Russe soll Meldonium genommen haben

Dopingverdacht gegen russischen Curler Kruschelnizki

Sonntag, 18. Februar 2018 | 13:14 Uhr

Der Olympia-Curler Alexander Kruschelnizki soll einem russischen Medienbericht zufolge unter Dopingverdacht stehen. Wie die Zeitung “Sport Express” am Sonntag meldete, seien in der A-Probe des russischen Bronzemedaillen-Gewinners im neuen Mixed-Wettbewerb Spuren der verbotenen Substanz Meldonium gefunden worden. “Ich weiß von nichts”, wurde Kruschelnizki von dem Blatt zitiert.

Auch Kruschelnizkis Trainer versicherte, er habe bisher keine Informationen über angeblich auffällige Test-Ergebnisse. Ein Sprecher der in Pyeongchang unter neutraler Flagge startenden “Olympischen Athleten aus Russland” (OAR) bestätigte dagegen der Nachrichtenagentur TASS, das IOC habe das OAR-Team über einen möglichen Dopingfall in Kenntnis gesetzt.

Der für Dopingfälle bei den Winterspielen von Pyeongchang zuständige Internationale Sportgerichtshof (CAS) erklärte nach Angaben des Branchendienstes “Insidethegames”, er sei bisher nicht vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) über einen Dopingfall informiert worden. Ein Sprecher des Curling-Weltverbands sagte: “Wir prüfen diese Sache.” Die B-Probe von Kruschelnizki soll laut “Sport Express” am Montag geöffnet werden.

Meldonium war zumindest bis 2014 besonders in Russland häufig unter den für Doping genutzten Mitteln. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte hohen Missbrauch der Substanz in verschiedenen Sportarten festgestellt und den Wirkstoff auf die seit 1. Jänner 2016 gültige Liste der verbotenen Substanzen gesetzt. Der bisher bekannteste Meldonium-Fall war jener der russischen Tennisspielerin Maria Scharapowa, die bei den Australian Open 2016 in Melbourne positiv getestet und mit einer 15-monatigen Dopingsperre sanktioniert worden war.

Wegen des Skandals um systematische Doping-Manipulationen bei den Winterspielen 2014 in Sotschi dürfen die russischen Athleten in Pyeongchang nur unter neutraler Flagge starten. Russland Nationales Olympisches Komitee ist vom IOC derzeit suspendiert. Vor der Schlussfeier soll über ein Ende der Sanktionen entschieden werden. Sollte Kruschelnizki als Dopingsünder überführt werden, wäre das ein herber Rückschlag für die russischen Bestrebungen.

Von: APA/dpa