Ironman auf Hawaii zählt zu den härtesten Prüfungen

Frodeno und Ryf gewannen erneut Hawaii-Ironman

Sonntag, 09. Oktober 2016 | 11:05 Uhr

Der Deutsche Jan Frodeno ist auf der Triathlon-Langstrecke derzeit kaum zu besiegen. Der Olympiasieger von 2008 hat am Samstag (Ortszeit) seinen Triumph beim legendären Ironman auf Hawaii aus dem Vorjahr wiederholt. Sein schärfster Konkurrent und Landsmann Sebastian Kienle wurde Zweiter. Auch bei den Damen gewann die Vorjahres-Siegerin, und zwar die Schweizerin Daniela Ryf.

“Ich habe noch nie so sehr gelitten”, sagte der 35-jährige Frodeno nach seinem in 8:06:30 Stunden fixierten Erfolg in der ARD völlig ausgepumpt. “Es war die Hölle. Der zweite Titel ist noch ein keines Stück süßer.” Nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und einem Marathon-Lauf lag er im Ziel auf dem Alii Drive in Kailua Kona etwas mehr als dreieinhalb Minuten vor Kienle. Hawaii-Debütant Patrick Lange fixierte bei der 40. Auflage des Klassikers einen deutschen Triplesieg.

Der Österreicher Michael Weiss blieb in 8:49:54 als Gesamt-33. und 32. der Herrenwertung hinter der schnellsten Frau und unter den Erwartungen. Dabei war er zwischenzeitlich sogar in Führung gelegen: Der 35-Jährige war mit sechs Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe aus dem Wasser gekommen, hatte dabei in 54:03 Minuten persönliche Hawaii-Bestzeit markiert. Auf dem Rad machte er rasch viel Zeit gut, nach rund 80 Kilometern lag er plötzlich an der ersten Stelle.

Das war vor ihm noch keinem Österreicher auf Hawaii gelungen. “Das war eine einzigartige Erfahrung, ein völlig neues Gefühl, beim größten Triathlon-Rennen der Welt der Gejagte zu sein. Aber es hat auch meine Taktik komplett durcheinandergebracht, weil ich überhaupt nicht damit gerechnet habe”, schilderte Weiss. “Aber nach 135 Kilometern ist leider der Mann mit dem Hammer gekommen. Vielleicht hätte ich ein bisschen geduldiger sein müssen, aber ohne Risiko gewinnst du auf Hawaii keinen Blumentopf.”

Der abschließende Marathon sei ein Kampf ums Überleben gewesen. “Vom Ergebnis habe ich mir sicher mehr erwartet, aber das ist der Sport. Aus den Niederlagen lernt man am meisten. Deshalb bin ich überzeugt, dass ich nächstes Jahr stärker und ein bisschen schlauer zurückkomme.”

Frodeno hatte beim Schwimmen erfolgreich versucht, einen Vorsprung auf Kienle herauszuarbeiten. Während er als Dritter aus dem Wasser des Pazifiks kletterte, kam der Weltmeister von 2014 mehr als vier Minuten später zur Wechselzone. Doch Kienle kämpfte sich auf dem Rad in der Hitze von Big Island sukzessive heran. Schon nach 60 km hatte er zur Spitzengruppe aufgeschlossen und stieg sogar als Erster vom Rad. Frodeno setzte sich aber letztlich zwischen dem 16. und 22. Laufkilometer entscheidend ab.

Die 29-jährige Ryf siegte mit dem Streckenrekord von 8:46:46 Stunden zum zweiten Mal auf Hawaii. Sie war mehr als fünf Minuten schneller als Mirinda Carfrae 2013. Die dreifache Hawaii-Gewinnerin aus Australien wurde diesmal mit weitem Abstand Zweite vor der US-Amerikanerin Heather Jackson.

Von: APA/dpa