Stanislaw Tschertschessow soll Russland ins WM-Halbfinale führen

Ex-Tirol-Trainer Tschertschessow neuer russischer Teamchef

Donnerstag, 11. August 2016 | 14:16 Uhr

Der frühere Tirol-Tormann und -Trainer Stanislaw Tschertschessow ist am Donnerstag als neuer Teamchef der russischen Fußball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. Der 52-Jährige soll nach dem misslungen EM-Auftritt der “Sbornaja” den Neuaufbau leiten. “Minimalziel ist das Halbfinale bei der Heim-WM 2018”, betonte Igor Lebedew vom russischen Fußballverband (RFS) am Donnerstag in Moskau.

Der sowjetische und russische Ex-Internationale Tschertschessow setzte sich der Agentur TASS zufolge gegen mehrere Konkurrenten durch, sein Vertrag läuft bis 1. August 2018. Der bisherige Coach Leonid Sluzki hatte seinen Vertrag nach dem schwachen Abschneiden bei der EM in Frankreich, wo man als Gruppenletzter mit nur einem Punkt ausgeschieden war, nicht verlängert. Russland ist Gastgeber der nächsten Fußball-WM vom 14. Juni bis 15. Juli 2018.

“Auf der Vorstandssitzung habe ich gesagt, dass ich immer in Teams mit hohen Erwartungen gespielt habe”, betonte Stanislaw Tschertschessow, dass er mit großem Druck umgehen könne. Gleichzeitig warnte er aber auch vor utopischen Zielen. “Es wäre vermessen, würden wir uns den Gewinn des WM-Titels zum Ziel setzen.” Vorrangig gehe es nun einmal darum, ein starkes Team für die Heim-WM aufzubauen.

Neben Tschertschessow gab es laut Russlands Sportminister und Fußball-Verbandspräsident Witali Mutko noch drei weitere Kandidaten für den Posten: den ehemaligen Rubin-Kasan-Erfolgscoach Kurban Berdjew, Ex-Teamkapitän und St.-Petersburg-Trainer Sergej Semak und Ex-Teamchef Alexander Borodjuk. “Wir haben mit allen geredet und dann entschieden, dass Tschertschessow die beste Wahl ist”, erklärte Mutko.

Sein Debüt als russischer Teamchef gibt Tschertschessow am 31. August in Antalya beim freundschaftlichen Länderspiel gegen die Türkei.

Tschertschessow hatte zuletzt Legia Warschau trainiert und den Club zum nationalen Double aus Meistertitel und Cupsieg geführt. Von 2004 bis 2006 war er Trainer in Innsbruck gewesen. Als Tormann war er mit den Tirolern, für die er von 1996 bis 2002 zwischen den Pfosten gestanden war, dreimal in Serie (2000 bis 2002) Meister geworden. In seiner Heimat hatte der Ossete u.a. Spartak und Dynamo Moskau betreut.

Von: APA/dpa/ag.

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