Vorwürfe der Angehörigen

FBI bei Ermittlungen gegen Sportarzt Nassar zögerlich

Sonntag, 04. Februar 2018 | 05:00 Uhr

Das FBI soll laut einem Bericht der “New York Times” schon über ein Jahr von den Missbrauchsvorwürfen gegen den Ex-Teamarzt des US-Turnverbandes, Larry Nassar, gewusst haben, bevor der Fall öffentlich wurde. In dem Beitrag vom Samstag werfen Angehörige der Opfer Nassars der zentralen US-Sicherheitsbehörde vor, zu zögerlich vorgegangen zu sein und so weitere Übergriffe nicht verhindert zu haben.

In dem Zeitraum zwischen dem Beginn der Ermittlungen im Juli 2015 und dem Bekanntwerden der Vorwürfe im September 2016 sind laut Recherchen der Zeitung mindestens 40 Mädchen und Frauen von Nassar missbraucht worden.

In einer von der “New York Times” zitierten Stellungnahme des FBI, verurteilt die Behörde den Missbrauch von Kindern scharf. Zugleich teilt sie darin mit, dass die Ermittlungen “Zuständigkeiten überschritten” hätten. Dies könnte laut dem Bericht das langsame Tempo der Untersuchung erklären.

Zahlreiche US-Turnerinnen hatten berichtet, von Nassar (54) sexuell missbraucht worden zu sein. Der frühere Teamarzt war zuletzt zu einer Haftstrafe von 175 Jahren verurteilt worden, von denen er mindestens 40 Jahre im Gefängnis verbüßen muss. Der komplette Vorstand des US-Turnverbandes erklärte daraufhin seinen Rücktritt. In dem Prozess in Michigan wurden 157 Frauen angehört. Derzeit steht Nassar zum dritten Mal vor Gericht. In einem ersten Verfahren war er wegen Besitzes von Kinderpornografie zu 60 Jahren Haft verurteilt worden.

Von: APA/dpa

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