Hummels und Süle sollen für Stabilität in der Verteidigung sorgen

Deutschland will gegen Südkorea Aufstieg selbst fixieren

Dienstag, 26. Juni 2018 | 23:05 Uhr

Titelverteidiger Deutschland geht nach dem Last-Minute-Sieg gegen Schweden mit einem guten Gefühl ins letzte Gruppenspiel bei der Fußball-WM in Russland gegen Südkorea. Die DFB-Auswahl befindet sich vor dem Duell in Kasan am Mittwoch (16.00) in einer guten Position im Pool-F-Aufstiegsrennen, muss bei einem Sieg mit zwei Toren Unterschied nicht auf das Parallelspiel Mexiko gegen Schweden blicken.

“Wir müssen verinnerlichen, dass es in erster Linie von uns abhängt. Es hängt davon ab, wie wir die Dinge umsetzen”, sagte DFB-Teamchef Joachim Löw. Er peilt in seinem 101. Pflichtspiel auf der DFB-Bank seinen 80. Sieg an. Das letzte Gruppenspiel hat bei dieser WM noch große Bedeutung, da die Deutschen überraschend nicht voranliegen. Sie sind hinter Leader Mexiko (6) und haben wie Schweden, das auch ein Torverhältnis von 2:2 aufweist, erst drei Punkte gesammelt.

Ein historisches Out nach der Vorrunde, das den Deutschen noch nie passierte, ist deshalb zumindest noch denkbar und würde die Fortsetzung einer Serie mit sich bringen. Mit Italien (2010) und Spanien (2014) scheiterten die jüngsten beiden Titelverteidiger in der Folge in der Gruppenphase.

Das wollen die Deutschen auch ohne den gesperrten Abwehrspieler Jerome Boateng mit aller Macht verhindern, das 0:1 gegen Mexiko soll die einzige Niederlage im Turnierverlauf bleiben. “Sie können sicher sein, dass wir alles dafür tun, dass uns das nicht auch passiert”, sagte Offensivspieler Marco Reus. Der späte Treffer von Toni Kroos in der 95. Minute zum 2:1-Sieg gegen Schweden soll eine Initialzündung gewesen sein. “Wir haben das ganze Ding noch gedreht und sind als Mannschaft noch enger zusammengerückt”, berichtete Angreifer Timo Werner. Der Leipziger wird wieder an vorderster Front erwartet und peilt seinen ersten WM-Treffer an.

Bisher haben nur Kroos und Reus für die Deutschen getroffen. Thomas Müller, bei den WM-Auflagen 2010 und 2014 noch jeweils fünfmal erfolgreich, wartet noch auf sein Premierentor auf russischem Boden. Es ist aber davon auszugehen, dass Löw trotz schwächerer Darbietungen weiter auf den Bayern-Offensivspieler setzen wird. Eine andere Personalie ist offen und betrifft die Position im zentralen Mittelfeld neben Kroos. Sami Khedira scheint die besten Karten zu haben. In der Innenverteidigung wird Niklas Süle neben dem wiedergenesenen Mats Hummels erwartet.

Die beiden Teams treffen zum dritten Mal bei einer WM aufeinander. Die Deutschen behielten 1994 in der Gruppenphase mit 3:2 und 2002 im Halbfinale knapp mit 1:0 die Oberhand. Einen Spaziergang gegen den Weltranglisten-57. dürfen sie daher auch mit Blick in die Vergangenheit nicht erwarten. “Sie haben unheimlich schnelle und wendige Spieler und haben schon viele Gegner vor Probleme gestellt”, warnte Reus.

Salzburgs Stürmer Hwang Hee-chan und Co. sind nach einem 0:1 gegen Schweden und 1:2 gegen Mexiko noch ohne Punkt, aber noch mit einer Achtelfinalchance. Dazu muss der WM-Vierte von 2002 nicht nur gewinnen, sondern auch auf eine höhere Niederlage der Schweden hoffen. “Unsere Chancen liegen bei einem Prozent”, sagte Mittelfeldspieler Ju Se-jong. Man wolle jedenfalls das Beste daraus machen und über Konter zum Erfolg kommen. “Wenn wir solide verteidigen und gut kontern, haben wir eine Chance”, so Ju.

Dem zweifachen Asienmeister, der zuletzt 1990 ohne Punkt bei einer WM ausschied, geht der an der Wade angeschlagene Kapitän Ki Sung-yeung stark ab. Andere Probleme vor der Partie hatte Abwehrspieler Jang Hyun-soo, der in der Heimat von Fans gemobbt wird. Auf der Seite des Präsidialamtes sind mehr als 300 Petitionen gegen den 26-jährigen Verteidiger des FC Tokio eingegangen. Sie tragen Namen wie “Vertreibt Jang und seine Familie aus Korea”. Die Zeitung “JoongAng Ilbo” sieht in der Aktion eine regelrechte “Hexenjagd”. Jang hatte beim 1:2 gegen Mexiko mit einem Handspiel den Elfmeter zum 0:1 verursacht.

Von: APA/dpa/ag.

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1 Kommentar auf "Deutschland will gegen Südkorea Aufstieg selbst fixieren"


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Paul
Paul
Universalgelehrter
21 Tage 18 h

wen sie de ned pockn isch olls zuspat

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