Bei Bayern gegen Dortmund geht es um mehr als nur Prestige

Dortmund als Bayerns Härtetest vor CL-Schlager gegen Real

Freitag, 07. April 2017 | 14:41 Uhr

Für Bayern München ist es der letzte Härtetest vor dem Champions-League-Schlager gegen Real Madrid. Im Spitzenspiel der deutschen Fußball-Bundesliga am Samstag (18.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund geht es trotz des weiterhin klaren Vorsprungs des Tabellenführers auf seine ersten Verfolger um mehr als nur das Prestige. Beide Teams plagen Personalsorgen, die größeren hat Dortmund.

Zehn Punkte liegen die Bayern trotz der 0:1-Niederlage zuletzt beim Dritten Hoffenheim vor dem Tabellenzweiten RB Leipzig. Dortmund folgt mit 15 Punkten Rückstand einen Zähler hinter Hoffenheim auf Rang vier. Das erste Liga-Saisonduell mit dem Serienmeister aus München hatten die Dortmunder im November mit 1:0 für sich entschieden.

Beide Teams haben namhafte Ausfälle zu beklagen. Bei den Bayern werden Torhüter Manuel Neuer und Offensivstar Thomas Müller erst im Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse am Mittwoch gegen Real zurückkehren. Bei Dortmund fehlen weiterhin Marco Reus, Mario Götze oder Andre Schürrle. Auch Lukasz Piszczek, Julian Weigl und Shinji Kagawa sind äußerst fraglich. “Es bleibt sehr angespannt”, sagte Trainer Thomas Tuchel zur Personalsituation.

Dabei würden die Dortmunder Punkte benötigen, um im Rennen um einen der drei Champions-League-Fixplätze für die kommende Saison nicht ins Hintertreffen zu geraten. In den vergangenen beiden Auswärtsspielen holte der BVB nur einen Zähler. Die Hoffnungen ruhen auf Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang, der in den jüngsten sechs Ligaspielen acht Tore erzielt hat. Auf ihn wartet ein Duell mit Bayerns Torjäger Robert Lewandowski.

Tuchel geht davon aus, dass die Münchner trotz des bevorstehenden Real-Krachers mit ihrer besten Mannschaft antreten werden. “Wenn sie gegen Dortmund spielen, legen sie gern noch mal eine Schippe drauf”, meinte der BVB-Coach. “Sie wollen uns so hoch wie möglich schlagen, um ein Zeichen zu setzen. Aber wir trauen uns zu, 90 Minuten auf Augenhöhe zu sein.”

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti forderte Konzentration ein. “Dortmund ist eine der besten Mannschaften in Europa. Wir brauchen unsere beste Leistung, um zu gewinnen”, sagte der Italiener. David Alaba dürfte beginnen. Über die volle Distanz war der ÖFB-Star seit der Länderspiel-Pause noch nicht im Einsatz. “Es ist immer etwas Besonderes, gegen Dortmund zu spielen”, erklärte der 24-Jährige.

Etwas Besonderes steht auch Peter Stöger bevor. Der Wiener sitzt am Samstag (15.30 Uhr) im Derby gegen Borussia Mönchengladbach zum 130. Mal in Serie in einem Ligaspiel als Chefcoach auf der Betreuerbank des 1. FC Köln und stellt damit den Clubrekord von Trainer-Ikone Hennes Weisweiler ein.

Wichtiger ist dem seit 2013 in Köln tätigen Ex-Austria-Meistermacher aber die Tabellensituation. Köln hat sich auf Rang fünf vorgeschoben. “Wir wollen diesen Platz verteidigen”, betonte Stöger nach wochenlanger Zurückhaltung. “Wenn wir gewinnen, würde sich unsere Chance auf die internationalen Plätze vergrößern.”

Trainerkollege Ralph Hasenhüttl hat mit Leipzig noch höhere Ziele. Der Red-Bull-Club hat zu Hause gegen Bayer Leverkusen den nächsten Schritt in Richtung Champions-League-Einzug im Visier. “Wir haben die Möglichkeit, am Ende der Saison Geschichte zu schreiben, und wollen natürlich den Tabellenplatz halten”, sagte Hasenhüttl.

Auf Punkteverluste der Konkurrenten Hoffenheim (beim Hamburger SV) und Dortmund will sich der Steirer nicht verlassen. “Man wird nur da vorne bleiben, wenn man Spiele gewinnt”, meinte Hasenhüttl. “Wir können nicht darauf warten, dass die anderen Teams Spiele verlieren.” Auch nicht in München.

Von: APA/dpa