Zverev gratulierte seinem Landsmann artig

Drittrunden-Aus für Zverev und Kerber bei US Open

Sonntag, 02. September 2018 | 07:44 Uhr

Die junge Spielergeneration hat am sechsten Tag der US Open im Herren-Turnier einen Rückschlag erlitten. Der als Nummer 4 gesetzte Alexander Zverev scheiterte am Samstag in der dritten Runde in New York überraschend nach 3:09 Stunden an seinem 34-jährigen deutschen Landsmann Philipp Kohlschreiber mit 7:6(1),4:6,1:6,3:6. Bei den Damen verlor die Deutsche Angelique Kerber gegen Dominika Cibulkova.

Ein weiteres Mitglied der jungen Herren-Generation, der Australier Nick Kyrgios, fand im Schweizer Roger Federer seinen Meister. Der 37-jährige Federer erteilte dem 14 Jahre jüngeren Enfant terrible beim 6:4,6:1,7:5 eine etwas verlängerte Lehrstunde (1:44 Stunden) und zeigte dabei unbestritten auch den bisherigen Schlag des Turniers: Federer schlug dabei einen seitlich gespielten Stopp seines Gegners neben dem Netzpfosten vorbei und weit außerhalb des Platzes flach ins gegnerische Feld. Ein selten gesehenes Kunststück, das binnen Minuten die sozialen Netzwerke überflutete.

Federer startete nur zu Beginn etwas “rostig”, spielte sich dann aber immer besser ins Match. Bei 3:3,0:40 drehte er sein Aufschlag-Game noch, Federer bezeichnete dies als wegweisend. “Der erste Satz war der Schlüssel. Ich bin glücklich, dass ich gewonnen haben und auch, dass es in drei Sätzen war. Ich habe sehr gut gespielt”, konstatierte Federer noch auf dem Platz. Kyrgios, der später sagte, er werde Federers Schlag auf Instagram posten, anerkannte Federers Auftritt: “Er war viel zu gut.” Der Schweizer trifft nun auf einen möglichen Davis-Cup-Kandidaten für Graz gegen Österreich: Dan Millman.

Ebenfalls einen 14 Jahre jüngeren Spieler hat der Wahl-Kitzbüheler Philipp Kohlschreiber bezwungen. In diesem Fall war aber Alexander Zverev der klare Favorit gewesen. “Es war ein sehr unterhaltsames Match. Meine Variabilität hat sich ausgezahlt, ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung”, freute sich der Weltranglisten-34. “Ich habe sehr gut returniert, das war ein Schlüssel.” Er kaufte Zverev mit sehr variantenreichem Winkelspiel sowie kurzen Slicebällen auf die Rückhand die Schneid ab. “Er bewegt sich nicht gut zum Netz”, sagte Kohlschreiber noch auf dem Platz.

Für Zverev, der kurz vor dem Turnier Ivan Lendl als “Supercoach” in sein Team geholt hatte, bleiben die vier Grand-Slam-Turniere in seiner allerdings noch sehr jungen Karriere weiterhin der Knackpunkt. Sein bisher bestes Resultat war das Viertelfinale bei den French Open in diesem Jahr, als er gegen Dominic Thiem verlor.

Die Verpflichtung Lendls könne nicht sofort Resultate bringen, meinte Zverev später. “Das ist ein Prozess. Ich glaube die Ergebnisse werden nächstes Jahr kommen.” Schon vor dem Turnier habe Lendl ihm gesagt, dass man mehr in die Zukunft schauen muss, auch wenn er schon in New York auf ein gutes Turnier hoffe.

Doch nach zwei guten ersten Runden war 53 unerzwungene Fehler und sieben Doppelfehler u.a. zu viel. Zverev lobte Kohlschreiber: “Er hat alles. Er kann viel Topspin spielen, den Ball flach schlagen und viel Slice spielen. Er mischt das Spiel gut auf und es daher manchmal schwer, gegen ihn den Rhythmus zu finden.” Gegen Kei Nishikori (JPN-21) wird Kohlschreiber dennoch Außenseiter sein.

Auch bei den Damen hat sich eine Nummer 4 aus Deutschland verabschiedet, doch sie sollte an diesem Tag nicht als einzige Top-Ten-Spielerin verabschieden. Wimbledonsiegerin Angelique Kerber verlor nach gutem Start wie schon des Öfteren den Faden, die Deutsche unterlag der Slowakin Dominika Cibulkova mit 6:3,3:6,3:6. Für Kerber ist der Traum vom ersten Wimbledon-US-Open-Double einer Frau seit 20 Jahren vorüber.

Danach schieden mit Petra Kvitova, Caroline Garcia und Jelena Ostapenko auch noch die Nummern fünf, sechs und zehn aus. Die Tschechin unterlag der aufstrebenden Weißrussin Aryna Sabalenka 5:7,1:6, die Französin der Spanierin Carla Suarez Navarro hauchdünn mit 7:5,4:6,6:7(4) und die Lettin der Russin Maria Scharapowa mit 3:6,2:6.

Damit sind im Achtelfinale des letzten Majors des Jahres von den Top Ten nur noch Titelverteidigerin Sloane Stephens (USA-3), Elina Switolina (UKR-7) und Karolina Pliskova (CZE-8) im Bewerb. Dabei sind u.a. auch noch Serena Williams und Vorjahresfinalistin Madison Keys (beide USA).

Von: apa