Jan Oblak könnte im Sommer für 100 Mio. Euro wechseln

Der Star ist der Keeper – Oblak für Slowenien Trumpf

Mittwoch, 21. März 2018 | 10:28 Uhr

Österreichs erster Länderspielgegner des Jahres kommt am Freitag (20.45 Uhr/live ORF eins) mit einer Reihe von Klassespielern nach Klagenfurt. Auch der Ex-Salzburger Kevin Kampl gibt unter Neo-Teamchef Tomaz Kavcic sein Comeback für Slowenien. Großer Star der Slowenen ist aber Torhüter Jan Oblak. Der 25-Jährige könnte noch in diesem Jahr zum teuersten Keeper der Fußball-Geschichte avancieren.

Oblak steht bis 2021 bei Atletico Madrid unter Vertrag. Mehrere Topclubs sollen aber gewillt sein, im Sommer die festgeschriebene Ablöse von 100 Millionen Euro zu bezahlen – darunter laut Medienberichten Chelsea, Arsenal, Liverpool und vor allem Paris Saint-Germain. Oblak hat erst in der vergangenen WM-Qualifikation Inter-Mailand-Keeper Samir Handanovic als Sloweniens Nummer eins abgelöst. Unter Kavcic war er einst auch in der U21 tätig.

Der Teamchef gibt in Klagenfurt sein Debüt. Der frühere Assistent war im Herbst seinem früheren Chef Srecko Katanec nachgefolgt, der nach Platz vier in der WM-Quali hinter England, der Slowakei und Schottland zurückgetreten war. Kavcic war davor auch einige Jahre in China tätig. “Das Ergebnis ist immer wichtig”, betonte der 64-Jährige vor seiner Premiere. “Das ist auch in Spielen auf dem Schulhof so.”

Kavcic will den Slowenen, der aktuellen Nummer 62 der FIFA-Weltrangliste, einen wiedererkennbaren Spielstil verordnen und eine Siegermentalität einimpfen. “Ich erwarte ein gutes Spiel gegen Österreich”, sagte der Neo-Teamchef zum Auftakt der Vorbereitungen in Brdo bei Kranj, keine Autostunde vom Spielort Klagenfurt entfernt. “Das ist ein Qualitätsgegner, aber wir haben auch unsere Qualitäten.”

Wie in Österreich um David Alaba hatte es in Slowenien zuletzt Diskussionen um die beste Spielposition von Kampl gegeben. Der Leipzig-Legionär war sich darüber auch mit Katanec nicht einig. Unter dessen Nachfolger kehrt der 27-Jährige nach einem Jahr Abwesenheit ins slowenische Team zurück. Kavcic sieht ihn im zentralen Mittelfeld: “Er ist ein Box-to-Box-Spieler, wie man im Ausland sagt.”

Im Sturm verfügen die Slowenen mit dem früher für Rapid und Sturm Graz sowie nun für St. Etienne tätigen Robert Beric über einen weiteren Ex-Österreich-Legionär. Star in der Offensive ist aber Josip Ilicic. Der 30-jährige Mittelfeldspieler von Atalanta Bergamo befindet sich laut slowenischen Medien in der “Form seines Lebens”. Erst am Wochenende beim 5:0-Sieg von Atalanta Bergamo bei Hellas Verona erzielte er drei Tore.

Bei einer Endrunde war Slowenien zuletzt bei der WM 2010 in Südafrika vertreten. Großes Ziel ist die EM-Teilnahme 2020. Gelingen soll das mit einer Legionärsauswahl. Für den Test gegen Österreich und vier Tage später in Ljubljana gegen Weißrussland hat Kavcic nur einen Spieler aus der heimischen Liga nominiert – Verteidiger Martin Milec von Meister und Champions-League-Teilnehmer NK Maribor.

“Das heißt aber nicht, dass unsere Liga schlecht ist”, betonte der Teamchef. Mit Ausnahme des in Deutschland geborenen Kampl seien alle slowenischen Nationalspieler dort ausgebildet worden.

In der neuen Nations League ist der südliche Nachbar eine Klasse unter den Österreichern eingestuft. Gegner in Liga C sind im Herbst Norwegen, Bulgarien und Zypern. Bis dahin muss sich Kavcic auch auf einen neuen Kapitän festgelegt haben. Gegen Weißrussland wird Rekordnationalspieler Bostjan Cesar (100 Länderspiele), der die Rolle bisher innehatte, verabschiedet.

Der Rekordtorschütze des Landes sorgte indes zuletzt für einen Skandal. Zlatko Zahovic (35 Länderspieltreffer) wurde bei Maribor, dem Club des früheren Sturm-Trainers Darko Milanic, am Wochenende als Sportdirektor suspendiert. Der Ex-Profi, der seine Karriere 2005 beendet hatte, hatte einen Journalisten völlig unangebracht beleidigt, indem er in einer Pressekonferenz dessen kürzlich verstorbenen Vater ins Spiel brachte.

Von: apa