Djokovic verurteilt Wimbledon-Ausschluss von Medwedew und Co.

Djokovic nennt Wimbledon-Aus für russische Profis “verrückt”

Donnerstag, 21. April 2022 | 15:30 Uhr

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat den Ausschluss von Tennisprofis aus Russland und Belarus vom diesjährigen Turnier in Wimbledon heftig kritisiert. Nach seinem Auftaktsieg bei seinem Heim-Turnier in Belgrad nannte der Serbe die Entscheidung am Mittwochabend “verrückt”. Tennisprofis oder Athletinnen und Athleten allgemein hätten mit dem Krieg nichts zu tun, meinte Djokovic.

“Wenn sich die Politik in den Sport einmischt, ist das Ergebnis nicht gut”, sagte der sechsfache Wimbledonsieger. Der 34-Jährige erinnerte angesichts der Kriege im Balkan daran, dass er selbst ein Kriegskind sei. Er sei der Erste, der Kriege verurteile, betonte Djokovic auch mit Blick auf das Leid der Zivilbevölkerung.

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine hatten die Wimbledon-Organisatoren am Mittwoch verkündet, dass Profis aus Russland und Belarus bei dem Rasen-Klassiker vom 27. Juni bis zum 10. Juli nicht dabei sein dürfen. Betroffen davon sind unter anderen der Weltranglisten-Zweite Daniil Medwedew aus Russland und sein Landsmann Andrej Rublew (ATP-8.), Karen Chatschanow (RUS/30.) und Aslan Karazew (RUS/30.) sowie bei den Frauen die Weltranglisten-Vierte Aryna Sabalenka aus Belarus, deren Landsfrau Victoria Asarenka (18.) und Anastasia Pawljutschenkowa (RUS/15.). Aktuell würden aus den Top 50 fünf Männer bzw. acht Frauen in Wimbledon fehlen. Die Organisatoren räumten ein, es sei hart für die Betroffenen, dass sie unter den Handlungen der russischen Führung leiden müssten.

“Wir wollen sie nicht komplett ausgeschlossen haben”, sagte die ukrainische Spitzenspielerin Jelena Switolina am Donnerstag der BBC. “Wenn Spieler nicht ihre Stimme erheben gegen die russische Regierung, dann ist es das Richtige, sie auszuschließen.” Wie andere ukrainische Spieler hatte die pausierende 27-Jährige zuvor die Organisationen WTA und ATP zu einer Aufforderung an die russischen und belarussischen Spieler aufgerufen, sich klar zu positionieren.

Wimbledon ist das erste Tennis-Event, das diesen Schritt geht. Kritik daran gab es auch von den beiden Profi-Organisationen ATP und WTA. “Die WTA hat immer wieder betont, dass einzelne Sportlerinnen und Sportler nicht aufgrund ihrer Herkunft oder aufgrund von Entscheidungen der Regierungen ihrer Länder bestraft oder an der Teilnahme gehindert werden dürfen”, hieß es in einer Stellungnahme der Damen-Organisation. Die WTA werde Schritte und mögliche Maßnahmen gegen diese Entscheidung prüfen. Die ATP teilte mit, es sei unfair, Spieler wegen ihrer Nationalität zu diskriminieren und stelle einen Bruch der Regel dar, dass die Teilnahme an dem Grand-Slam-Turnier alleine vom ATP-Ranking abhängig sei.

Russland kritisierte die Entscheidung in Wimbledon scharf. “Ein weiteres Mal werden Sportler zu Geiseln irgendwelcher politischer Befangenheiten, politischer Intrigen, feindlicher Handlungen gegen unser Land gemacht. Das ist nicht hinnehmbar”, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Zahlreiche andere Sportarten haben Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus bereits in den vergangenen Wochen von ihren Veranstaltungen ausgeschlossen.

