Freude bei den Machern der "United"-Kandidatur

Erste Fußball-WM mit 48 Teams 2026 in USA, Kanada und Mexiko

Mittwoch, 13. Juni 2018 | 15:55 Uhr

Die Fußball-WM 2026 wird erstmals in drei Ländern stattfinden. Der FIFA-Kongress in Moskau vergab die übernächsten Titelkämpfe an die Kandidatur “United” der USA, Kanada und Mexiko, die sich in der Kampfabstimmung gegen Marokko mit 134:65 Stimmen wenig überraschend durchsetzte und den Zuschlag für die erste WM mit 48 Teilnehmern bekam.

Das Staatentrio hatte mit Einnahmen von über 14 Milliarden Dollar (11,88 Mrd. Euro) geworben, elf (9,33 Mrd. Euro) davon würden auf die FIFA und die Verbände entfallen. Die USA wird zum zweiten Mal nach 1994 eine WM ausrichten, für Mexiko ist es die dritte nach 1970 und 1986, Kanada wird erstmals zum Zug kommen. Vorgesehen ist, dass 60 Partien in den USA ausgetragen werden, je zehn in den beiden anderen Ländern.

Marokko scheiterte bereits mit seiner fünften Bewerbung, vorerst bleibt Südafrika 2010 der einzige afrikanische WM-Ausrichter. Für den Sieger setzte sich auch der Österreichische Fußball-Bund ein. “In persönlichen Gesprächen mit den Bewerbern habe ich mich davon überzeugen können, dass beide Kandidaten geeignet gewesen wären, dieses Großereignis zu veranstalten. Im von der FIFA durchgeführten Evaluierungsprozess wurden viele Faktoren – nicht nur die monetären – bewertet. Aus dieser Bewertung ist die gemeinsame Kandidatur von Kanada, Mexiko und den USA als eindeutiger Sieger hervorgegangen”, begründete ÖFB-Präsident Leo Windtner die Entscheidung des Verbandes.

Nach den Skandalen um die Vergabe der WM 2018 an Russland und 2022 an Katar stimmte nicht mehr die FIFA-Exekutive, sondern die Versammlung aller Mitgliedsverbände über den WM-Ausrichter ab. Das Amerika-Trio konnte bei den Delegierten vor allem mit finanziellen Versprechungen punkten.

Außerdem sind für die WM, die erstmals in drei Ländern stattfinden wird, bereits alle Stadion vorhanden. In dem nordafrikanischen Königreich hätten neun Arenen komplett neu errichtet werden müssen. Deshalb hatte Marokko in einem FIFA-Prüfbericht die deutlich schlechteren Noten erhalten.

Für Unsicherheit bei den Veranstaltern hatte einzig Donald Trump gesorgt. Der US-Präsident mischte sich auch mit einer offenen Drohung in den Wahlkampf ein: Die USA könnten einem anderen Land die Unterstützung bei den Vereinten Nationen entziehen, wenn dieses für Marokko stimmt, verlautbarte er via Twitter.

Bei der WM in acht Jahren stehen durch die erhöhte Teilnehmerzahl nun 80 statt derzeit 64 Spiele auf dem Programm. Die 48 Teams werden in 16 Gruppen eingeteilt, insgesamt 32 Mannschaften erreichen die erste K.o.-Runde. Das Finale soll im MetLife Stadium von New Jersey stattfinden, wo die American-Football-Teams New York Giants and New York Jets ihre NFL-Heimspiele austragen.

US-Verbandschef Carlos Cordiero durfte sich über das “Privileg”, die WM zu veranstalten, freuen. “Der Fußball ist heute der einzige Sieger”, betonte er. Als Gewinner konnte sich auch FIFA-Präsident Gianni Infantino fühlen. Der Schweizer war zwar offiziell neutral, hatte seine Sympathien für die Amerika-Bewerbung aber durchaus durchblicken lassen.

Der Fußball-Weltverband FIFA und die Co-Gastgeber Mexiko und Kanada fürchten unterdessen keinen negativen Einfluss durch US-Präsident Donald Trump auf die WM 2026. “Ich bin nicht besorgt und am wenigsten über den Präsidenten der USA”, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino am Mittwoch nach dem Kongress in Moskau. “Ich denke nicht, dass irgendwer versucht, die FIFA zu übernehmen.”

Trotz des angespannten politischen Verhältnisses der USA zu Mexiko und Kanada erwarten die Verbände keine Schatten auf den WM-Vorbereitungen. “Ich denke nicht, dass (Kanadas Premier Justin) Trudeau schwach ist”, sagte der kanadische Verbandschef Steve Reed mit Blick auf eine derartige Bemerkung Trumps über Trudeau.

Die Unterstützung, die ihre Bewerbung von allen drei Regierungen erhalten habe, sei überwältigend gewesen, betonte Reed. “Und Dinge kommen und gehen. Die Politik von heute muss nicht die Politik von morgen oder in fünf Jahren sein.” Selbst wenn Trump wiedergewählt werden sollte, würde eine zweite Amtszeit vor WM-Beginn enden.

Von: APA/dpa