Ein Video-Referee ist mit dem Haupt-Schiedsrichter in Kontakt

Erstmals Videobeweis bei Pflichtspiel eingesetzt

Donnerstag, 22. September 2016 | 11:00 Uhr

Erstmals ist bei einem offiziellen Pflichtspiel im Profifußball der Videobeweis eingesetzt worden. Beim Cup-Spiel der niederländischen Profi-Clubs Ajax Amsterdam und Willem II (5:0) am Mittwochabend in Amsterdam assistierte dem Schiedsrichter auf dem Platz ein Kollege über Videoverbindung. Er griff nach einem Foulspiel ein, wonach Tillburg-Mittelfeldspieler Anouar Kali vom Platz gestellt wurde.

Video-Referee Pol van Boekel traf die Entscheidung aus einem mit sechs TV-Monitoren ausgestatteten, kleinen Van auf dem Parkplatz der Amsterdam-Arena. Nachdem er sich die Szene in der 60. Minute noch einmal angeschaut hatte, informierte er den Referee auf dem Feld, Danny Makkelie, via Headset über die Schwere des Fouls an Lasse Schöne von Ajax. Makkelie verwandelte daraufhin die zuvor verhängte Gelbe Karte in einen Feldverweis.

Allerdings war das Publikum über die Entscheidung etwas verwirrt. “Wir hoffen, dass es in Zukunft auch besser für die Fans kommuniziert wird, sie haben ein Recht darauf”, sagte Van Boekel dazu. Schon am Donnerstag tauschen die beiden Referees die Rollen in einem weiteren Cup-Match.

Der niederländische Fußballverband (KNVB) hatte nach einer mehr als vierjährigen Testphase grünes Licht von den Regelhütern des International Football Association Board (IFAB) bekommen. Die neue Technik soll noch in 25 Cup-Partien eingesetzt werden.

Der Video-Schiedsrichter (“Video Assistant Referee”/VAR) darf nur in spielentscheidenden Situationen wie bei Elfmetern, Ausschlüssen oder bei einem Tor aus möglicher Abseitsposition eingreifen. Der VAR kann einen Zwischenfall auf Rückfrage des Match-Referees ansehen, darf aber auch selbst tätig werden, wenn ihm etwas aufgefallen ist, dass die Unparteiischen auf dem Platz übersehen haben könnten.

Von: APA/dpa/ag.

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