Die Österreicherinnen haben Grund zur Freude

EM-Aufstieg für ÖFB-Team nach Sensations-1:1 nahe

Sonntag, 23. Juli 2017 | 07:07 Uhr

Das EM-Märchen von Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam hat seine Fortsetzung gefunden. Die ÖFB-Auswahl holte am Samstag gegen den Weltranglistendritten Frankreich in Utrecht ein 1:1-Remis und ließ damit dem Auftakt-1:0 gegen die Schweiz eine noch größere Überraschung folgen. “Les Bleus” und die Truppe von Coach Dominik Thalhammer liegen damit weiter an der Gruppe-C-Spitze gleichauf.

Beide Teams haben vor der abschließenden Runde vier Punkte gesammelt, die Schweiz (3) lauert dahinter. Das punktlose Island ist bereits aus dem Aufstiegsrennen. Die Isländerinnen sind in Rottterdam am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORF eins) der letzte ÖFB-Gegner. Österreich reicht dabei fix schon ein Punkt für das Weiterkommen, da die Französinnen und Schweizerinnen gegeneinander spielen. Sollte Frankreich gewinnen, könnte sich Österreich gar eine Niederlage leisten.

Lisa Makas (27.) mit ihrem 18. Tor im 50. Länderspiel ließ die ÖFB-Truppe vor 4.387 Zuschauern von der absoluten Sensation träumen. Amandine Henry (51.) bewahrte den Turniermitfavoriten im Duell mit dem Debütanten aber noch vor einer Schlappe. Im sechsten direkten Duell gingen die Österreicherinnen zum ersten Mal nicht als Verliererinnen vom Platz. Das zum besten Zeitpunkt nach vier Niederlagen in der WM-Quali und einer in einem Testspiel.

Die angeschlagene Mittelfeldstütze Sarah Zadrazil saß wie erwartet nur auf der Bank, Thalhammer hatte schon am Freitag angekündigt gehabt, im Hinblick auf das “Gruppenfinale” gegen Island kein Risiko einzugehen. Dieses geht jetzt unter guten Voraussetzungen über die Bühne.

Die Französinnen starteten zwar mit viel Druck, waren in den ersten 20 Minuten in allen Belangen besser und ließen den Ball laufen. Wie auch schon beim Auftakt-1:0 gegen Island fehlte aber die nötige Effizienz. Ein Schuss der starken Henry ging drüber (7.), bei einem Abschluss von Marie-Laure Delie aus acht Metern reagierte ÖFB-Torfrau Manuela Zinsberger glänzend mit dem Fuß (15.).

Die Thalhammer-Truppe, die in einem 4-2-3-1-System agierte, das in der Defensive oftmals zu einem 4-5-1 wurde, traute sich aber mit Fortdauer etwas mehr zu, setzte Nadelstiche. Nicole Billa kam nach einem katastrophalen Fehlpass von Torfrau Sarah Bouhaddi an den Ball, schloss aber nicht selbst ab, sondern gab quer zu Laura Feiersinger, die im Rutschen nicht richtig zum Schuss kam, weshalb Bouhaddi noch abwehren konnte (22.).

Der Torjubel war aber nur aufgehoben. Nach weitem Aschauer-Einwurf brachten die Französinnen den Ball nicht weg, und Makas traf von der Strafraumgrenze genau ins Eck (27.). Der Favorit wirkte verunsichert, konnte bis zur Pause nicht mehr an die starke Anfangsphase anschließen, halbgefährliche Weitschüsse waren die einzige Ausbeute.

Nach dem Seitenwechsel waren “Les Bleues” plötzlich wieder voll da und auch zurück im Spiel. Zinsberger flog an einem Bussaglia-Corner vorbei, Henry köpfelte aus kurzer Distanz ein (51.). Die Bayern-Legionärin hielt dafür in der Folge den Punkt fest, lenkte einen Henry-Schuss an die Latte ab (66.) und hielt auch einen Diani-Schuss (84.).

Ein Delie-Kopfball (89.) ging wie ein Diani-Schuss (93.) noch daneben, so war das harterkämpfte ÖFB-Remis in der Tasche. Jetzt darf endlich nicht nur geträumt, sondern auch offiziell vom Viertelfinale gesprochen werden, das am 30. Juli über die Bühne geht.

Eine Verletzung davongetragen hat ÖFB-Kapitänin Viktoria Schnaderbeck beim 1:1-Remis gegen Frankreich. Die Bayern-München-Legionärin erlitt eine Rissquetschwunde am Knöchel und musste genäht werden. Ob bzw. wie lange die erst von einer Knieverletzung genesene Defensivspielerin pausieren muss, stand vorerst nicht fest.

Von: apa

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