Die Cavaliers kamen in nur vier Spielen in die nächste Runde

Cleveland demütigte Toronto in NBA erneut mit 4:0-“Sweep”

Dienstag, 08. Mai 2018 | 07:02 Uhr

Die Toronto Raptors sind in den Play-offs der National Basketball Association (NBA) erneut in der zweiten Runde ausgeschieden. Der Club des Wieners Jakob Pöltl schlitterte am Montagabend (Ortszeit) bei den Cleveland Cavaliers in ein historisches 93:128-Debakel und verlor damit die “best of seven”-Serie 0:4. Superstar LeBron James führte die “Cavs” mit 29 Punkten, elf Assists und acht Rebounds an.

Für die Raptors wiederholte sich damit die Geschichte, waren sie doch schon im Vorjahr mit einem 4:0-“Sweep” von “King James” und Co. gedemütigt worden. Toronto hat seine jüngsten zehn Play-off-Spiele gegen Cleveland allesamt verloren.

Die vernichtende Postseason-Bilanz in der Quicken Loans Arena der Cavaliers lautet nun 0:7. Dazu sind die Raptors seit Montag Inhaber eines NBA-Negativrekords, denn noch nie verlor ein topgesetztes Team einer Conference ein “Elimination Game” mit 35 Punkten Differenz.

Pöltl kam erst im Schlussviertel in der sogenannten “Garbage Time” zum Einsatz, als die Partie bereits zugunsten der Gastgeber entschieden war. Der 2,13 Meter große Center spielte die vollen letzten zwölf Minuten durch, verbuchte dabei aber nur zwei Rebounds und einen Block. Seine drei Abschlussversuche führten zu keinem Punkt, dazu unterlief Österreichs NBA-Pionier in seinem 91. und letzten Saisonspiel ein Ballverlust (Turnover).

Raptors-Trainer Dwane Casey nahm im Vergleich zum dritten Spiel gleich zwei Veränderungen in der “starting five” vor: Swingman C. J. Miles ersetzte Fred VanFleet, während Serge Ibaka wieder in die erste Fünf zurückkehrte. Allerdings nicht auf seiner angestammten Power-Forward-Position, sondern als Center anstelle von Jonas Valanciunas. Damit war klar, dass Pöltl keine entscheidende Rolle spielen würde, nachdem er bei der 103:105-Auswärtsniederlage am Samstag zum einzigen Mal in dieser Saison nicht zum Einsatz gekommen war.

Toronto startete aggressiv, lief aber trotzdem ab Mitte des Startviertels einem Rückstand hinterher, weil Cleveland in den ersten elf Minuten starke 72,2 Prozent seiner Würfe aus dem Feld verwertete. J. R. Smith, der immer wieder von James ideal angespielt wurde, leistete sich in dieser Phase keinen einzigen Fehlwurf und zeichnete für zwölf Punkte verantwortlich.

Zu Beginn des zweiten Viertels geigte vor allem Valanciunas – am Ende mit 18 Zählern auch Topscorer der Raptors – auf, wodurch Toronto nach einem 8:0-Lauf kurzzeitig wieder 38:36 (17.) führte. Doch dann machte James Ernst: Der 33-Jährige spielte seine Pässe mit chirurgischer Präzision und “sezierte” auf diese Weise mehrmals die Abwehr der Gäste, denen zudem auch wieder zu viele Ballverluste unterliefen. 13 Turnovers führten zu 19 Zählern des Gegners.

Nach einem 12:0-Run hieß es zur Pause bereits 63:47 für die “Cavs”, die diese Führung im dritten Viertel auf 100:72 ausbauten, womit das Match vorzeitig entschieden war und das gesamte letzte Viertel zur “Garbage Time” verkam. Auch dieser Abschnitt ging am Ende wie die drei davor (30:26, 33:21, 37:25) mit 28:21 an Cleveland.

James wurde einmal mehr unmittelbar nach Spielende zum TV-Siegerinterview gebeten. “Das war eine großartige Serie für uns”, betonte der 33-Jährige. “Wir wussten, dass es schwer wird nach ihrer Dominanz in der ‘regular season’. Wir hatten aber einen großartigen Spielplan, den wir versucht haben, so gut wie möglich 48 Minuten lang umzusetzen.”

Pöltl sah den Grund für die klare Niederlage in der schlechten Verteidigung. “Wir konnten defensiv kaum etwas entgegensetzen. Die Cavaliers haben fast in jedem Angriff den Wurf bekommen, den sie wollten – viel zu oft direkt am Korb und auch zu viele offene Dreier der Shooter”, erklärte der Wiener. “Wir haben schlecht verteidigt, aber man muss Cleveland für eine extrem starke Leistung Respekt zollen.”

Toronto habe es dagegen nicht geschafft, die hohen Erwartungen zu erfüllen, schließlich war man nach dem Clubrekord von 59 Saisonsiegen im Grunddurchgang als Nummer eins im Osten in die Play-offs gestartet. “Wir haben uns im Laufe der Serie immer mehr von dem entfernt, was uns in der Saison so stark gemacht hat – mit Ausnahme der Schlussphase von Spiel drei”, analysierte Pöltl.

Im anderen Eastern-Conference-Semifinale feierten die vom Kroaten Dario Saric (25 Punkte/Play-off-Karriererekord) angeführten Philadelphia 76ers einen 103:92-Heimsieg über die Boston Celtics, die in der Serie aber noch immer komfortabel mit 3:1 führen. Der NBA-Rekordmeister genießt nun zudem im fünften Match in der Nacht auf Donnerstag Heimvorteil.

Von: apa

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