Dichter Schneefall im Osten Nordtirols

Domratschewa Sprint-Siegerin in Hochfilzen – Hauser 29.

Freitag, 08. Dezember 2017 | 17:03 Uhr

Die österreichischen Biathleten haben beim Weltcup in Hochfilzen am Freitag die Top-Ten-Plätze verpasst, doch ein heimischer Coach durfte jubeln. Darja Domratschewa, die im Olympiawinter wieder von Alfred Eder betreut wird, feierte im Sprint ihren ersten Erfolg seit fast drei Jahren. Die Tirolerin Lisa Theresa Hauser wurde bei dichtem Schneefall nach zwei Strafrunden nur 29.

Die Weißrussin Domratschewa, Ehefrau des norwegischen Superstars Ole Einar Björndalen und seit Oktober 2016 Mutter der gemeinsamen Tochter Xennia, schloss in der zweiten Phase der Zusammenarbeit mit dem sechsfachen Olympia-Teilnehmer Eder gleich an frühere Erfolge an. In der Saison 2014/15 hatte sie unter dem Saalfeldener Coach den Gesamt-Weltcup geholt und neun Rennen gewonnen.

Nach der Wiederaufnahme der Zusammenarbeit im Sommer trainierten die Weißrussinnen zwei Monate in Hochfilzen, und Domratschewa nützte nun den “Heimvorteil”. “Es ist eine besondere Freude, nach so langer Zeit wieder zu gewinnen. Es war eine große Herausforderung bei diesen Bedingungen”, sagte die 31-Jährige nach dem Erfolg dank fehlerfreien Schießens mit 22,1 Sekunden Vorsprung auf die slowakische Olympiasiegerin Anastasiya Kuzmina (1 Fehler) und 30,6 auf die Südtirolerin Dorothea Wierer (1).

Auch vor dem Saisonhöhepunkt, den Winterspielen in Südkorea, wird Domratschewa nach Hochfilzen kommen. “Wir absolvieren hier gleich nach Weihnachten wieder einen Kurs”, kündigte Eder an, der sich nach dem vierten Rennen still über den zweiten Saisonerfolg der Weißrussinnen nach Nadeschda Skardino freute.

“Ich glaube, dass ich mich bis Februar noch steigern kann”, sagte Domratschewa. Der Coach spiele eine wichtige Rolle, erklärte die dreifache Olympiasiegerin von Sotschi 2014 gegenüber der APA. “Alfred Eder sorgt immer für eine positive Stimmung, und mit seiner großen Erfahrung kann er uns sehr viel helfen.”

Hauser, die außerhalb der ÖSV-Trainingsgruppe von Sandra Flunger und ebenfalls von Eder betreut wird, ist stets für fehlerfreies Schießen gut. Doch am Freitag unterlief der Tirolerin liegend und stehend je ein Fehler. “Ärgerlich, dass ich eins, eins geschossen habe, es wäre einiges drinnen gewesen”, meinte die 23-Jährige nach dem 29. Platz.

Immerhin gelang ihr bei schwierigen Bedingungen eine gute Laufzeit. Nur eine halbe Minute trennt sie vor der Verfolgung am Samstag (14.45 Uhr) von der deutschen Fünffach-Weltmeisterin Laura Dahlmeier, die bei ihrem Saisoneinstieg nach einer Erkältung 16. wurde (+1:10 Min./2 Fehler). Die zweifache Siegerin vom Auftakt in Östersund, die Deutsche Denise Herrmann, landete nach vier Fehlschüssen unmittelbar vor Hauser. “Das wird mit den knappen Abständen ein richtig cooler Fight”, sagte die Kitzbühelerin.

Aus dem ÖSV-Quartett gelang außer Hauser nur noch deren Trainingspartnerin Dunja Zdouc als 55. (+2:32/keine Strafrunde) die Qualifikation für die Verfolgung.

Von: apa