Frankreichs Torschütze Matuidi wurde geherzt

Frankreich vor WM-Qualifikation, Niederlande vor dem Aus

Samstag, 07. Oktober 2017 | 22:56 Uhr

Frankreich ist auf dem besten Weg zur Fußball-WM 2018 in Russland, die Niederlande stehen in der Qualifikation dagegen vor dem Aus. Die “Equipe Tricolore” siegte am Samstag in Bulgarien mit 1:0 und verteidigte die Tabellenführung in der Gruppe A mit Erfolg. Schweden behielt mit einem 8:0 gegen Luxemburg Rang zwei, womit die Niederlande nur noch theoretische Chancen auf das Play-off hat.

Arjen Robben mit einem verwandelten Elfmeter (84.) und Memphis Depay (93.) bewahrten die Auswahl von Dick Advocaat beim 3:1 in Weißrussland zwar vor dem definitiven Aus, die Chancen auf ein Ticket für Russland sind aber nur noch theoretisch. Die Niederlande gehen am Dienstag in Amsterdam mit drei Punkten Rückstand und der mit 12 Toren schlechteren Tordifferenz in das finale direkte Duell mit Schweden.

Die besten Karten auf Platz eins in der Gruppe A hat Vize-Europameister Frankreich, der den ersten Sieg in Bulgarien seit 1932 feierte und mit einem Heimsieg zum Abschluss am Dienstag in St. Denis gegen Weißrussland alles klar machen kann. Blaise Matuidi erzielte für die Elf von Didier Deschamps schon früh den Siegestreffer (3.).

Frankreich kann nur noch von Schweden abgefangen werden, das nach dem höchsten Länderspiel-Sieg seit über 63 Jahren zumindest Rang zwei fast sicher hat. Beim 8:0-Schützenfest war der ehemalige Deutschland-Legionär Marcus Berg, aktuell bei Al-Ain in den Vereinigten Arabischen Emiraten, mit vier Toren (18., 37., 54., 71.) Mann des Abends.

In Gruppe B steigt am Dienstag in Lissabon zwischen Europameister Portugal und der Schweiz ein Finale um den direkten Aufstiegsplatz. Die Schweiz fertigte Ungarn mit 5:2 ab und wahrte mit dem neunten Sieg im neunten Spiel die makellose Bilanz, hat aber den Platz in Russland noch nicht sicher. Portugal entging beim 2:0 in Andorra zwar nur dank Superstar Cristiano Ronaldo einer Blamage, liegt aber nur drei Punkte hinter den Eidgenossen und hat die bessere Tordifferenz.

In Basel sorgten Granit Xhaka nach einem kapitalen Patzer des ehemaligen Salzburg-Torhüters Peter Gulacsi (18.) und Fabian Frei (20.) mit einem Doppelschlag früh für eine beruhigende Führung, nach 49 Minuten stand es 4:0. Portugal gewann ebenfalls, aber alles andere als beeindruckend. Zunächst ohne Ronaldo, der in der ersten Hälfte geschont wurde, blieben die Portugiesen gegen den Fußball-Zwerg torlos. Nach der Pause kam Ronaldo aufs Feld und erlöste sein Team mit dem 1:0 in der 63. Minute. Mit dem 15. Tor im laufenden Bewerb schloss er in der Torschützenliste zum bisher solo führenden Polen Robert Lewandowski auf. Andre Silva fixierte in der 86. Minuten den Sieg.

In Gruppe H ist der schon längst qualifizierte Tabellenführer Belgien weiter unbesiegt. Die Belgier bezwangen in Sarajevo Bosnien-Herzegowina in einer unterhaltsamen und trefferreichen Partie mit 4:3 und halten nach neun Runden bei acht Siegen und einem Remis. In der turbulenten Schlussphase gelang Dario Dumic für die Heimischen der Treffer zum 3:3 (82.), doch Yannick Carrasco (84.) konterte postwendend mit dem Siegestor.

Die Bosnier dürften damit wohl auch die Teilnahme am Play-off verspielt haben. Denn Griechenland übernahm mit einem 2:1 auf Zypern Rang zwei und hat am Dienstag den noch punktlosen Fußball-Zwerg Gibraltar zu Gast. Durch die Niederlage der Bosnier steht auch fest, dass Italien fix im Play-off steht.

In einem Test für die Heim-WM im kommenden Jahr feierte Russlands Fußball-Nationalteam einen 4:2-Sieg gegen Südkorea. In Moskau erlebte dabei der Südkoreaner Kim Ju-Young einen schwarzen Abend. Mit zwei Eigentoren innerhalb von drei Minuten avancierte er unfreiwillig zum Matchwinner für die Russen.

In der 55. Minute trug sich Kim das erste Mal in der Scorerliste ein. Nach einem Eckball prallte der Ball unglücklich von ihm ins eigene Tor zum 2:0 für Russland ab. Nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff lenkte der 29-jährige Verteidiger einen Pass des Russen Alexander Jerochin neuerlich ins eigene Tor. Russland lag bereits 4:0 voran, ehe Südkorea mit zwei Treffern in den Schlussminuten noch Ergebniskosmetik gelang.

Als erste Mannschaft aus Afrika hat sich Nigeria für die WM 2018 qualifiziert. Die “Super Eagles” sicherten sich mit einem 1:0-Heimsieg gegen Sambia das Endrunden-Ticket. Siegtorschütze in Uyo war der 21-jährige Alex Iwobi von Arsenal in der 70. Minute.

Nigeria, das vom Deutschen Gernot Rohr betreut wird, kann damit eine Runde vor Schluss in der Gruppe mit Sambia, Kamerun und Algerien nicht mehr von Platz eins verdrängt werden. Es ist für den dreimaligen Afrika-Meister die sechste WM-Teilnahme nach 1994, 1998, 2002, 2010 und 2014. Zuletzt in Brasilien scheiterte Nigeria im Achtelfinale an Frankreich (0:2).

Von: apa

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