Anwalt hatte Einladung nicht erhalten

Dopingfall Schwazer: Prozess gegen Funktionäre vertagt

Dienstag, 14. Juli 2015 | 13:51 Uhr

Bozen – Der Prozess gegen zwei Sportärzte und eine Sportfunktionärin im Zusammenhang mit dem Dopingfall Alex Schwazer wurde vertagt.

Weil ein Anwalt der Verteidigung die Einladung zum Prozesstag nicht erhalten hatte, wurde der Prozess auf den 25. November verschoben.

Schwazer selbst soll bekanntlich als Kronzeuge aussagen. Den Funktionären wird Mitwisserschaft zur Last gelegt.

WAS BISHER BERICHTET WURDE (14.7.2015)

Der Dopingfall rund um Alex Schwazer weitet sich aus. Medienberichten zufolge wird jetzt auch Anklage gegen Ärzte und Sportfunktionäre erhoben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Betroffenen Mitwisser waren und sich deshalb der Beihilfe schuldig gemacht haben.

Alex Schwazer soll deshalb nun auch als Zeuge aussagen. Aufgrund seiner detaillierten Angaben und einiger E-Mails werden konkret drei Ärzte und Funktionäre des Leichtathletikverbandes verdächtigt, vom Doping gewusst zu haben.

Der Prozess gegen Schwazer selbst wurde Ende Dezember mit einem gerichtlichen Vergleich abgeschlossen, wobei der Geher aus Kalch zu acht Monaten Haft wegen Sportbetrugs verurteilt wurde.

Der Prozess gegen die Verdächtigten beginnt am heutigen Dienstag. Die Staatsanwaltschaft lädt neben Schwazer noch 34 weitere Personen als Zeugen vor.

Die Ermittlungen im Fall des Komplementärmediziners Christian Thuile wegen Beihilfe zum Sportbetrug sollen hingegen eingestellt werden, berichtet stol.it.

Bekanntlich geriet Thuile ins Visier der Fahnder wegen Konsultationen zur Anwendung eines Hypoxie-Zeltes zur Simulation eines Höhentrainings. In Italien verstößt dies gegen das Dopinggesetz, in Deutschland ist der Einsatz eines solchen Sauerstoffzeltes erlaubt.

Von: ©mk/lu

Bezirk: Bozen, Wipptal