Roger Federer benötigte gegen Michail Juschni fünf Sätze

Federer steht nach Zittersieg in dritter US-Open-Runde

Freitag, 01. September 2017 | 07:45 Uhr

Roger Federer hat auch in seinem zweiten Match bei den mit 50,4 Mio. Dollar dotierten US Open über die volle Distanz gehen müssen. Der 36-jährige Schweizer Superstar rang am Donnerstag den Russen Michail Juschnij mit 6:1,6:7(3),4:6,6:4,6:2 nieder. Mühe hatte in der Night Session zunächst auch Rafael Nadal, ehe er doch noch sicher 4:6,6:3,6:2,6:2 gegen den Japaner Taro Daniel siegte.

Die beiden Superstars haben also die Runde der letzten 32 erreicht, dafür ist mit Cincinnati-Sieger Grigor Dimitrow (BUL-7) ein weiterer Titelkandidat vorzeitig ausgeschieden. Dimitrow wurde Opfer eines stark aufspielenden Andrej Rublew (RUS), der wie schon zuvor Denis Shapovalov (18 Jahre/Sieg über Jo-Wilfried Tsonga/FRA-8) und Borna Coric (20 Jahre/Sieg über Alexander Zverev/GER-4) eine Welle von starken Youngstern ankündigte.

Der 19-jährige feierte mit dem 7:5,7:6(3),6:3 über Dimitrow seinen ersten Sieg über einen Top-Ten-Spieler. Damit sind neben Andy Murray, der schon vor dem Turnier passen musste, drei weitere der Top 8 gesetzten Spieler schon ausgeschieden: Zverev, Dimitrow und Tsonga. Übrig sind noch der topgesetzte Nadal, Federer (3), Marin Cilic (5) und Österreichs Dominic Thiem (6).

Federer war bisher allerdings weit davon entfernt, an seine überzeugenden Leistungen bei den Triumphen in Melbourne oder Wimbledon anzuschließen. In Wimbledon kassierte der Schweizer etwa im gesamten Turnierverlauf nur vier Breaks, in New York in zwei Runden schon acht. Zudem beging der Eidgenosse gegen Juschnij, den er nun aber trotzdem zum 17. Mal im 17. Match besiegt hat, nicht weniger als 68 Eigenfehler.

Noch nie zuvor ist Federer mit zwei Fünf-Satz-Matches in Folge in ein Major gestartet. Fakt ist, dass er es in dieser Form schwer haben wird, auch sein 20. Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Über Müdigkeit macht sich der Maestro aber keine Gedanken. “Nein, man ist so froh, dass man durch ist, darum schaut man nicht auf das Negative. Ich konnte mich nicht so gut vorbereiten, also wusste ich, dass ich es zu Beginn schwer haben werde”, sagte Federer. Er glaubt, dass er sich nun steigern kann. Körperlich hat er keine Probleme, der Rücken zwickt ihn nicht mehr, versichert er. Und gegen seinen nächsten Gegner, Feliciano Lopez, hat er immerhin auch eine 12:0-Bilanz stehen.

An die von einigen Beobachtern bevorstehende Revolution der Jungen oder an eine Wachablöse im Jahr 2018 glaubt Federer übrigens nicht. “Wir wissen ja nicht, in welcher Verfassung viele der Top-Spieler zurückkommen werden”, erinnert Federer. In New York fehlen mit Titelverteidiger Stan Wawrinka, Novak Djokovic, Andy Murray, Kei Nishikori und Milos Raonic ja gleich fünf Stars. “Sie könnten super ausgeruht und ready zurückkommen”, sagte Federer und spricht aus Erfahrung. Er selbst und Nadal waren 2017 ja das Beispiel dafür.

“Die Wachablöse wird eines Tages kommen. Es könnte vielleicht nächstes Jahr sein, aber ich sage voraus, dass es noch ein paar Jahre mehr dauern wird”, glaubt der Schweizer. Auch von einem Dimitrow, der wegen seines ähnlichen Spielstils, aber auch wegen seine Potenzials “Baby-Fed” genannt wird, war schon vor Jahren ein Vorstoß ganz nach vorne erwartet worden. Doch die Ausnahme-Generation mit den Großen Vier Federer-Nadal-Murray-Djokovic sowie Wawrinka hat da noch ein Wörtchen mitzureden.

Die Damen suchen hingegen nach neuen Stars, die hochschwangere Serena Williams wird gerade bei ihrem Heim-Slam schmerzlich vermisst. Die Weltranglisten-Erste Karolina Pliskova hatte am Donnerstag viel Mühe beim 2:6,6:3,6:4 über Nicole Gibbs (USA). Die tschechische Vorjahresfinalistin steigerte im zweiten Satz ihre Aufschlagleistung, was der Schlüssel zur Wende war.

Für eine Überraschung sorgte die Japanerin Kurumi Nama, die die als Nummer 8 gesetzte Russin Swetlana Kusnezowa in Runde zwei mit 6:3,3:6,6:3 eliminierte. Und die US-Amerikanerin Shelby Rogers sorgte für einen Damen-Rekord in New York: Ihr 7:6(6),4:6,7:6(5)-Erfolg über Daria Gavrilova (AUS) dauerte 3:33 Stunden, so lange wie keines in der Geschichte zuvor. Zehn Minuten länger als 2015, als Johanna Konta die Spanierin Garbine Muguruza in drei Sets eliminiert hatte.

Von: apa