Russische Athleten müssen von den Paralympics abreisen

Doch keine Sportler aus Russland und Belarus bei Paralympics

Donnerstag, 03. März 2022 | 12:01 Uhr

Sportler aus Russland und Belarus dürfen wegen des Ukraine-Krieges nun doch nicht an den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics in Peking teilnehmen. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Donnerstag bekannt und revidierte damit seine Entscheidung vom Vortag. Mehrere Verbände, Teams und Athleten hätten mit einem Boykott der Spiele gedroht, was die “Durchführbarkeit der Paralympischen Winterspiele” gefährdet hätte.

Auch die Situation in den Athletendörfern eskaliere, wodurch laut IPC-Angaben auch die Sicherheit der Athleten in den Fokus rücke. Noch am Mittwoch hatte das IPC auf einer Sitzung entschieden, dass Sportler aus Russland und Belarus als neutrale Athleten und unter der paralympischen Flagge teilnehmen dürfen. Dies hatte in der Sportwelt große Empörung ausgelöst.

Der weltweite Druck hat die Verantwortlichen nun offenbar umdenken lassen. “Wir beim IPC sind fest davon überzeugt, dass Sport und Politik nicht vermischt werden sollten. Doch ohne eigenes Verschulden ist der Krieg nun zu diesen Spielen gekommen, und hinter den Kulissen nehmen viele Regierungen Einfluss auf unser geschätztes Ereignis”, wurde IPC-Chef Andrew Parsons in der Mitteilung zitiert.

Das Österreichische Paralympische Komitee steht hinter der IPC-Entscheidung. “Wir unterstützen die Entscheidung des IPC vollumfänglich. In der aktuellen Situation ist der Ausschluss der russischen und belarussischen Athletinnen und Athleten die schärfste Sanktion, die das IPC treffen kann. Die olympische und paralympische ‘Waffenruhe’ wurde von Russland gebrochen, ein Ausschluss ist daher folgerichtig”, hieß es in der Stellungnahme von ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat und ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber. Gemeinsam mit dem Paralympischen Komitee Deutschland habe das ÖPC schon vor der Entscheidung ein entsprechendes Schreiben an das IPC geschickt und seine Position klar gemacht.

Das Russische Paralympische Komitee teilte indes mit, es behalte sich das Recht vor, die Entscheidung beim Internationalen Sportgerichtshof CAS anzufechten. Der Beschluss sei “unvernünftig” und widerspreche den Grundprinzipien des unpolitischen Charakters der paralympischen Familie, zitierten russische Agenturen aus einer Mitteilung. Kremlsprecher Dmitri Peskow kritisierte den Ausschluss als “katastrophal. Das ist eine Schande für das Internationale Paralympische Komitee.”

In der Ukraine wurde die Entscheidung mit Wohlwollen aufgenommen. “Eine faire Entscheidung, eine Entscheidung gegen ein Land, das diesen Krieg begonnen hat”, sagte Walerij Suschkewytsch, der Präsident des nationalen Paralympischen Komitees, auf einer Pressekonferenz. Russland müsse nun die Spiele so schnell wie möglich verlassen.

In den vergangenen Tagen hatten sich weltweit Sportverbände solidarisch gezeigt und russische Sportler und Vereine aus Protest gegen den Einmarsch in der Ukraine ausgeschlossen. Damit setzten sie auch eine Empfehlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) um. IOC-Chef Thomas Bach hatte das IPC am Mittwoch allerdings trotz der umstrittenen, ursprünglichen Entscheidung verteidigt.

Bach verwies darauf, das IPC habe sich an den zweiten Punkt der Empfehlungen des IOC vom Montag gehalten. Die Spitze des IOC hatte darin den internationalen Verbänden geraten, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus als neutrale Teilnehmer starten zu lassen, wenn ein Ausschluss zeitlich oder juristisch nicht mehr möglich sei. Parsons musste nun eingestehen: “Klar ist jedoch, dass uns die schnell eskalierende Situation so kurz vor Beginn der Spiele in eine einzigartige und unmögliche Position gebracht hat.”

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare
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Look_at_Yourself
Look_at_Yourself
Superredner
2 Monate 23 Tage

Das tut mir jetzt aufrichtig leid für diese Sportler, die über Jahre hart trainiert haben und nun entteuscht sind.
Aber sie können sich gerne bei Putin bedanken.

