Kyrgios überraschend gegen Djokovic siegreich

Djokovic erneut von Kyrgios entzaubert, Federer überzeugend

Donnerstag, 16. März 2017 | 13:56 Uhr

Die Tennis-Welt wird beim Masters-1000-Turnier in Indian Wells durcheinandergewirbelt. Aus den Top acht der Setzliste erreichten nur Stan Wawrinka (SUI-3), Kei Nishikori (JPN-4) und Dominic Thiem (AUT-8) das Viertelfinale. Am Mittwoch (Ortszeit) erwischte es vor allem Novak Djokovic (SRB-2), nachdem Andy Murray (GBR-1) schon in Runde eins ausgeschieden war. Beider Saisonen sind sehr durchwachsen.

Das Duo wird auch nächste Woche recht souverän die ersten beiden Weltranglistenplätze belegen, doch ihre vergangener Jahre Dominanz bröckelt. Nicht nur, dass sie bei den Australian Open mit den Finalisten Federer und Rafael Nadal (ESP) sozusagen durch Ihresgleichen überflügelt wurden, verlieren sie immer öfter gegen klar jüngere Konkurrenz. So nun auch in der kalifornischen Wüste.

Djokovic unterlag im Achtelfinale zum zweiten Mal in Folge Nick Kyrgios, der Australier besiegte den 29-Jährigen 6:4,7:6(3). Schon vor knapp zwei Wochen im Acapulco-Viertelfinale hatte Kyrgios dem “Djoker” keinen Satz gelassen. Nun endete für Djokovic eine Serie von 20 in Indian Wells eingefahrenen Siegen en suite, nach 2008 und 2011 hatte er dreimal in Folge beim ersten 1000er-Turnier der Saison den Titel geholt.

Kyrgios diktierte das Geschehen über seinen Aufschlag, schlug 14 Asse und ließ keinen einzigen Breakball gegen sich zu. Nach 1:52 Stunden hatte er den Sieg in der Tasche. “Mein Lauf (in Indian Wells, Anm.) war beeindruckend, aber er musste mal zu Ende gehen”, sagte Djokovic. “Nick hat wieder so gut serviert. Ich habe es einfach nicht geschafft, genug seiner Aufschläge zurückzubekommen. Das war der Unterschied.”

Nach seinem Turniersieg Anfang Jänner in Doha hatte Djokovic bei den Australian Open in Runde zwei gegen den Usbeken Denis Istomin verloren, im “Race” wird er nächste Woche nur an der 18. Stelle stehen. Murray steht zwar rund zehn Plätze weiter oben, doch der Schotte erlitt nach seinem Achtelfinal-Out in Melbourne mit seiner Auftakt-Niederlage in Indian Wells auch schon seinen heuer zweiten großen Dämpfer.

Da schlagen die zwei anderen aus den “Big Four” aus der Reihe. Federer und Nadal trafen im Achtelfinale von Indian Wells zum heuer zweiten Mal nach dem Australian-Open-Endspiel aufeinander, und wieder gewann Federer – mit 6:2,6:3 sogar äußerst beeindruckend. “Es ist großartig zu sehen, wie ich derzeit spiele. Das habe ich nicht erwartet, weil ich bereits in Dubai müde war”, sagte der 35-jährige Federer.

Nadal anerkannte die Leistung seines ewigen Rivalen: “In Australien war es ein enges Match, da hätte ich gewinnen können. Heute nicht, es war unmöglich”, meinte der Iberer. Im Head-to-Head liegt er 23:13 voran, die jüngsten drei Vergleiche gingen aber an Federer. Der trifft auf dem Weg zu seinem fünften Titel in Indian Wells auf den 21-jährigen Kyrgios. Im bisher einzigen Duell unterlag er dem Youngster 2015 in Madrid.

Für das zweite Viertelfinale der unteren Tableau-Hälfte qualifizierten sich Jack Sock (USA-17) und Nishikori. Ganz oben im Raster wiederum kam es am (heutigen) Donnerstag zu einer für diese Stelle unerwartete Neuauflage des Sao-Paulo-Halbfinales von Anfang März zwischen Pablo Cuevas (URU-27) und Pablo Carreno Busta (ESP-21). Der Sieger dieses Matches spielt gegen Thiem oder Wawrinka um den Finaleinzug.

Das erste Halbfinale im Damen-Turnieren bestreiten Swetlana Kusnezowa (8) und Karolina Pliskova (3). Kusnezowa besiegte in einem russischen Duell Anastasia Pawljutschenkowa (19) 6:3,6:2, die Tschechin Pliskova gewann ihr Viertelfinale gegen die Spanierin Garbine Muguruza (7) 7:6(2),7:6(5). Die weiteren Halbfinalistinnen wurden im Donnerstag-Programm ermittelt.

Von: APA/dpa