Der Südafrikaner spielte eine 67er-Schlussrunde

Frittelli siegte erstmals, Straka Siebenter bei Lyoness Open

Sonntag, 11. Juni 2017 | 17:02 Uhr

Dylan Frittelli hat die Golf Lyoness Open 2017 in Atzenbrugg gewonnen. Der 27-Jährige gewann am Sonntag mit einem Schlag Vorsprung auf drei Verfolger und sorgte mit seinem ersten Sieg auf der Europa-Tour auch für den ersten eines Südafrikaners in Österreich. Der als Zweiter in die Schlussrunde gestartete Österreicher Sepp Straka konnte nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen und wurde Siebenter.

Damit war der 24-jährige Austro-Amerikaner bei diesem mit einer Million Euro dotierten Event der European Tour dennoch die Überraschung schlechthin. Turnierfavorit Bernd Wiesberger spielte zum Abschluss eine 70er-Runde und belegte vor seinem Abflug zu den US Open Platz 15. Matthias Schwab beendete sein erstes Turnier als Profi auf Platz 43.

Der Schlusstag empfing die 66 im Turnier verbliebenen Spieler bei bestem Sommerwetter und kaum Wind, also den score-freundlichsten Bedingungen der ganzen Woche. Dementsprechend viel tat sich auf dem 6.819 Meter langen Par-72-Kurs im Diamond Country Club, auf dem vor vielen Fans bis zum Schluss die Führung ständig wechselte.

Während Langzeit-Leader Felipe Aguilar auf Platz zehn und Straka auf Platz sieben zurückfiel, hatte der ebenfalls im letzten Fight spielende Frittelli am Ende die besten Nerven. Mit einem trockenen Par verhinderte er am Schlussloch ein Vierer-Stechen und hielt danach den Diamant-Pokal sowie den Scheck über 166.660 Euro strahlend in die Höhe.

Frittelli fühlt sich in Österreich wohl, er hat einst auch schon die zur Challenge Tour zählenden Kärnten Open gewonnen. Vor kurzem hatte er den Sieg bei den China Open erst am letzten Loch verspielt.

Auch Straka und Aguilar starteten am letzten Tag erneut stark und mit Birdie. Schon auf der zwei handelte sich der Österreicher mit einem Doppelbogey aber den Rückstand ein, der ihn früh aus dem Kampf um den erhofften Heimsieg nahm.

Platz sieben und 25.800 Euro Preisgeld waren dennoch der größte Erfolg des in Georgia lebenden Doppel-Staatsbürgers, der extra zum Heimturnier angereist war und schon kommende Woche wieder auf der Web.com-Tour in den USA aufteet. Dank seines Top-Ten-Ergebnisses dürfte er übernächste Woche auch bei den BMW Open in München abschlagen. “Ob ich das wirklich mache, entscheide ich später”, ließ das Straka offen.

Im letzten Flight zu spielen sei jedenfalls extrem cool gewesen, betonte der 24-jährige Wiener, dessen Zwillingsbruder Sam ebenfalls lange Golf gespielt hat. “Leider habe ich den Ball die ganze Woche nicht wirklich gut getroffen, aber wenigstens gut gescort”, machte Straka klar, dass sogar noch mehr gegangen wäre.

“Ich hab es fast erwartet. Ich wusste ja, dass ich momentan ganz gut Golf spiele. Es hätte also speziell am Sonntag viel tiefer gehen müssen”, gab sich der 1,93 Meter große Longhitter cool. Den Fehlschlag am Beginn der Schlussrunde quittierte er schulterzuckend. “Ein Socket halt. Sowas passiert im Golf. Ich habe mich danach aber wieder gut erfangen.”

Straka hatte etwas unerwartet anstelle von Turnierfavorit Wiesberger die Rolle als bester Österreicher übernommen. Der Burgenländer war als 15. in Schlussrunde gegangen, aber schon der überraschende Schlagverlust auf dem relativ kurzen Par 5 der eins machte klar, dass aus dem erhofften “Abschluss-Feuerwerk” wohl nichts wird.

“Ich hatte auf eine 66 oder 67 gehofft. Aber der schlechte Start durch einen extrem schlechten Schlag war ein Knick in der Moral. Danach war es schwierig mit einer Aufholjagd”, versuchte der Oberwarter Positives für das zweite Major des Jahres in den USA mitzunehmen. “Das wären aber eher die ersten zwei Runden hier gewesen.”

Als sich Straka im 22. und letzten Dreier-Flight des Tages auf die Schlussrunde machte, war Matthias Schwab fast schon wieder im Clubhaus. Zumindest im Finish mit vier Birdies auf den letzten neun Löchern verlief das Profi-Debüt des Steirers jedenfalls versöhnlich. “Aber insgesamt ein Triple- und drei Doppelbogeys, das ist eigentlich ein Desaster. Neun über auf vier Löchern, da kannst du dich eigentlich eingraben”, gab sich der 22-Jährige hinsichtlich seiner Gesamtvorstellung selbstkritisch.

Ausreden hätte der junge Steirer genug gehabt, nachdem er erst im Mai sein US-Studium beendet, danach die NCAA-Finals gespielt und erst unmittelbar vor den Lyoness Open mit Sommergrippe nach Österreich gekommen war. “Das sind alles keine Gründe, warum ich den Ball nicht treffe. Sowas darf einfach nicht passieren”, sagte Schwab.

Noch während das Turnier noch lief, saß Schwab schon im Auto nach Ulm, wo am Montag mit Coach Willi Hoffmann an den langen Schlägen gearbeitet wird. Der Steirer setzt seine Profikarriere nun mit sieben Turnieren der Challenge-Tour fort, nächster Auftritt ist kommende Woche in Frankreich.

Von: apa

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