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 23 Tage

…Sportler dürfen einem schon leid tun, doch sollen auch sie ruhig spüren, dass sie ein Land vertreten, welches als Kriegsverbrecher die Menschenrechte mit Füssen tritt, und von der Staatengemeinde verachtet wird, weshalb sie keinen Platz in sportlich fairen Wettkämpfen bekommen dürfen…

Neumi
Neumi
Kinig
2 Monate 23 Tage

Sinn und Zweck ist, dass sich diese Menschen dann zu Hause in Russland dann Gehör verschaffen, bzw. dass ihren Fans zu Hause klar wird, dass die Invasion durch Russland im Ausland nicht ignoriert wird. Niemand kann so tun, als wäre das, was da passiert, in Ordnung. auch nicht Sportler, die im Namen eines Landes antreten.

Anders verhält es sich bei Sportlern AUS Russland, die bei ausländischen Mannschaften Verträge haben oder anderen russischen Staatsbürgern im Ausland.

So was wie das Zusammentreiben der in den USA ansässigen Japaner im WK2 wird es nicht geben.

Pasta Madre
Pasta Madre
Grünschnabel
2 Monate 23 Tage

Schade.
Olimpia soll von Politik getrennt werden.
Mir tun die Rusischen und Bellarusischen Sportler leid.
ABER Putin hat die Waffenruhe vor und nach den Oplimpischen Spielen auch nicht eingehalten.
Putin wird so oder so der große Verlierer sein.

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 23 Tage

Pasta Madre
Ah die Sportler tien dir leid, na geh wie traurig 🤮
Mir tien die Menschen, jo klone Kinder und Babys werdn grod im Moment vo de Ungeheuer in der Ukraine abgeschlachtet!

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 23 Tage

Pasta Madre
Scham di 😡

Dagobert
Dagobert
Kinig
2 Monate 23 Tage

Eine sehr sehr gute Entscheidung👍

Ueberetscher
Ueberetscher
Tratscher
2 Monate 23 Tage

Die sportler kennen nix dorfir, sie vortreten ihmene Sportort und net in Putin bei Olympia, wo bleib do dor Olympische Geist

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 23 Tage

…die Athleten vertreten auch ihr Land…

Tanne
Tanne
Universalgelehrter
2 Monate 22 Tage

©Ueberetscher Sportler können Flagge zeigen, und kein Normaler Mensch will und möchte in dieser Zeit eine Russische sehen.

Offline1
Offline1
Kinig
2 Monate 23 Tage

Warum benötigen solche internationalen Organisationen, die üblicherweise ja von wichtigen “Koryphäen” geleitet werden, immer erst den Aufschrei der “kleinen Leute auf der Straße”, bis sie ihre ÜBERFÄLLIGEN Entscheidungen treffen ?

Doolin
Doolin
Kinig
2 Monate 23 Tage

…weil sie Hosenscheisser sind (zum Unterschied zur ukrainischen Zivilbevölkerung)…

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 23 Tage

@Doolin Beruhigt dich mal, du drehst am Rad und mit deinen Äusserungen änderst du die Welt da draussen auch nicht!

Zugspitze947
2 Monate 23 Tage

Das ist absolt RICHTIG so ! Keinerlei Sportteilnahmen dieser Beiden Länder darf mindestens es die nächsten 5 Jahre geben !👌😝

saltner
saltner
Grünschnabel
2 Monate 23 Tage

Zerst schun behindert und jetzt des! 🙉😋

Najo, des isch zwor bedauerlich, ober letztlich nix verglichen drmit aus sein Lond fliehen zu miasn oder gor umzukemen.

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 23 Tage

Nun, Tennis wird noch gespielt. Ah… Ist ja der weisse Sport, so schön sauber..!

Staenkerer
2 Monate 23 Tage

a olimpiateilnehmer isch sicher in de zeitn mehr a rapresentant seines landes zu sechn als als sportler, deswegn find i de entscheidung guat do sich der prozest jo ans londes richtet des er vertreter, man will damit jo deutlich aufzeign das man mit den lond nix zu tien hobn will, nit das man gegen den sport als solchen oder den sportler als mensch oblehnt! je mehr russn de oblehnung und obgrenzung zu spürn kriegn desto größer de chance das sie sich gegen putin und seinen wahn richten!

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