Belgien geht voller Selbstvertrauen in das Match gegen die Japaner

Favoritenrolle hilft tapferen Belgiern gegen Japan nicht

Montag, 02. Juli 2018 | 01:00 Uhr

WM-Mitfavorit Belgien geht voller Selbstvertrauen in das Achtelfinale am Montag (20.00 Uhr MESZ/live ORF eins) gegen Japan. Die tapferen “Roten Teufel”, die sich sehenden Auges auf ein drohendes Viertelfinal-Duell mit Brasilien einließen, hoffen, dass ihr Mut bereits gegen die “Blauen Samurai” belohnt wird. Auf Außenseiter Japan ruhen mittlerweile die Hoffnungen eines ganzen Kontinents.

Es gehört zum guten Ton, dass selbst haushohe Favoriten vor dem kommenden Gegner warnen. “Wir sind der Favorit, wenn man auf die Weltrangliste schaut, aber das hilft uns nicht”, schickte Belgiens Teamchef Roberto Martinez daher voraus. Sein Tormann, Thibaut Courtois, begegnet Japan ebenfalls mit dem nötigen Respekt: “Sie sind ein sehr gut organisiertes Team und wissen, wie man pressen kann. Sie sind ein starker Gegner, und wir erwarten ein schwieriges Spiel”, warnte der Chelsea-Profi.

Die Belgier, die mit einem 1:0 gegen England den Gruppensieg eroberten, und damit gerade nicht Rekordmeister Brasilien aus dem Weg gingen, sind nun überzeugt: Das WM-Glück wird den Tapferen hold sein. “Ich glaube nicht an ein erfolgreiches Turnier, indem man auf einen leichten Weg hofft”, bemerkte Coach Martinez. “Wir haben das bei der EM vor zwei Jahren gesehen.”

Martinez erinnerte an die leidvolle Erfahrung der bereits bei vergangenen Großturnieren zum erweiterten Favoritenkreis zählenden “Roten Teufel”. In Frankreich 2016 beendete Belgien die Gruppe als Zweiter hinter Italien, ging damit Deutschland, Frankreich und Spanien aus dem Weg. Nach einem klaren 4:0-Erfolg gegen Ungarn hieß es jäh Goodbye: 1:3 gegen Wales und Gareth Bale.

Das drohende Viertelfinal-Duell wollte Martinez vor getaner Aufgabe gegen Japan freilich nicht kommentieren. Viel lieber erinnerte er an die 22-Spiele-Serie ohne Niederlage seiner Mannschaft. “Wir sind seit langer, langer Zeit ungeschlagen. Das gibt uns Zuversicht und Selbstvertrauen.” Unter dem Spanier ging überhaupt nur ein Spiel verloren. Es war sein Debüt im September 2016, just gegen sein Heimatland. Die Chance zur Revanche würde sich frühestens im Endspiel ergeben.

Vorher ist sowieso die Pflichtaufgabe Japan zu erledigen. Und da kann der 44-jährige Trainer im bewährten 3-4-3-System wieder auf all seine Offensiv-Stars bauen. Goalgetter Romelu Lukaku (Knöchel) und Eden Hazard (Wade) haben kleinere Wehwehchen auskuriert. Denkbar, dass in der Abwehr-Dreierkette die ebenfalls fitten Thomas Vermaelen oder Vincent Kompany für Dedryck Boyata verteidigen. Ein Sieg würde die dritte Viertelfinal-Teilnahme in Folge für Belgien nach 2016 (EM) und 2014 (WM) bedeuten.

Ins WM-Viertelfinale hat es Japan noch nie geschafft. Das weiß natürlich auch Mittelfeldspieler Makoto Hasebe. “Wir haben jetzt die Chance, so eine Meisterleistung unter guten Voraussetzungen zu vollbringen.” Teamchef Akira Nishino, der den Posten erst im April übernahm, formte das Team schnell zu einer Einheit, die Harakiri-Aktion ging gut. “Dass wir es unter solchem Druck und diesen Umständen geschafft haben, gibt uns viel Selbstvertrauen”, meinte Hasebe.

Nicht zuletzt kamen die Asiaten dank einer gehörigen Portion Glück in die K.o.-Runde. Der Aufstieg gelang nur aufgrund der Fair-Play-Wertung und weniger Gelber Karten als der Senegal. Gegen eine insgesamt enttäuschende polnische Mannschaft setzte es zum Gruppenabschluss ein 0:1. Nishino hatte seine halbe Stammelf ausgetauscht. “Bei den vergangenen zwei Turnieren haben wir uns in der Gruppenphase zu sehr verausgabt”, begründete der Trainer den Zug.

Dass Polen und Japan die letzten zehn Minuten mit peinlichem Ballgeschiebe herunterspielten, brachte beiden Teams einigen Misskredit ein. Nishino will die Fans nun mit einem schönen Spiel gegen Belgien versöhnen. “Ich will den Leuten etwas zurückgeben”, verkündete Nishino. Es dürfte weniger an die neutralen Zuschauer denn an die eigenen Fans gerichtet sein. Mut will auch fernöstlich belohnt werden. “Wir dürfen keine Angst vor unserem Gegner haben und wir müssen mit Selbstvertrauen spielen.”

Von: APA/Ag.

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