Kroos und Löw hatten Grund zum Jubeln

DFB-Coach Löw nach 2:1 gegen Schweden: “Sieg der Moral”

Sonntag, 24. Juni 2018 | 13:11 Uhr

Bei Deutschlands Fußball-Teamchef Joachim Löw war am Samstag Durchatmen angesagt. Das Last-Minute-2:1 über Schweden bescherte dem Titelverteidiger wieder gute Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale und könnte laut dem Trainer sogar eine Wende darstellen, nachdem der Turnierstart mit dem 0:1 gegen Mexiko in die Hosen gegangen war.

“Wir haben immer geglaubt, dass wir das Spiel noch drehen können. Es war auch ein Sieg der Moral”, betonte der frühere Tirol- und Austria-Trainer und sprach von einem “Krimi voller Emotionen, gerade in der Schlussphase”.

Trotz numerischer Unterlegenheit nach Gelb-Rot für Jerome Boateng warfen die Deutschen im Finish alles nach vorne. “Wir haben in den letzten zehn Minuten alles riskiert. Wir haben einen Mann weniger gehabt und noch einen Defensiven rausgenommen. Das war natürlich riskant”, sagte Löw.

Beim erlösenden Tor von Toni Kroos setzte der Coach zum Jubelsprung an. “Die Emotionen sind dann hochgekocht. Es war bis zum Schluss Dramatik pur. Solche Spiele gibt es immer mal. Das ist ja das Schöne am Fußball”, erklärte Löw.

Seine Mannschaft wäre am Mittwoch bei einem Sieg mit zwei Toren Vorsprung über die noch punkt- und torlosen Südkoreaner fix in der K.o.-Phase – allerdings als Gruppenzweiter, sollte Mexiko gegen Schweden nicht verlieren. In diesem Fall gäbe es ein Achtelfinal-Duell mit Brasilien, sofern die Rekord-Weltmeister seinen Pool gewinnt. “So weit ist es noch nicht. In der anderen Gruppe gibt es verschiedene Konstellationen. Auch Serbien und die Schweiz haben noch gute Chancen. Zunächst müssen wir gegen Südkorea gewinnen. Dann nehmen wir es, wie es kommt”, meinte Löw.

Gegen die Asiaten fällt der gesperrte Boateng definitiv aus, Sebastian Rudy ist wegen eines Nasenbeinbruchs ebenso fraglich wie Mats Hummels, dem Nackenprobleme zu schaffen machen. Beide haben aber laut Löw gute Chancen, am Mittwoch wieder einsatzbereit zu sein.

Unabhängig von Verletzungssorgen haben derzeit Personalspekulationen rund um das DFB-Team Hochkonjunktur. Löw setzte Mesut Özil erstmals bei einer WM oder EM auf die Bank, degradierte auch Sami Khedira zum Reservisten und nahm Julian Draxler schon zur Pause vom Platz. Wie es mit den einstigen Stammspielern weitergeht, ließ der Trainer offen. “Wir haben Alternativen, so ist auch der Kader ausgerichtet. Die Spieler, die diesmal nicht gespielt haben, werden definitiv weiter gebraucht, weil es einfach wichtige Spieler sind.”

Von: apa