Leipzig fiel aus den Champions-League-Plätzen auf Platz fünf zurück

Frankfurt überholte Leipzig mit Sieg in Montagabend-Premiere

Dienstag, 20. Februar 2018 | 00:47 Uhr

Eintracht Frankfurt hat in der deutschen Fußball-Bundesliga am Montagabend gegen RB Leipzig 2:1 gewonnen. Mit dem Sieg in der von Fanprotesten begleiteten Partie überholte Frankfurt den von Red Bull unterstützten Club in der Tabelle und liegt nun auf Rang drei. Leipzig fiel auf Platz fünf zurück. In der Schlussphase des Spiels starb ein Frankfurter Fan auf der Haupttribüne nach einer Herzattacke.

Bei Leipzig spielten die Österreicher Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Stefan Ilsanker durch. Die Partie hatte wegen Fanprotesten gegen den ungeliebten Montagabend-Termin mit fünfminütiger Verspätung begonnen. Auch der Beginn der zweiten Hälfte verzögerte sich um knapp zehn Minuten, nachdem die Fans dreimal zahlreiche Tennisbälle auf den Platz geworfen hatten.

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff war ein Krankenwagen in den Innenraum der Commerzbank Arena gefahren, um diesem Mann und einem weiteren verletzten Anhänger zu helfen. Für den Fan mit der Herzattacke kam jede Hilfe zu spät. Der andere war nach dem Spiel von einem Zaun gestürzt und musste behandelt werden.

Die Spieler hatten sich zuvor von den Fan-Protesten nicht beeindrucken lassen und zunächst ein Spektakel abgeliefert – auch mit österreichischer Beteiligung. In der 13. Minute ging RB Leipzig durch Jean-Kevin Augustin in Führung, die Vorarbeit leistete der Salzburger Laimer. Bereits in der 22. Minute gelang Frankfurt durch Timothy Chandler der Ausgleich. Nur vier Minuten später sorgte Kevin-Prince Boateng für den entscheidenden Treffer.

In der 32. Minute stand Schiedsrichter Felix Zwayer nach dem verzögerten Spielbeginn noch einmal im Mittelpunkt. Er entschied zunächst nach einem Foul an Sabitzer auf Elfmeter für Leipzig, zog die Entscheidung nach Konsultation des Video-Assistenten aber wieder zurück. Sabitzer war beim Zuspiel von Laimer im Abseits gestanden. Nach der Pause brachte Frankfurt den knappen Vorsprung über die Zeit.

ÖFB-Legionär Stefan Ilsanker äußerte im Eurosport-Interview Unverständnis über die Proteste der Fans. “Ich würde auch lieber am Samstag oder Sonntag spielen. Aber das hilft uns, dass wir hier eine tolle Liga aufziehen. In England funktioniert das auch, und die haben Millionen an Fernsehgeldern. Warum man dann so dumm ist und acht Millionen Tennisbälle reinschmeißt, verstehe ich nicht”, sagte er.

Vor Anpfiff des Heimspiels gegen RB Leipzig protestierten Fans bereits. An allen Tribünenabschnitten der Commerzbank Arena hingen Transparente mit Aufschriften wie “Fankultur muss leiden, Einschaltquoten steigen” oder “Der DFB steht für die komplette DeMONTAGE der Fankultur”.

Die Fans hatten zudem beim Gang der Leipzig-Spieler zum Aufwärmen begonnen, lautstark mit Trillerpfeifen zu pfeifen und die Geräuschkulisse auch während des Spiels aufrechterhalten. Die Partie, die erste in dieser Saison an einem Montagabend, begann mit gut fünfminütiger Verspätung, weil Anhänger hinter der Bande im Innenraum protestierten. Es war geplant, dass Fans protestieren dürfen.

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in dieser Saison erstmals fünf Montagsspiele eingeführt, um Europa-League-Teilnehmern wie Leipzig vor ihrem nächsten Bundesliga-Spiel eine längere Erholungspause einzuräumen. Anhänger in ganz Deutschland halten den Montagabend jedoch für einen besonders fan-unfreundlichen Termin, der die Reise zu Auswärtsspielen erschwert und ihrer Meinung nach für eine zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs steht. Frankfurter Fans hatten bereits in den vergangenen Tagen angekündigt, den Ablauf des Spiels massiv stören zu wollen.

Von: APA/dpa