Die Entscheidung im "Fall Djokovic" steht bevor

Entscheidung im “Fall Djokovic” nicht vor Donnerstag

Mittwoch, 12. Januar 2022 | 11:23 Uhr

Die Entscheidung im Fall von Tennisprofi Novak Djokovic über seine Einreise nach Australien wird sich verzögern und soll nicht vor Donnerstag fallen. Das berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP am Mittwoch. Neue Informationen der Anwälte des 34-jährigen Serben hätten den Zeitrahmen verschoben, teilte das Büro des australischen Einwanderungsministers Alex Hawke mit.

Es seien weitere Dokumente vorgelegt worden, die sich als relevant für eine mögliche Annullierung des Visums von Djokovic erweisen könnten. “Das wird natürlich den Zeitrahmen für eine Entscheidung beeinflussen”, hieß es. Hawke ist es vorbehalten, von seinem persönlichen Recht Gebrauch zu machen und Djokovics Visum ungültig zu machen.

Djokovic war in der vergangenen Woche am Flughafen in Melbourne die Einreise nach Australien verweigert worden, weil er nicht gegen das Coronavirus geimpft ist und den Behörden die Dokumentation seiner medizinischen Ausnahmegenehmigung nicht ausreichte. Weil die Grenzbeamten ihm allerdings nicht die vereinbarte Zeit zur Klärung zugestanden hatten, wurde die Entscheidung vor Gericht am Montag gekippt.

Der Sportler selbst hat indes absichtliche Falschangaben in seinen Einreiseformularen und die Gefährdung anderer Menschen bestritten. Fehler im Umgang mit seinem positiven Testergebnis räumte er jedoch ein. Dass in seinem Einreiseformular fälschlicherweise angegeben wurde, er sei in den 14 Tagen vor seinem Flug nach Australien nicht gereist, bezeichnete Djokovic in seiner Ausführung als “menschlichen Fehler” seines Agenten, “der sicher nicht absichtlich” geschehen sei.

Der neunfache Australian-Open-Sieger wehrte sich in einer ersten ausführlichen Stellungnahme via Instagram vor allem gegen zwei Vorwürfe: Weder habe er absichtlich eine falsche Angabe gemacht zu seinem Reiseverhalten in den 14 Tagen vor dem Flug ins Gastgeberland der am Montag beginnenden Australian Open, noch habe er im Wissen seines positiven Coronatests im Dezember eine Veranstaltung mit Kindern besucht und sich dort ohne Maske bewegt.

Bei diesem Event am 17. Dezember und damit einen Tag nach “Test und Diagnose” sei er ohne Maske aufgetreten, habe aber von dem positiven Resultat noch nichts gewusst, räumte Djokovic ein. Er habe am 16. Dezember einen negativen Antigentest gemacht und aus reiner Vorsicht auch noch einen PCR-Test. “Ich hatte keine Symptome und fühlte mich gut und ich erhielt die Nachricht des positiven PCR-Tests erst nach der Veranstaltung”, schrieb Djokovic.

In Bezug auf diesen Test gibt es allerdings Berichte über mögliche neue Ungereimtheiten. So schreibt “Der Spiegel”, dass der von den Djokovic-Anwälten vorgelegte PCR-Test in einer serbischen Datenbank auf ein späteres Datum datiert sei und nicht vom 16. Dezember stamme.

Zuvor hatte Djokovic “Fehlinformationen”, die korrigiert werden müssten, als “verletzend und beunruhigend für meine Familie” bezeichnet. Er wolle darauf hinweisen, dass er sich sehr um die Sicherheit anderer und das Einhalten von Testvorgaben bemüht habe. Es sei ihm wichtig gewesen, all dies klarzustellen, aber er werde sich aus Respekt vor der australischen Regierung nicht weiter zu den Vorkommnissen äußern.

Allerdings gestand der “Djoker” auch, dass er bei einem Interview mit der französischen Sportzeitung “L’Equipe” am 18. Dezember bereits von seinem positiven Testergebnis wusste und den Termin dennoch nicht abgesagt habe. Er habe lediglich Abstand gehalten und seine Maske nur für den Fotografen abgesetzt. “Obwohl ich nach dem Interview nach Hause bin und mich für die vorgeschriebene Dauer in Isolation begeben habe, war das, nach genauerem Nachdenken, eine Fehleinschätzung und ich sehe ein, dass ich diese Verpflichtung hätte verschieben sollen”, schrieb er.

