Hans-Jürgen Panitz im Filmclub

Die Geschichte des Bergfilms

Samstag, 18. April 2015 | 16:20 Uhr

Bozen – Am Mittwoch, 29. April 2015 um 20.00 Uhr zeigt der Alpenverein Südtirol
in Zusammenarbeit mit dem Filmclub Bozen und Mountainspirit die Filme „In Eis und Schnee – Arnold Fanck“ von Hans-Jürgen Panitz und „Himmelhoch und Abgrundtief – Faszination Bergfilm“ von Hans-Jürgen Panitz in Anwesenheit des Regisseurs, Produzenten und Autors Hans-Jürgen Panitz.

Bergfilme faszinieren die Menschen bereits seit über hundert Jahren. Doch was macht diese Faszination aus? Am 29. April geht der AVS zusammen mit dem Bergfilmfachmann Hans-Jürgen Panitz dieser Frage nach.

Wenn man über Bergfilme spricht, dann spricht man automatisch über Arnold Fanck: Er gilt bis heute als Erfinder des Genres Bergfilm. Die Dokumentation „In Eis und Schnee“ porträtiert den Regisseur, der in den 1920er und 1930er Jahren die absoluten Klassiker des Genres wie „Die weiße Hölle vom Piz Palü“, „Der heilige Berge“ und viele mehr drehte. Auch Luis Trenker wurde von Arnold Fanck „entdeckt“.

Die zweite Dokumentation des Abends „Himmelhoch und Abgrundtief – Faszination Bergfilm“ zeigt am Beispiel der drei großen Nordwände von Eiger, Matterhorn und Grand Jorasse 100 Jahre Bergfilmgeschichte. Regisseur Hans-Jürgen Panitz präsentiert spektakuläres Archivmaterial von frühen Filmexpeditionen – zum Beispiel aus dem Jahr 1901 am Matterhorn –, aber auch exklusive Aufnahmen von Willy Bogner, dem Ski-Kameramann der James-Bond-Filme, der mit seinen atemberaubenden Aufnahmen und Tricks Millionen Zuschauer begeisterte.

Gesprächspartner in der Dokumentation sind die Filmemacher Gerhard Baur, Lothar Brandler, Kurt Diemberger und Leo Dickinson. Die Spitzenkletterer Catherine Destivelle und Alexander Huber gehen schließlich auf das Verhältnis zwischen professionellen Bergsteigern und dem Medium Film ein.

Das Ende der Dokumentation zeigt den Bergfilm in seiner ursprünglichsten Form: im Knottnkino in Vöran.

Wann: Mittwoch, 29. April um 20.00 Uhr
Wo: Filmclub Bozen

„In Eis und Schnee – Arnold Fanck“ von Hans-Jürgen Panitz

Der Name Arnold Fanck allein sagt den meisten wenig. Doch spätestens wenn man Filmtitel nennt, auf Leni Riefenstahl und Luis Trenker zu sprechen kommt – beide Entdeckungen von Dr. Fanck – dann erhält dieser Name ungeahnte Dynamik und Popularität, denn Dr. Arnold Fanck war der deutsche Filmpionier. Bereits 1913 fuhr Fanck zusammen mit seinem Kameramann Sepp Allgeier auf Skiern durch die wilden Gletscherbrüche den Monte Rosa hinunter und brachte so dem staunenden Kinopublikum das Hochgebirge in bewegten Bildern näher. 1920 drehte er seinen ersten Skifilm „Wunder des Schneeschuhs". Es folgten unvergessene Spielfilme wie „Im Kampf mit dem Berge", „Der Berg des Schicksals“, „Der Heilige Berg“, „Die weiße Hölle vom Piz Palü“, „Stürme über dem Montblanc“, „Der weiße Rausch“, „S.O.S. EISBERG“: Bergdramen, die auch heute nichts von ihrer Wirkung verloren haben, begeisterten damals Millionen von Zuschauern weltweit.

Auch die Film-, Kamera- und Schnitttechnik hat Arnold Fanck epochale Erfindungen zu verdanken. Der Film dokumentiert Epochen seines Lebens, verrät Tricks, Kniffe und Erfindungen aus der damaligen Filmtechnik und zeigt mit zahlreichen Filmausschnitten aus Fancks Werken dessen Großartigkeit ebenso wie seinen, schon an Leichtsinnigkeit grenzenden, Realismus bei den Dreharbeiten. Der Film erhielt 1997 in Graz den Spezialpreis der Jury.

„Himmelhoch und Abgrundtief – Faszination Bergfilm“ Von Hans-Jürgen Panitz

Eiger, Matterhorn und Montblanc gehören zu den bevorzugten Bergen nicht nur für Bergtouristen, sondern auch für Filmemacher. Sie sind Handlungsorte und Kulissen von „Bergfilmen“, die spätestens seit Luis Trenker und Leni Riefenstahl zu einem eigenen Genre im Kino geworden sind. Die Dokumentation stellt die wichtigsten europäischen Filme und Filmemacher dieses Genres vor, die sich mit den großen Bergen der Alpen beschäftigen.

Seit über 100 Jahren führen Bergsteiger Kameras mit im Gepäck, halten schwierigste Aufstiege und Seilschaften auf Zelluloid fest, aber auch die Schönheit und Faszination der Bergwelt. Für das deutschsprachige Publikum ist der „Bergfilm“ bereits seit den 20er und 30er Jahren ein beliebtes Genre im Kino geworden. Luis Trenker und Leni Riefenstahl sind bis heute Namen, die untrennbar mit diesem Thema verbunden sind, und Filme wie „Berge in Flammen“, „Das blaue Licht“ und „Der Berg ruft“ gelten als Klassiker.

Doch der Bergfilm ist auch im neuen Jahrtausend angekommen. Im Spätherbst 2008 hatte der Spielfilm „Nordwand“ des Opern- und Videoclip-Regisseurs Philipp Stölzl Premiere in den deutschen Kinos.

Filmemacher Hans-Jürgen Panitz präsentiert spektakuläres Archivmaterial von frühen Filmexpeditionen – z. B. aus dem Jahr 1901 am Matterhorn –, aber auch exklusive Aufnahmen von Willy Bogner, dem Ski-Kameramann der James-Bond-Filme, der mit seinen atemberaubenden Aufnahmen und Tricks Millionen Zuschauer begeisterte. Die Nouvelle Vague kommt in dieser Kategorie aus Frankreich: In den 50er Jahren drehen Gaston Rebuffat, Marcel Ichac und Lionel Terray als Avantgarde des französischen Bergfilms in neuer Leichtigkeit am Montblanc. Weitere Gesprächspartner sind die Filmemacher Gerhard Baur – preisgekrönt für „Der Weg ist das Ziel – Die Eigernordwandtragödie“ –, Lothar Brandler, Kurt Diemberger und Leo Dickinson. Vertreter der jüngeren Generation des Extremkletterns sind Catherine Destivelle sowie Alexander Huber, einer der Helden des 2007 entstandenen Films „Am Limit“ von Pepe Danquart, in dem zwei Brüder versuchen, neue Rekorde im Steilwand-Speedklettern aufzustellen.

Von: ©mk

Bezirk: Bozen