Vogel gestand Ajax-Überlegenheit ein

Ernüchterung bei Sturm Graz – EL-Gruppenphase als neues Ziel

Donnerstag, 02. August 2018 | 12:12 Uhr

Bei Sturm Graz hat das Aus in der Champions-League-Qualifikation für eine gewisse Ernüchterung gesorgt. Von der herbeigesehnten Sensation gegen Ajax Amsterdam war Österreichs Fußball-Cupsieger weit entfernt, nach der 1:3-Heimniederlage am Mittwoch kam mit einem Gesamtscore von 1:5 das Aus. Das Scheitern gegen den niederländischen Rekordmeister sei verdient gewesen, gestand Trainer Heiko Vogel.

“Ajax war um mehrere Nuancen besser.” Dennoch verzichtete der Deutsche auf öffentliche Kritik an seiner Mannschaft. “Ich finde, wir haben es in der ersten Hälfte hervorragend gemacht und haben im weitesten Sinne so gespielt, wie ich es mir vorstelle.” Im Endeffekt habe die höhere Qualität von Ajax den Ausschlag gegeben. “Ich wusste im Vorhinein, dass wir zwei perfekte Tage brauchen, und die haben wir nicht gehabt”, erklärte Vogel.

Der Coach hob den Lerneffekt hervor, den die Duelle mit Ajax haben könnten. Dieser Meinung schloss sich auch Stefan Hierländer an. “Wir können aus dieser Partie viel mitnehmen, zum Beispiel die Raumaufteilung und wie sich Ajax ohne Ball bewegt hat. Es gibt viele Spieler bei uns, die keine europäische Erfahrung haben. Wir müssen insgesamt anders auftreten und unsere Chancen knallhart nützen, sonst gewinnt man im Europacup keinen Blumenstrauß”, warnte der Mittelfeldspieler.

Diesen Rat müssen die Sturm-Akteure schon am kommenden Donnerstag beherzigen, wenn es wieder in Graz in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League gegen den Sieger aus Dundalk gegen AEK Larnaca geht. Die erste Partie in Irland endete 0:0, das Rückspiel stieg am (heutigen) Donnerstag auf Zypern.

Während die Heimpartie gegen Ajax seit Wochen ausverkauft war, dürfte die Merkur-Arena in einer Woche weit weniger gut gefüllt sein. Die Vorfreude des Sturm-Trainers wird dadurch aber nicht getrübt. “Ich sehe die Europa League nicht als Trostpflaster, sondern als Privileg”, meinte Vogel. Peter Zulj pflichtete ihm bei. “Das Ziel ist jetzt die Europa-League-Gruppenphase.”

Um den Mittelfeldspieler gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Spekulationen über einen Wechsel ins Ausland. Nach dem Ajax-Match deutete Sturms Sport-Geschäftsführer Günter Kreissl jedoch an, dass Zulj zumindest bis Winter in Graz bleiben könnte. Der ÖFB-Teamspieler selbst wollte sich zu den Gerüchten nicht äußern, und Coach Vogel sagte lediglich: “Für Peter ist es eine turbulente Zeit. Es ist schwer zu verdauen, was zuletzt alles auf ihn einprasselt, aber er gibt alles, versucht alles.”

Zulj wird aller Voraussicht nach am Freitag mit der Mannschaft nach Innsbruck reisen, wo tags darauf das Bundesliga-Duell mit Aufsteiger Wacker über die Bühne geht. Auch Philipp Hosiner und Markus Lackner dürften im Bus sitzen, beide erlitten gegen Ajax nur leichte Blessuren.

Von: apa