Aus der Sicht der serbischen Ministerpräsidentin Ana Brnabic wirft das Verhalten von Djokovic nach einem positiven Corona-Test in Serbien Fragen mit Blick auf mögliche Gesetzesverstöße auf. “Da besteht eine gewisse Grauzone, und Antworten in dieser Hinsicht kann nur Novak geben”, sagte die Politikerin am Dienstagabend dem britischen Fernsehsender BBC.

Sie selbst könne weder wissen noch beurteilen, ob Djokovic von seinem positiven Ergebnis wusste, als er sich am Tag nach dem Test ohne Abstand und Maske bei einer Veranstaltung mit Kindern präsentierte. Sollte er als wissentlich positiv Getesteter zu der Veranstaltung gegangen sein, hätte er eindeutig gegen serbische Gesetze verstoßen. Die Politikerin wies außerdem darauf hin, dass die Mitteilung von Corona-Testergebnissen über SMS-Nachrichten in Serbien rasch funktioniere. “Wir haben eines der effizientesten Systeme der Welt”, sagte sie.

Auch die Mutter des Weltranglisten-Ersten hat sich wieder zu Wort gemeldet. Dijana Djokovic forderte die australische Regierung auf, das Visum ihres Sohnes nicht noch in letzter Minute aufzuheben und ihn das Turnier spielen zu lassen. “Werfen Sie ihn nicht raus. Er ist kein Politiker, er ist ein Tennisspieler. Er ist kein Krimineller, er ist doch kein Mörder”, sagte sie dem Sender Channel 7.

Indes ergriff die WTA für Renata Voracova Partei, die Tschechin habe alle Regeln befolgt. Ihr war wie Djokovic das Visum entzogen worden, sie beeinspruchte die Annullierung aber nicht. Die Doppelspezialistin hat Australien am Samstag verlassen, nachdem sie in Melbourne schon ein Turnier bestritten hatte. Im Sender RTL sagte Voracova nun, sie hoffe auf einen Ersatz der entstandenen Reisekosten durch Tennis Australia. “Ich hoffe nicht, dass wir da juristische Schritte setzen müssen.”

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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30 Kommentare auf "Entscheidung im “Fall Djokovic” nicht vor Donnerstag"


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Storch24
Storch24
Kinig
16 Tage 3 h

Die Mutter fordert……
Wie wäre es wenn sie als Mutter ihrem Sohn Respekt den anderen gegenüber lehren würden ?

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
16 Tage 48 Min

@storch24
das wäre eine gute Idee.

Ninni
Ninni
Kinig
16 Tage 4 h

Ja ja, Mami beschützt ihr Söhnchen weinend:

“Lasst ihn doch im Sandkasten mitspielen, ist ja das beste, klugste ecc., Kind ….”

Doolin
Doolin
Kinig
16 Tage 2 h

…beim Spielen im Sandkasten gelten aber auch ein paar Regeln…das soll Mami ihrem Büblein sagen, auch wenn es Jesulein ist…
🤪

Hustinettenbaer
15 Tage 18 h

Nein, nein, nein. Das beste, klügste, liebste bin ich ! Sagt meine Mama. Und die hat i m m e r recht.

logo
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Grünschnabel
16 Tage 2 h

Regel sollten für alle gleich sein !
Auch für Serben-Söhnchen …

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
16 Tage 47 Min

@logo
ganz einfache Antwort: logo!

giftzwerg
giftzwerg
Neuling
16 Tage 1 h

schön wäre es wenn die regeln für alle gleich wären

Paula
Paula
Tratscher
16 Tage 1 h

Als Australien den extrem harten Lockdown praktiziert hat, durften nicht mal mehr die Australier selbst, die im Ausland waren nach Hause zurück kehren. Da wurde keine Ausnahme gemacht. 
Aber der “Promi” darf alles tun was er möchte, und womöglich natürlich auch das was Mami fordert. Rechtssysteme sind wohl in jedem einzelnen Land Auslegungssache. 

anonymous
anonymous
Universalgelehrter
16 Tage 1 h

hat hier die Mutter das sagen, abschieben 

Steve
Steve
Grünschnabel
16 Tage 18 Min

Was soll das ganze Theater. Er wusste dass er ohne Impfung nicht spielen darf. Also ab mit ihm nach hause! Mir gehen diese Impfgegner auf die Nerven, die versuchen sich mit irgendwelchen faulen Tricks durchzuschlagen. Niemand lässt sich gerne impfen. Aber wenn wir aus dieser Pandemie rauskommen wollen müssen wir eben alle Opfer bringen. Gleiche Rechte und Pflichten für alle.

offnzirkus
offnzirkus
Superredner
16 Tage 21 Min

Jetzt ist es fix: ihm wurde soeben das visum entzogen und muss aus australien abreisen. Völlig richtig so, gleiches recht für alle!

