Wie wird das Podium bei der 104. Auflage aussehen?

Dreifach-Sieger Froome sieht sich vor “schwierigster Tour”

Dienstag, 27. Juni 2017 | 09:34 Uhr

Erstmals seit seinem Premierensieg 2013 nimmt Christopher Froome am Samstag eine Tour de France ohne Saisonerfolg in Angriff. Den späteren Formhöhepunkt hat der Brite im Hinblick auf ein mögliches Double mit der Vuelta bewusst geplant. Beunruhigt ist er keineswegs, doch nach den jüngsten Leistungen der Rivalen schob der dreifache Gewinner die Favoritenrolle seinem Ex-Teamkollegen Richie Porte zu.

Froome ist mit seiner Vorbereitung zufrieden (“Alles lief in die richtige Richtung”), er sah seinen Rückstand bei der Generalprobe, dem Dauphine-Criterium, eher in der Steigerung der Konkurrenz begründet. “Richie war dort im Klettern und im Zeitfahren der Beste, daher ist er für mich der Favorit für Juli”, sagte Froome gegenüber der Website “Cyclingnews”.

Das Sky-Team um den 32-jährigen Froome ist erneut enorm stark, doch der Star nannte zwei Gründe, warum ein weiterer Sieg immer schwieriger erreichbar wird: “Die Rivalen sind stärker als in vergangenen Jahren und zudem bringt die Streckenführung die bisher größte Herausforderung von all meinen Tour-Starts.” Dass in zwei Zeitfahren nur insgesamt 36,5 Kilometer zurückzulegen sind, kommt Froome nicht entgegen, zudem finden sich nur drei Bergankünfte im Etappenplan. “Heuer muss ich in den Bergen stärker sein als je zuvor”, weiß der Vorjahressieger.

Der Australier Porte aus dem BMC-Rennstall führt die Riege der Herausforderer an. Zu ihnen zählen auch der Kolumbianer Nairo Quintana, der bei den Erfolgen Froomes zweimal Zweiter und im Vorjahr Gesamt-Dritter war, und dessen spanischer Movistar-Kollege Alejandro Valverde. Weiters der Franzose Romain Bardet (Zweiter 2016), Ex-Vuelta-Gewinner Fabio Aru (Italien) und nicht zuletzt der vom Oberösterreicher Michael Gogl unterstützte Zweifach-Sieger Alberto Contador (Spanien).

Die Veranstalter haben auf kürzere Bergetappen mit steileren Anstiegen gesetzt – das könnte für Quintana sprechen. Der Kletterspezialist hat sich nach dem zweiten Platz im Giro d’Italia ohne Rennen in seiner Heimat Kolumbien vorbereitet. Dass er Froome schlagen kann, hat der 27-Jährige im Vorjahr bei der Vuelta a Espana bewiesen. Nun soll das erstmals auch im wichtigsten Rennen des Jahres gelingen.

Quintanas Teamchef Eusebio Unzue erwartet ein bis zuletzt offenes und nervöses Rennen. “Es wird sehr schwierig, Froome zu besiegen, denn er weiß, was man braucht, um die Tour zu gewinnen. Aber irgendwann wird seine Zeit vorüber sein und dafür kämpfen wir.”

Beim Tour-Auftakt in Düsseldorf (Zeitfahren am Samstag, Etappenstart am Sonntag), den sich die Stadt am Rhein nach Medienberichten 13 Millionen Euro kosten ließ, werden an den ersten zwei Tagen rund 700.000 Zuschauer erwartet. Anschließend führt die “große Schleife” nach Belgien und Luxemburg, ehe die 198 Teilnehmer der 22 Teams der Reihe nach fünf Bergmassive unter die Räder nehmen – Vogesen (Bergankunft 5. Etappe), Jura, Zentralmassiv, Pyrenäen und Alpen (mit Galibier/17. Etappe und Bergankunft auf den Izoard-Pass/18.).

Drei Österreicher freuen sich über die Nominierung für die “Tour der Leiden”. Bernhard Eisel macht das Dutzend an Teilnahmen voll, er soll das Team Dimension Data führen und Sprint-Star Mark Cavendish helfen, seine Zahl von 30 Etappensiegen auszubauen. Wie dem 36-jährigen Steirer und dem Debütanten Gogl ist auch dem Kärntner Marco Haller eine Helferrolle zugedacht. Der 26-Jährige unterstützt – gerade rechtzeitig nach einem Schlüsselbeinbruch in Form gekommen – auch bei seiner dritten Teilnahme vor allem den Norweger Alexander Kristoff.

Von: apa

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