Zwei Favoritensiegen bei der 18. Ausgabe des Südtirol Drei Zinnen Alpine Runs

Dlugosz und Confortola gewinnen Drei Zinnen Alpine Run

Samstag, 12. September 2015 | 19:10 Uhr

Sexten – Mit zwei Favoritensiegen ist am Samstag die 18. Ausgabe des Südtirol Drei Zinnen Alpine Runs zu Ende gegangen. Bei den Männern setzte sich der polnische Berglaufspezialist Andrzej Dlugosz durch. Die ehemalige Spitzenlangläuferin und nunmehrige Top-Bergläuferin Antonella Confortola hatte bei den Damen die Nase vorn und schnappte Lokalmatadorin Agnes Tschurtschenthaler (Sexten) den Sieg auf den letzten Metern weg.

Einmal mehr bei Kaiserwetter, nämlich strahlendem Sonnenschein und fast wolkenlosem Himmel, wurde am Samstag um 10.00 Uhr in Sexten einer der schönsten Bergläufe der Welt mit insgesamt 1.000 Teilnehmern gestartet. Bei den Männern setzte sich auf den ersten Kilometern eine sechsköpfige Spitzengruppe ab, in der Andrzej Dlugosz aus Polen, der Trentiner Cesare Maestri, Filippo Barizza aus dem Veneto, der Meraner Gerd Frick, Hannes Perkmann aus dem Sarntal und Andrea Debiasi (Trentino) mitmischten. Das Sextett war bei der Talschlusshütte nach rund acht Kilometern noch relativ kompakt beisammen.

Auf dem Teilstück zur Zsigmondyhütte lief Dlugosz dann einen Vorsprung von zirka einer Minute auf Maestri und Perkmann heraus. Diesen Vorsprung hielt der 37-Jährige aus Rytro bis zum Ziel bei der Drei Zinnen Hütte, das Dlugosz nach 1:31.01 Stunden als erster erreichte. Dlugosz nahm zum dritten Mal am Südtirol Drei Zinnen Alpine Run teil und konnte den Berglauf nun erstmals gewinnen.

Zwei Jungspunde auf dem Podium

Den zweiten Platz belegte Cesare Maestri (Atletica Valli Bergamasche Leffe). Der 22-Jährige aus Bolbeno, der Mitglied der italienischen Berglauf-Nationalmannschaft ist und 2014 an der WM teilnahm, benötigte für die 17,5 Kilometer mit 1.350 Höhenmetern 1:32.02 Stunden. Das Podium komplettierte Hannes Perkmann (Sportler Team), wie Maestri ein Jahrgang 1993. Der beste Südtiroler Teilnehmer überquerte die Ziellinie nach 1:33.15 Stunden und war damit 38 Sekunden schneller als sein Sarner Landsmann Martin Stofner (ASC Sarntal), der Vierter wurde. Filippo Barizza landete auf dem fünften Platz. Der 34-Jährige aus Mirano hat an allen bisherigen 18 Ausgaben des Südtirol Drei Zinnen Alpine Runs teilgenommen. Gerd Frick musste sich mit dem siebten Rang zufrieden geben.

Confortola und Tschurtschenthaler kommen zu Sturz

Bei den Damen kündigte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Antonella Confortola und Agnes Tschurtschenthaler an. Zunächst sah es so aus, als ob die 33-jährige Sextnerin ihr Heimrennen gewinnen könnte. Vor allem der flache Anfangsteil der Strecke kam den Charakteristiken der Pustererin entgegen. Aber auch auf den Anstiegen konnte sie einen Vorsprung von rund einer Minute gegenüber Confortola halten, den sie zwischen der Talschlusshütte und der Zsigmondyhütte herausgeholt hatte.

Auf dem Anstieg zur Büllelejochhütte konnte Confortola aufholen und Tschurtschenthaler beim darauffolgenden Abstieg überholen, weil die Südtirolerin nach einer Unachtsamkeit zu Sturz kam. Aber auch die 39-jährige Fleimstalerin kam nicht um einen Sturz umhin, der sie jedoch nicht vom dritten Triumph beim Südtirol Drei Zinnen Alpine Run abhalten konnte. Antonella Confortola setzte sich in 1:48.06 Stunden durch, Tschurtschenthaler wurde mit 56 Sekunden Rückstand Zweite, musste im Anschluss an das Rennen aber mit einer Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden.

Den dritten Platz belegte Elena Casaro aus Toblach, die mit einer Zeit von 1:56.12 Stunden Edeltraud Thaler im Kampf um das Podest das Nachsehen gab. Die 50-jährige Lananerin war 26 Sekunden langsamer, als die vier Jahre jüngere Pustererin. Den fünften Platz im Klassement nahm die Österreicherin Sibylle Schild ein, die in 1:58.47 Stunden ebenfalls unter der Zwei-Stunden-Marke blieb.

