Der frühere FIFA-Präsident im Visier von Ermittlungen

FIFA erneuerte Verdacht gegen Blatter, Valcke und Kattner

Freitag, 09. September 2016 | 16:05 Uhr

Die Ethikkommission des Fußball-Weltverbands hat ein neues Verfahren gegen den früheren FIFA-Präsidenten Joseph Blatter eröffnet. Wegen des Verdachts der Bestechung und Korruption im Zuge der Zahlungen von Millionen-Gehältern, Boni und Provisionen werde auch gegen den ehemaligen Generalsekretär Jerome Valcke und Ex-Finanzchef Markus Kattner ermittelt. Das teilte die FIFA am Freitag mit.

Das Trio soll sich laut einer internen Untersuchung der FIFA in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 79 Millionen Schweizer Franken bereichert haben, wie die FIFA bereits Anfang Juni mitgeteilt hatte. Der Weltverband leitete damals die Unterlagen an die Schweizer Bundesanwaltschaft und die US-Justizbehörde weiter. Laut der FIFA hätten die Zahlungen und die Vertragsabschlüsse gegen Schweizer Recht verstoßen. Blatter wies die Vorwürfe wegen Bereicherung vor drei Monaten zurück und bezeichnete die Zahlungen als “sauber und fair”.

Die FIFA-Ethikhüter untersuchen nun gleich fünf Verstöße gegen das Ethik-Reglement des Weltverbands: Allgemeine Verhaltensregeln (Artikel 13), Loyalität (15), Interessenskonflikte (19), Annahme und Gewährung von Geschenken und sonstigen Vorteilen (20) sowie Bestechung und Korruption (21).

Der langjährige FIFA-Chef Blatter, der sein Amt im Zuge der Korruptionsaffäre niedergelegt hatte, geht derzeit vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen seine laufende Ethiksperre vor. Das FIFA-Berufungsgremium hatte den Bann wegen der Verdienste Blatters von acht auf sechs Jahre reduziert.

Ex-Generalsekretär Valcke wurde im Jänner von der FIFA entlassen. Er wurde von den Ethikhütern des Weltverbands für zwölf Jahre gesperrt, die Berufungskammer reduzierte diesen Bann ebenfalls um zwei Jahre.

Der gebürtige Deutsche Kattner rückte nach Valckes Suspendierung zunächst auf den Posten des geschäftsführenden FIFA-Generalsekretärs. Am 23. Mai wurde der 45-Jährige wegen “Verletzungen seiner treuhänderischen Verantwortung in Bezug auf sein Arbeitsverhältnis” mit sofortiger Wirkung entlassen.

Von: APA/dpa/ag.

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