Kein Kommentar
Kein Kommentar
Grünschnabel
16 Tage 15 Min

woher hast du dass es isz fix isch

Offline1
Offline1
Universalgelehrter
16 Tage 12 Min

Schon interessant, dass ein 34 !!!!! Jähriger, der aus einem Land mit typischem Patriarchat stammt, ausgerechnet seine “Mami 😪” als Fürsprecherin braucht…..

Zugspitze947
15 Tage 3 h

Offline1: so ist es und darum sollte man ihn für seine Betrügereien ein JAHR total sperren ! 🙂

Onkel Pepe
Onkel Pepe
Grünschnabel
16 Tage 22 Min

er ist ungeimpft, also nach hause schicken

spotz
spotz
Tratscher
16 Tage 3 h

ich will auch😀

darling
darling
Grünschnabel
15 Tage 21 h

Falschangaben passieren nicht unbewusst, sondern bewusst.
Soll vom internationalen Tennisverband ausgeschlossen werden.

Rosenrot
Rosenrot
Superredner
15 Tage 21 h

Djokovics Mutter inklusive seiner Familie soll sich aus dieser Affäre heraushalten. Hier geht es darum, dass der gute Junge Falschangaben gemacht hat, da gibt es nichts zu verteidigen. Dabei zu erwähnen, dass er kein Mörder sei, passt hier nicht her, denn man kann auch Mist bauen, ohne jemanden umzubringen. Da darf auch ein weltbester Tennisspieler nicht verschont bleiben und die Konsequenzen tragen.

Peerion
Peerion
Tratscher
15 Tage 23 h

Ganz egal wie es nun weitergeht: Ausnahmegenemigung oder nicht, 21.Titel, Erstrunden-Aus, noch 5 GS-Titel.
Novak Djokovic hat auf alle Fälle verloren, er weiss es nur noch nicht.

doco
doco
Tratscher
15 Tage 21 h

die Regeln sollten für alle gleich sein ganz egal um wen es sich handelt das gilt auch für “Novax” Jjokovic.

citybus
citybus
Tratscher
15 Tage 20 h

Wenn des mein Bui war tattimi soooo schamen….und von mir kriagatar nou an perign stiefel im orsch.

Ratziputz
Ratziputz
Tratscher
15 Tage 19 h

Der gehört mit dem nächsten Flieger nach Hause geschickt, der glaubt wohl, weil er die Nr. 1 ist, kann er sich alles erlauben.
Gut, wenn man hört, dass sein Vater ihn sogar mit Jesus vergleicht, dann kann er vielleicht auch die Pandemie besiegen.
Es sollten alle gleich behandelt werden und nicht einige “gleicher”

Storch24
Storch24
Kinig
15 Tage 18 h

✈️✈️✈️✈️ und das mit Mammi

pfaelzerwald
pfaelzerwald
Universalgelehrter
15 Tage 19 h

Wenn er gegen serbische Gesetze verstoßen haben sollte  , ab nach Serbien in eine JVA.

Trina1
Trina1
Universalgelehrter
15 Tage 22 h

Esistono uomini, anche ultraquarantenni, che vivono un rapporto morboso con le loro madri. Fin dall’infanzia essi stabiliscono un legame simbiotico che nessun’altra donna in futuro potrà mai scalfire. Comunemente sono definiti “mammoni”. … La maggiore responsabile di tale fallimento evolutivo è la stessa madre.

faif
faif
Superredner
15 Tage 19 h

…glab net dass der in australien bleiben tärff…..denn schicknse sicher huam und säll isch a richtig!

NigeriaJohn
NigeriaJohn
Grünschnabel
15 Tage 13 h

Ich bin ja eher Federer-Fan,
aber in diesem Falle stehe ich volle Pulle hinter dem Joker.

Patrouillenboot
Patrouillenboot
Grünschnabel
15 Tage 11 h

Serben waren schon immer “radikal”,und nicht nur mit Ihren Meinungen sondern auch im “Handeln”.
Beweist der unglaubliche brutale”Genozid” 1994′ an den Bosniern.
Ich würde jedes Spiel mit Ihm verweigern.

OrB
OrB
Universalgelehrter
15 Tage 3 h

Nachhause schicken und für 2 Jahre sperren!

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