Am Sonntag der Mini Drei Zinnen Alpine Run

Insgesamt erreichten fast 1000 Finisher das Ziel, darunter auch der ehemalige Top-Skirennläufer Marco Buechel aus Liechtenstein, der Red-Bull-X-Alps-Teilnehmer Pascal Purin aus Österreich oder der deutsche Ruder-Olympiasieger Tim Grohmann. Der Südtirol Drei Zinnen Alpine Run war seit Anfang September mit 1000 Teilnehmern ausverkauft, in den vergangenen Tagen waren bei der Rennleitung noch knapp 500 weitere Startanfragen eingetroffen, die jedoch aus logistischen Gründen nicht mehr angenommen wurden.

Mit dem Mini Drei Zinnen Alpine Run am Sonntagvormittag wird das dreitägige Laufspektakel in Sexten abgeschlossen. Ab 10 Uhr werden Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren an die Faszination Berglauf herangeführt.

Sexten – Das sagen die Protagonisten der 18. Ausgabe des Südtirol Drei Zinnen Alpine Runs:

Andrzej Dlugosz, Sieger: Meine Form ist derzeit sehr gut. Ich habe mich in der vergangenen Woche hier in Südtirol auf über 2000 Metern auf das Rennen vorbereitet. Auf den letzten Kilometern habe ich versucht den Vorsprung auf meine Konkurrenten zu halten. Das habe ich geschafft und ein Sieg ist natürlich immer etwas Wunderschönes – vor allem bei so einer Kulisse und so einem Wetter.

Cesare Maestri, Zweiter: Ich wollte bereits vergangenes Jahr hier starten, wurde dann aber zur WM einberufen. Heuer hat es geklappt und das Rennen hat mir sehr gut gefallen. Auf dem letzten Anstieg bekam ich zwar Krämpfe, aber ich habe mich danach ins Ziel gekämpft. Die Strecke ist sehr schwierig. Vor dem Start habe ich schon mit einem Platz auf dem Podium spekuliert. Deshalb bin ich sehr froh über Rang zwei.

Hannes Perkmann, Dritter: Nie und nimmer hätte ich damit gerechnet, dass ich es hier auf das Podium schaffen kann. Deshalb ist der dritte Platz für mich wie ein Sieg. Der Anfangsteil ist sehr flach und nichts für mich. Dort habe ich versucht, dran zu bleiben. Im Anstieg, wenn es steil wird, fühle ich mich hingegen sehr wohl und dort konnte ich bis auf Rang drei vorstoßen. Diesen dritten Platz habe ich bis ins Ziel verteidigt.

Antonella Confortola, Siegerin: Es ist immer wieder schön hierher zu kommen. Ich wusste, dass Agnes sehr stark ist, vor allem am Anfang im flachen Teil. Ich habe es deshalb langsam angehen lassen, bin ihr aber auf den Fersen geblieben. Beim Abstieg bin ich an ihr vorbei. Wir tun uns bergab beide schwer, sind auch beide gestürzt, deshalb hat heute jene Läuferin gewonnen, die es im Abstieg weniger schlecht gemacht hat.

Agnes Tschurtschenthaler, Zweite: Das war heute ein sehr hartes Rennen. Ich bin mit dem zweiten Platz zufrieden. Beim Abstieg war ich ein wenig ungeschickt, bin über einen Stein gestolpert und im Sand gelandet. Vielleicht hätte ich ohne Sturz um den Sieg mitkämpfen können. Aber ich habe gegen eine super Athletin verloren und deshalb bin ich auch mit Rang zwei zufrieden.

Elena Casaro, Dritte: Ich habe mir das Rennen heute sehr gut eingeteilt und einfach versucht, mein Tempo zu gehen. Mit Edeltraud Thaler habe ich mir einen tollen Kampf um den dritten Platz geliefert. Dass es für das Podium gereicht hat, macht mich sehr glücklich.

Gottfried Hofer, OK-Chef: Ein toller Renntag im Dolomiten UNESCO Welterbe ist wieder Geschichte. Komplimente an alle Finisher, denn jeder der das Ziel erreicht hat, kann stolz sein auf das Geleistete. Als OK-Chef schade finde ich es, dass wir aufgrund der Bestimmungen des Naturparks nur 1000 Teilnehmer starten lassen dürfen, obwohl wir 1500 Anfragen hätten. Aber vielleicht finden wir künftig einen Konsens, der alle Beteiligten zufrieden stellt. Danken möchte ich abschließend von Herzen allen freiwilligen Helfern und natürlich auch unseren Sponsoren. Ohne die breite Unterstützung, sei es durch die Helfer, sei es durch unsere Förderer, könnten wir dieses Event nicht durchführen.

Weitere Informationen zum Südtirol Drei Zinnen Alpine Run:

www.dreizinnenlauf.com

Die Facebookseite des Südtirol Drei Zinnen Alpine Run:

https://www.facebook.com/AlpineRun

Von: ©mh/ka