Roland Leitinger ist nach Kreuzbandriss wieder am Start

Comeback-Reigen bei Österreichs Ski-Männern in Val d’Isere

Freitag, 09. Dezember 2022 | 19:16 Uhr

Der alpine Ski-Weltcup ist nach Europa zurückgekehrt. Bei den Männern, die in Val d’Isere ein Technik-Wochenende vor sich haben, stehen ein paar Comebacks im Mittelpunkt. Im ÖSV-Lager versuchen Roland Leitinger, Stefan Brennsteiner, Adrian Pertl und Lukas Feurstein nach diversen Verletzungen den Wiedereinstieg. Am Samstag geht das Programm mit einem Riesentorlauf los, am Sonntag (beide 9.30 und 12.30 Uhr/live ORF 1) ist der erste Slalom des Weltcup-Winters angesetzt.

Am längsten waren Leitinger und Pertl weg vom sportlichen Geschehen. Slalom-Vizeweltmeister Pertl hatte 2021 im Riesentorlauf von Val d’Isere einen Riss des vorderen Kreuzbandes und eine Meniskusverletzung im rechten Knie erlitten. Er kehrt damit ein Jahr später an den Ort des Unglücks, in dem er sich auch bei einem Europacuprennen 2016 das Kreuzband gerissen hatte, zurück. “Es ist schon ein besonderer Ort, ich messe dem aber nicht zu viel Bedeutung bei. Ich will am Sonntag abschwingen und ein Erfolgserlebnis aus Val d’Isere mitnehmen”, erklärte der Kärntner.

Bei Leitinger war die Olympia-Saison 2021/22 noch früher vorbei gewesen, als er sich Anfang November im Training praktisch die gleiche Verletzung wie dann Pertl zugezogen hatte. “Endlich, war ein zähes Jahr”, meinte Leitinger. “Vor einem Monat war ich noch weit weg, aber jetzt bin ich zuversichtlich. Ich schaue, dass ich die Leistung abrufe, die ich drauf habe.”

Stefan Brennsteiner erwischte es vor dem Start in die aktuelle Saison. Der Salzburger erlitt im Training vor dem Sölden-Riesentorlauf eine Meniskusverletzung im rechten Knie, ein eingeklemmter Teil des Meniskus wurde danach operativ entfernt.

Bei Lukas Feurstein waren es Bandscheibenprobleme, die im August akut geworden waren, und ihn in seiner Vorbereitung zurückwarfen. Dadurch verpasste er den Trip nach Chile und konnte erst im Oktober wieder mit dem gezielten Training beginnen. Mittlerweile hat der Vorarlberger genügend Pistenkilometer in den Beinen und im Dezember bereits vier Europacup-Rennen absolviert. Am Dienstag und Mittwoch bestritt der Allrounder die Super-G-Rennen in Santa Caterina.

Mit neuer Motivation ist in Val d’Isere Michael Matt am Start. Der Tiroler hat das Material gewechselt und ist zur Skimarke Augment aus der Van Deer-Unternehmensgruppe von Marcel Hirscher und Red Bull gewechselt. “Diese Entscheidung zu treffen war alles andere als einfach, aber im Hinblick auf meine nähere Zukunft war es für mich die richtige”, erklärte Matt.

Etwas besser zu machen haben nach dem Auftakt-Riesentorlauf in Sölden Marco Schwarz und Manuel Feller, die als ÖSV-Beste nicht über den 13. und 16. Platz hinausgekommen waren. Im Vorjahr hat für Feller auf der Face de Bellevarde ein dritter Platz herausgeschaut. “Sölden fühlt sich an, als wäre es in der letzten Saison gewesen. Drum geht es endlich los”, sagte Feller. “Ich würde mich im Slalom stärker einschätzen als im Riesentorlauf, aber es spricht nichts dagegen, dass ich vorne mitfahren kann”, erklärte er.

In Riesentorlauf ist Österreich seit dem 13. Jänner 2019, als Marcel Hirscher zum letzten Mal in Adelboden triumphierte, ohne Sieg. Als Dominator hat sich nach dem Abtritt des Salzburgers zwar nicht nahtlos, aber doch bald danach Marco Odermatt etabliert. Schafft es der Schweizer auch in Frankreich auf das Podium, wäre er in zehn Weltcup-Riesentorläufen in Folge auf das Stockerl gefahren. Sechs hat er gewonnen.

Seine übergeordnete Podestserie im Weltcup liegt aktuell schon bei zehn, soll heißen: Der 25-Jährige hat es in allen zehn Rennen, an denen er zuletzt teilgenommen hat, auf das Podium geschafft. Es wird sich am Samstag laut FIS-Angaben übrigens um den insgesamt 100. Weltcup-Bewerb in Val d’Isere handeln, wenn das Wetter nichts dagegen hat.

Von: apa

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