Schwarz kommt aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus

“Cooler Hund” bei Großereignissen: Schwarz sammelt Medaillen

Samstag, 20. Februar 2021 | 05:01 Uhr

Fünf Medaillen hat Marco Schwarz bei den jüngsten zwei Ski-Weltmeisterschaften bisher gesammelt. Keine schlechte Ausbeute für einen 25-Jährigen, der noch einige Jahre in der Karriere vor sich hat. Der Kärntner sei “ein cooler Hund”, sagte sein Trainer Marko Pfeifer in Cortina d’Ampezzo. Schwarz umriss sein WM-Erfolgsrezept wie folgt: “Ich glaube, ich mache nichts Spezielles, und das macht es aus, glaube ich.” Mit Riesentorlauf-Bronze erfüllte er sich einen großen Traum.

“Es ist schon richtig cool, im Riesentorlauf am Podest zu stehen. Das ist auch ein großer Traum gewesen in dieser Saison. Ich habe mir schon einiges vorgenommen gehabt. Bei den Weltcuprennen hat es noch nicht so geklappt”, erzählte Schwarz nach dem Überraschungscoup am Freitag. Pfeifer erklärte: “Eine WM hat sowieso eigene Gesetze. Es war einer der anspruchsvollsten Riesentorläufe seit langer, langer Zeit bei Big Events. Ich habe schon gewusst, dass er harte Bedingungen schon mag.”

Hinzu komme seine gerade zur richtigen Zeit den Gipfel erreichende Formkurve. “In letzter Zeit hat er im Training einen brutal starken Eindruck hinterlassen”, verriet der Technik-Chefcoach der ÖSV-Herren. “Er war in den Trainings heuer im Riesen definitiv besser als die Ergebnisse. Man hat schon irgendwie gespürt, dass er einen guten zweiten Lauf runterdrücken wird. Dass es dann für eine Medaille reicht, da muss natürlich alles zusammenpassen.” Vor ein paar Wochen habe er seinem Schützling in Adelboden noch eingetrichtert: “Blacky, bevor du im Riesen ein Podium fährst, gewinnst du vier Slalom hintereinander!”

Schwarz ärgerte, dass er den Steilhang im ersten Durchgang “verkackt” hat. “Ich habe eine Sekunde auf die erste Zwischenzeit gekriegt, das ist nicht gut. Natürlich ist der (Alexis; Anm.) Pinturault brutal vorausgefahren, aber im ersten Durchgang wäre sicher oben noch einiges mehr drinnen gewesen”, erklärte der Sportler, der im Weltcup in einem Riesentorlauf nie besser als Sechster war. “Der untere Teil hat schon gut gepfiffen, dann habe ich gewusst, ich bin dabei bei den Schnellsten.” In der Entscheidung sei er mit der gesamten Fahrt sehr zufrieden gewesen.

Dass ihn Großereignisse nicht nervös machen, sondern anscheinend sein volles Leistungspotenzial abrufen lassen, ist gewissermaßen ein Versprechen für weitere Medaillen in der Zukunft. “Ich gehe relativ gelassen in jedes Rennen. Ich brauche nicht auf irgendwelche Wertungen schauen, da zählt nur eins, zwei, drei. Da kann ich mich noch einmal gut pushen”, betonte Schwarz. “Ein bissl den Kopf ausschalten und nur das Skifahren genießen.”

Der Knopf sei ihm mit seinem ersten Slalom-Sieg im Weltcup am 10. Jänner in Adelboden aufgegangen, meinte sein Coach: “Mir war klar, wenn das einmal passiert, dass er dann einfach befreiter Ski fährt.” Am Sonntag (10.00/13.30 Uhr, live ORF 1) wartet mit dem Slalom die nächste Gelegenheit für Schwarz, seine Medaillensammlung zu vergrößern. Einmal Gold (Kombination 2021), einmal Silber (Team 2019) und drei Bronzene (Kombination und Slalom 2019, RTL 2021) nennt der Allrounder mittlerweile sein Eigen. “Es gibt einfach nicht so viele komplette Skifahrer, und Blacky ist für mich einer der komplettesten”, sagte Pfeifer.

Von: apa