Deutschlands Fußball-Nationalteam kehrte auf die Siegerstraße zurück

Deutschland gewann Test gegen Russland klar 3:0

Donnerstag, 15. November 2018 | 23:30 Uhr

Deutschlands Fußball-Nationalteam ist am Donnerstag auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Die Truppe von Teamchef Joachim Löw gewann nach den beiden Nations-League-Niederlagen gegen die Niederlande (0:3) und Frankreich (1:2) in einem Test gegen WM-Viertelfinalist Russland dank Toren von Leroy Sane (8.), Niklas Süle (25.) und Serge Gnabry (40.) 3:0. England behielt gegen die USA mit 3:0 die Oberhand.

Löw setzte gegen eine ersatzgeschwächte “Sbornaja” seinen Verjüngungskurs fort, von der Startformation waren nur Kapitän und Tormann Manuel Neuer sowie Jonas Hector älter als 25 Jahre. Die junge Truppe erfüllte von Beginn an die Erwartungen, die Gastgeber waren tonangebend und legten schon vor der Pause den Grundstein für den Sieg. Sane hatte keine Mühe nach Hereingabe von Gnabry im Strafraum zu vollenden.

Das 2:0 fiel nach einer Standardsituation. Nach Kimmich-Ecke und Rüdiger-Kopfball zeigte Innenverteidiger Süle aus neun Metern Torjägerqualitäten. 1:0-Vorbereiter Gnabry avancierte auch noch vor der Pause zum Torschützen. Kai Havertz bediente den Bayern-München-Stürmer mit einem Ideal-Laufpass und der 23-Jährige schloss von der Strafraumgrenze auch sehenswert ins Eck ab.

Nach dem Seitenwechsel verteidigten die in der Nations League B vor dem Aufstieg stehenden Russen etwas höher, wurden mutiger, konnten sich aber weiterhin in der Offensive kaum in Szene setzen. Für Teamchef Stanislaw Tschertschessow, der in der Saison 2001/02 beim FC Tirol unter Löw noch das Tor gehütet hatte, gab es also im Prestigeduell mit seinem Ex-Trainer keinen Grund zum Jubeln. Die Deutschen kontrollierten nach dem Seitenwechsel das Geschehen ohne selbst wirklich oft gefährlich zu werden. Zahlreiche Spielerwechsel auf beiden Seiten wirkten sich negativ auf den Spielfluss aus.

Für die Deutschen war es eine gelungene Generalprobe im Hinblick auf das Nations-League-Duell mit der Niederlande am Montag (20.45 Uhr) in Gelsenkirchen. Für die DFB-Auswahl hat dabei nur noch eine Chance auf den Klassenerhalt wenn die “Oranjes” am Freitag in Rotterdam nicht gegen Leader und Weltmeister Frankreich gewinnen. Bei einem niederländischen Erfolg wäre der Abstieg der DFB-Auswahl in die Liga B, in der aktuell auch Österreich vertreten ist, schon vorzeitig besiegelt.

2018 war es erst der vierte deutsche Länderspielsieg. Sollte zum Jahresabschluss Nummer fünf gelingen, wäre es trotzdem gemeinsam mit 2015 das von den Siegen magerste Jahr unter Löw. Von den Niederlagen erlebten die Deutschen das schlechteste Jahr in der 111-jährigen Geschichte – sechsmal, darunter mit 1:2 in einem Test in Klagenfurt – hatte man zuvor noch nie verloren. Daneben stehen auch zwei Remis zu Buche.

England stellte gegen die USA auch schon vor der Pause die Weichen für den Sieg. Jesse Lingard traf nach Vorarbeit von Dele Alli zur frühen Führung (25.). Trent Alexander-Arnold machte den Doppelschlag innerhalb kürzester Zeit perfekt, vollendete nach Sancho-Zuspiel (27.). Auch da war US-Goalie Brad Guzan machtlos.

Ab der 58. Minute kam dann Stürmer-Routinier Wayne Rooney im Londoner Wembley-Stadion zu seiner Abschiedsvorstellung im Nationalteam, der 33-jährige Rekord-Torschütze der “Three Lions” blieb aber bei seinem 120. Einsatz ohne Torerfolg. Der dritte Treffer vor 68.155 Zuschauern ging auf das Konto von Debütant Callum Wilson (77.). Coach Gareth Southgate hatte viele Stammkräfte geschont, am Sonntag geht es in der Nations League wieder in London gegen Kroatien.

Vizeweltmeister Kroatien wandte den Abstieg aus der Liga A der Fußball-Nations League ab und darf nun sogar noch mit dem Gruppensieg spekulieren. Die Kroaten siegten am Donnerstagabend im Heimspiel gegen Spanien mit 3:2 (0:0), wobei der Siegestreffer durch Tin Jedvaj erst in der 93. Minute fiel. Die Spanier hatten zwei Führungstreffer der Hausherren zuvor zweimal ausgeglichen.

Vor dem abschließenden Spiel der Gruppe zwischen England und Kroatien am Sonntag führen die Iberer zwar weiter mit sechs Zählern, England und Kroatien halten nun aber bei jeweils vier. Mit einem Remis in London wären freilich die Spanier beim Finalturnier im kommenden Sommer dabei. England könnte im Fall einer Niederlage noch absteigen.

In einem weiteren Liga-A-Spiel schlug Belgien zu Hause Island mit 2:0 (0:0), Doppeltorschütze war Michy Batshuayi (65., 81.). Die Schweiz muss damit am Montag daheim gegen den WM-Dritten Belgien gewinnen, um noch den Sprung auf Platz eins der Gruppe schaffen zu können. Dafür werde bereits ein 1:0 reichen.

Für die Kroaten traf Ivan Perisic schon in der Anfangsphase Metall, danach blieben Torchancen aber Mangelware. Dies sollte sich nach Beginn der zweiten Halbzeit ändern. Zunächst erzielte Andrej Kramaric (54.) nach einem Fehler der Spanier im Spielaufbau das 1:0, Dani Ceballos gelang aber nur zwei Minuten später der Ausgleich. Der 22-jährige Jedvaj (69.) traf dann nach Flanke von Luka Modric zu seinem ersten internationalen Tor.

Auch diese Führung währte nicht lange, Sergio Ramos stellte per Hand-Elfmeter (78.) auf 2:2. Als schon ein Remis fix schien, schlug Leverkusens Jedvaj aus einem Abstauber nach einer Einzelaktion des erst 20-jährigen Debütanten Josip Brekalo noch einmal zu. Die Kroaten, die seit mittlerweile fünf Jahren zuhause unbesiegt sind, revanchierten sich damit für die 0:6-Abfuhr im Hinspiel.

Von: apa

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1 Kommentar auf "Deutschland gewann Test gegen Russland klar 3:0"


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Paul
Paul
Universalgelehrter
24 Tage 15 h

sein trozdem drausen

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