Interview mit Schwimmtalent Alessandro Romagnoli (16)

Ein junger Schwimmer hat ehrgeizige Pläne

Mittwoch, 22. April 2015 | 19:13 Uhr

Bozen – Alessandro Romagnoli ist ein junger Wettkampfschwimmer des Sportvereins Bolzano Nuoto Bozen. Trotz seiner jungen Jahre kann er bereits auf eine recht ansehnliche Zahl von Erfolgen zurückblicken.

Aber mit 16 Jahren steht er erst am Anfang seiner sportlichen Entwicklung und er möchte noch viel erreichen. Was treibt einen jungen Menschen an, für sportliche Ziele dermaßen hart zu trainieren? Aber fragen wir ihn doch selbst.

SüdtirolNews: Unter Südtirols Jugend sind eher Fußball, Winter- und Bergsport in. Warum hast Du Dich ausgerechnet für das Schwimmen entschieden?

Alessandro Romagnoli: Ich habe in ganz jungen Jahren auch Fußball und Ski ausprobiert. Aber zum Schwimmen bin ich immer am liebsten gegangen, so dass ich alles andere aufgegeben habe. So blieb am Ende nur mehr das Schwimmen übrig.

SNews: Viele Sechzehnjährige sind bereits mit Schule und Ausbildung voll ausgelastet oder gar überfordert. Wie schaffst Du es, Schule und Sport in Einklang zu bringen?

A.R.: Man muss viele Opfer bringen. Zwischen dem Schwimmsport, der Schule und den Freunden kommen leider die Freunde zu kurz, weil ich sehr wenig Zeit zum Ausgehen habe. Zum Beispiel konnte ich nie zu den ganzen Geburtstagen gehen, zu denen ich eingeladen wurde.

SNews: Was war Dein bisher größter Erfolg?

A.R.: Mein größter persönlicher Erfolg ist der Südtiroler Rekord der 800 Meter Freistil. Zudem habe ich auf der gleichen Strecke die Regionalmeisterschaft gewonnen. Als Team ist mein größter Erfolg die Teilnahme an den Italienmeisterschaften in der 4×200 Meter Freistilstaffel letztes Jahr in Riccione.

SNews: Wie stehen Deine Eltern zu Deinem Sport?

A.R.: Ich komme aus einer sehr sportlichen Familie. Mein Vater ist Volleyballtrainer und mein jüngerer Bruder spielt Tennis auf Wettkampfniveau. Daher haben meine Eltern großes Verständnis für meinen Sport. Ich bin ihnen sehr dankbar, weil sie mich seit vielen Jahren unterstützen und dafür auch große Opfer auf sich nehmen.

SNews: Wem möchtest Du außer Deinen Eltern sonst noch danken?

A.R.: Danken möchte ich erst mal meinen ganzen Trainern die mich die ganzen Jahre hindurch sportlich begleitet haben.
Ganz besonders dankbar bin ich aber der Südtiroler Sporthilfe http://www.sporthilfe.it/ , die mich seit 2014 finanziell unterstützt. Der Schwimmsport ist auf Wettkampfniveau kein besonders günstiger Sport, weil das Schwimmzubehör, die Einschreibungen und die Trainingslager viele Ausgaben mit sich bringen.

SNews: Du bist heute 16 und stehst noch mitten in Deiner sportlichen Entwicklung. Wo möchtest Du sagen wir mal in fünf Jahren sportlich stehen? Welche Ziele möchtest Du noch erreichen? Welche Wünsche hast Du für die Zukunft?

A.R.: Heuer möchte ich mich für die italienischen Meisterschaften im August in Rom in den 1.500 Meter Freistil qualifizieren. Auf lange Sicht würde ich gerne an den Italienmeisterschaften der allgemeinen Klasse teilnehmen. Leider geben in meinem Alter viele Schwimmer den Sport auf, weil er ihnen zu viele Opfer abverlangt. Es ist nicht immer leicht, die Motivation zu finden. Das Schwimmen ist ein einsamer Sport. Mein Trainer sagt, dass die einzige Freundin des Schwimmers der schmale schwarze Streifen auf dem Beckenboden ist. Ich trainiere 13 Stunden die Woche und schwimme täglich sechs bis sieben Kilometer. In den Schulferien ziehe ich mit meiner Mannschaft ins Trainingslager und die Trainingseinheiten werden dann nochmals verdoppelt. Dieser Sport hat mir viel gegeben aber auch viel genommen. 
Mein größter Wunsch ist, dass mir die Passion fürs Schwimmen nicht abhandenkommt und ich mich weiter dem Schwimmsport widmen kann.

SüdtirolNews wünscht Alessandro auf seinem weiteren Weg viel Erfolg.

Von: ©ka

Bezirk: Bozen