr, sehr schwer”, meinte der Italiener. Vor drei Jahren hatte sein Landsmann Vincenzo Nibali an gleicher Stelle ebenfalls im italienischen Meistertrikot triumphiert und später auch die gesamte Tour gewonnen.

Am Tag nach dem viel diskutierten Ausschluss von Weltmeister Peter Sagan wegen eines folgenschweren Remplers gegen seinen Sprintrivalen Mark Cavendish hatte eine Fluchtgruppe lange das Geschehen geprägt. Die letzten beiden Ausreißer, Ex-Weltmeister Philippe Gilbert und sein belgischer Landsmann Jan Bakelants, wurden aber bald nach Beginn des 6-km-Schlussanstieges vom Feld mit Sky an der Spitze eingeholt.

Von: apa

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