Von: APA/dpa

Kommentare

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16 Kommentare auf "Djokovic nennt Wimbledon-Aus für russische Profis “verrückt”"


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brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Verrückt finde ich eher dass sich dieser Herr nicht öffentlich gegen den Angriffs- und Vernichtungskrieg seines Präsidenten und seiner russischen Landsleute stellt..

Doolin
Doolin
Kinig
1 Monat 6 Tage

…von Djokovich haben wir seit der Australienfarce auch genug…Jesus braucht es auch nicht auf dem Tennisplatz…
😆

GTH
GTH
Tratscher
1 Monat 6 Tage

seit wenn isch er a russe 🙈

OH
OH
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@Doolin Jesus könnte auch nicht Tennis spielen !!!

shanti
shanti
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Der muss auch überall seinen Senf dazugeben..

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 6 Tage

Als bekennender, nein , überführter Impfgegner für Russland bzw. Putin zu sein, ist jetzt nicht wirklich ne Überraschung. Diese Leute ticken in allen Bereichen des Lebens nicht so ganz wie normale Uhren ticken!
Man nennt es verzerrte Wahrnehmung, manche sind empfänglicher als andere!
Sagte Psychologin gestern ZDF INFO in einer Doku über Verschwörungstheorien.

@
@
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Djokovic hat Recht.Es war z.B. Rublev, der bereits Kriegsbeginn nach seinen Finalsieg in Dubai auf eine Lamera schrieb „No war please“ – „Bitte keinen Krieg“. Damit positioniert sich der Tennisprofi gegen den Krieg in der Ukraine, und stellte sich klar gegen den russischen Präsident Wladimir Putin, der den Krieg befohlen hatte. Und dieser faire Sportler soll jetzt dafür bestraft werden. Das ist Sippenhaft

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

Auch er gehörte nach seinem Skandal in Australien ausgeschlossen. Und zwar für mindestens sieben Jahre.

perigord
perigord
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Es geht nur so ! Ob es gerecht oder ungerecht ist , ist nicht fie Frage

Privatmeinung
Privatmeinung
Superredner
1 Monat 6 Tage

Wo er Recht hat, hat er Recht. Was können die Sportler dafür?
Sportler ausschließen, aber in China Olympiade machen, wo die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, das ist OK. 
Wer nimmt sich solche Rechte heraus, für solche Entscheidungen, die sollten selbst vor der eigenen Haustür kehren.

pfaelzerwald
1 Monat 6 Tage

Auch diesen Herrn ausschließen! 

PuggaNagga
1 Monat 6 Tage

Er hat irgendwie recht.
Nur weil einer zufällig Russe ist kann man ihn doch nicht diskriminieren. Man weiß doch nicht wie er zum Krieg steht.
Natürlich darf man dem land keine Internationale Bühne geben.
Eine Möglichkeit wäre die Sportler als Staatenlos oder Neutral zu kennzeichnen.

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 6 Tage

“politische Befangenheiten, politischer Intrigen, feindlicher Handlungen” genau diese Worte kommen von Vergewaltigern Mördern und Nationalisten. Sie sollen spüren das die Welt nur gemeinsam funktioniert. Ich finde das richtig denn was ist das alles gegen das ganze Leid was man Frauen Kindern und Männern antut.

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Tratscher
1 Monat 6 Tage

Könnten ja die Staatsbürgerschaft wechseln. Das wäre ein wirklich starkes Signal!

Zugspitze947
1 Monat 5 Tage

drum solltge dieser TYP auch nicht starten dürfen sondern zum Kriegsverbrecher PUTIN ausgewiesen werden 😡👌

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 5 Tage

Man kann den Russen nicht signalisieren es geht alles weiter wie es war. Andererseits schaltet der staatliche Fernseher sowieso aus, wenn jemand das Wort Krieg erwähnt. Somit würde es nichts nützen wenn Russen zugelassen würden. Sie könnten die Stimme gar nicht erheben. Ich würde alle spielen lassen mit einer Armbinde no war!

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