Dritter Tagessieg für das Astana-Team bei dieser Rundfahrt

Enges Alps-Tour-Finale auf WM-Kurs – Sanchez-Sieg in Lienz

Donnerstag, 19. April 2018 | 17:26 Uhr

Die Tour of the Alps verspricht für das Finale am Freitag auf dem WM-Kurs in Innsbruck eine spannende Entscheidung. Denn die vierte Etappe am Donnerstag von Klausen in Südtirol nach Lienz (134,3 km) brachte erneut keine großen Abstände im Gesamtklassement. Der Franzose Thibaut Pinot führt weiterhin nur knapp vor Domenico Pozzovivo, Miguel Angel Lopez und Superstar Chris Froome.

Den Sieg in Lienz sicherte sich nach einer Soloattacke in der Schlussphase der spanische Routinier Luis Leon Sanchez, der für den bereits dritten Astana-Erfolg bei der sehr gut besetzten Rundfahrt im Vorfeld des Giro d’Italia sorgte. Bester Österreicher wurde Markus Eibegger in der zweiten Verfolgergruppe, sein Felbermayr-Teamkollege Riccardo Zoidl kam diesmal nicht ganz mit den Topstars mit, hielt sich in der Gesamtwertung aber weiter in den Top 20.

Die letzte und mit 164 km längste Etappe am Freitag führt von Rattenberg nach Innsbruck. Teilweise geht es dabei über die Strecke der Weltmeisterschaft im Herbst mit dem Olympia-Anstieg in Igls. FDJ-Kapitän Pinot, im Vorjahr Gesamtzweiter, hat nur 15 Sekunden Guthaben auf Pozzovivo und Lopez. Froome ist eine weitere Sekunde zurück unverändert Vierter.

“Ich bin sehr froh, dass ich das Trikot behalten habe, ich hatte heute nicht meinen besten Tag. Meine Konkurrenten waren wieder sehr aggressiv”, sagte Pinot, der auch am Schlusstag viele Angriffe erwartet.

Auf dem Teilstück nach Osttirol bestimmte bei Sommerwetter bis zum vorletzten Anstieg auf der Pustertaler Höhenstraße eine neunköpfige Spitzengruppe mit Felix Großschartner das Geschehen. Der Oberösterreicher war als Kapitän der Bora-Mannschaft ursprünglich mit großen Ambitionen angetreten, spielt im Gesamtklassement aber längst keine Rolle mehr.

Rund 25 km vor dem Ziel wurden die Ausreißer vom bereits geschrumpften Feld mit dem Topstars sowie Zoidl und Eibegger gestellt. Am letzten Anstieg nach Bannberg lancierte dann der Gesamt-Fünfte Fabio Aru eine Attacke, Froome, Pinot und Pozzovivo stellten den italienischen Kletterspezialisten und drei weitere Ausreißer aber schon bald wieder.

Vor dem höchsten Punkt, den Zoidl nicht mehr in der ersten Gruppe erreichte, und auch im flachen Finale Richtung Lienz gab es etliche weitere Angriffe. Auch Froome probierte es mehrere Male vergeblich.

Die entscheidende Attacke gelang schließlich Sanchez rund zwei Kilometer vor dem Ziel. Der 34-Jährige gewann sechs Sekunden vor dem Neuseeländer George Bennett (LottoNL) und elf vor der Gruppe mit Pinot, Froome, Lopez, Pozzovivo und Aru.

Eibegger kam mit der nächsten Gruppe an, Ex-Österreich-Rundfahrtsieger Zoidl erst etwas später. “Leider konnten wir die erste Gruppe um Froome und Pinot nicht halten, somit war ein Top-Ten-Platz nicht möglich. Aber ich glaube, wir haben uns wieder sehr gut präsentiert”, resümierte Eibegger. Tirol-Cycling-Fahrer Benjamin Brkic war wegen eines in der letzten Abfahrt am Vortag erlittenen Schlüsselbeinbruchs nicht mehr angetreten.

Osttirol-Tourismus-Chef Franz Theurl nutzte unterdessen das Gastspiel der aktuellen Rundfahrt zu Verhandlungen, um den Giro d’Italia 2019 nach acht Jahren Pause wieder nach Osttirol holen. Erste konkrete Verhandlungen wird es Anfang Juni geben. Zuletzt war der Giro 2011 in Osttirol zu Gast, als eine Etappe am Großglockner endete und am anschließenden Tag Lienz als Startort fungierte. Die Dolomitenstadt war auch schon 1971, 1994 und 2007 Etappenort der Italien-Radrundfahrt.

Von: apa

Bezirk: Eisacktal, Pustertal

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