Tina Weirather geht als Favoritin ins Rennwochenende

Damen setzen Weltcup mit zwei Super-G in Val d’Isere fort

Freitag, 15. Dezember 2017 | 15:44 Uhr

Nach den extremen Neuschneefällen und der Absage der Abfahrt geht es für die Alpinski-Damen diese Wochenende in Val d’Isere mit zwei Super-G-Bewerben weiter. Es sind die Speed-Rennen fünf und sechs in Serie und als erstes steht am Samstag (10.30 Uhr) das Ersatzrennen für St. Moritz auf dem Plan. Als Favoritin wird Tina Weirather gehandelt.

Die Liechtensteinerin war in den jüngsten drei Super-G jeweils auf dem Podest. Weirather hat beim Saisonfinale in Aspen sowie beim Speed-Auftakt in Lake Louise gewonnen und zuletzt in St. Moritz beim Überraschungssieg der Schweizerin von Jasmine Flury Platz drei belegt. Weil es der Ersatz für das abgesagte Rennen im Engadin ist, fungiert in Frankreich mit Roland Platzer auch ein Coach von Swiss Ski als Kurssetzer.

Der Südtiroler wird allerdings wegen der enormen Neuschneemengen erst Samstagfrüh und damit unmittelbar vor dem Rennen zur Tat schreiten können und zudem vom Reservestart aus eine deutlich verkürzte Variante ausflaggen müssen. “Pickelhart wird es wohl auch nicht werden”, ist Österreichs Damen-Speed-Chef Roland Assinger bewusst, dass der viele Neuschnee Spuren hinterlassen wird.

Österreichs Speed-Damen haben vor allem in Kanada mit dem Abfahrtssieg von “Rückkehrerin” Cornelia Hütter sowie Platz drei von Weltmeisterin Nicole Schmidhofer im Super-G schon stark aufgezeigt. Allerdings hat Hütter in den Tagen vor den Frankreich-Rennen an Magen-Darm-Problemen laboriert und kaum etwas gegessen.

Dass wetterbedingt zwei Tage lang in Val d’Isere nichts ging, kam der Steirerin durchaus entgegen, mittlerweile ist sie auf dem Weg der Besserung. “Ich fühle mich zwar noch etwas schwach, bin aber zuversichtlich”, sagte Hütter am Freitag, den viele zum Tiefschneefahren nützten. “Ich bin sicher, dass es bei den Rennen hinhauen wird”, sagte Hütter, die eine sehr gute Beziehung zur OK-Piste in La Daille hat. “Hier habe ich ja den ersten Stockerlplatz meiner Karriere geholt.”

Dass sie sich laut Ergebnisse in der Abfahrt besser fühlt, sei einerseits offensichtlich. “Ich freue mich aber auch sehr auf den Super-G”, betonte die 25-Jährige. Ähnlich argumentierte Schmidhofer. “Früher hätte ich mich mehr geärgert, wenn zwei Tage lang nichts zu tun gewesen wäre. Mit der Routine kann ich den Schalter aber gut umlegen und den Tag halt etwas anders nützen.”

Auf’s Tiefschneefahren verzichtet hat Anna Veith. Die Salzburgerin hat nach langer Verletzungspause zuletzt als Fünfte in St. Moritz schon wieder stark aufgezeigt und war dort beste Österreicherin. “Über ihre Klasse brachen wir nicht zu diskutieren. Sie weiß, wie man einen Schwung fährt und ist immer gut für einen Podestplatz”, traut Assinger der Olympiasiegerin von Sotschi schon wieder Großes zu.

Auch Veith habe in St. Moritz aber etwas vom besseren Wetter und höherer Startnummer profitiert, meinte Assinger. “Aber das muss man auch erst Mal ausnutzen. Auf jeden Fall hat Anna mit Platz fünf viel Selbstvertrauen getankt.”

Lindsey Vonn will trotz ihrer jüngsten Probleme in Frankreich wieder an den Start gehen. Die US-Amerikanerin hatte in St. Moritz einen Schlag auf den Rücken bekommen und wegen ihrer Schmerzen mit Rücksicht auf Olympia im Februar auf einen Start im zweiten – und dann ohnehin gestrichenen – Super-G verzichtet. Vonn wird seitdem an Rücken und Wirbelsäule (akute Facettenblockade) behandelt. Sie fühle sich ziemlich steif, ließ sie ausrichten.

Die Wetteraussichten für das Wochenende sind nicht so schlecht, allerdings wurde in der Nacht auf Samstag erneut eine Front erwartet. Ob bei anhaltenden Problemen eine “Verlängerung” auf Montag möglich ist, ist fraglich. Ab Montagfrüh soll es wieder schneien.

ÖSV Aufgebot für Super-G am Samstag in Val d’Isere (Ersatzrennen St. Moritz): Stephanie Brunner, Nadine Fest, Ricarda Haaser, Cornelia Hütter, Christine Scheyer, Nicole Schmidhofer, Ramona Siebenhofer, Tamara Tippler, Anna Veith, Stephanie Venier

Von: apa