Beide Mannschaften wollen hoch hinaus

Fußball-Champions-League startet mit Schlager

Montag, 17. September 2018 | 15:57 Uhr

Die neue Saison der Fußball-Champions-League wartet zum Auftakt mit einem Schlager auf. An der Anfield Road duellieren sich mit Liverpool und Paris Saint-Germain am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) gleich zwei Titelanwärter. Mit dem FC Barcelona steigt ein weiteres europäisches Schwergewicht in den Ring. Die Truppe um Superstar Lionel Messi will Erzrivale Real Madrid als Champions-League-Sieger ablösen.

Im Blickpunkt zum Auftakt steht das Kräftemessen der zwei deutschen Startrainer Jürgen Klopp (Liverpool) und Thomas Tuchel (PSG). Nach dem Finaleinzug im Vorjahr und einem perfekten Saisonstart in der Liga sind die Erwartungen der “Reds”-Anhängerschaft hoch. Klopp, sonst selbst begnadeter Motivator, stieg im Vorfeld auf die Euphorie-Bremse. “Die Leute sagen, wir waren im Endspiel letzte Saison, darum müssen wir gewinnen. Also wirklich!”

Dabei sind britische Medien ausgerechnet wegen der nationalen Erfolgsserie von fünf Siegen skeptisch. “Liverpool war im Vorjahr kein überzeugender Anwärter auf die Meisterschaft, darum konnten sie sich entspannt auf Europa konzentrieren”, schrieb der “Guardian”, “aber im Moment gibt es dieses Gefühl, dass fast drei Jahrzehnte Warterei (auf einen Meistertitel) ein Ende haben könnten.”

Klopp sieht keinen Grund, sich für einen der beiden Wettbewerbe zu entscheiden. “Wir spielen in der Champions League und in der Premier League, den zwei härtesten Wettbewerben im Weltfußball”, betonte er. “Aber wir wollen es so.” Mit dem italienischen Vizemeister SSC Napoli ist ein weiteres Kaliber in Gruppe C vertreten, hinzu kommt mit Salzburg-Bezwinger Roter Stern Belgrad vermeintliches Kanonenfutter.

PSG reiste mit einem ausgeruhten Staraufgebot nach Anfield. “Die haben (…) ohne Neymar und Mbappe gewonnen”, sagte Klopp mit Blick auf das lockere 4:0 zuletzt gegen Saint-Etienne. “Sie können ihre Spieler in der Liga offensichtlich schonen.” Klopp warnte: “Das wird nicht eine Sekunde lang leicht. Die sind wirklich gut.”

Für die Franzosen bricht nach fünf Meistertiteln und vier Cupsiegen in den vergangenen sechs Spielzeiten vor allem international eine Saison der Wahrheit an. Bisher steht nur der Triumph im Cup der Cupsieger 1995/96 im Finale gegen Rapid Wien auf dem Briefkopf. Für die katarischen Ölscheichs, die an der Seine seit 2011 das Sagen haben, ist aber der Champions-League-Gewinn das erklärte Ziel. Und auch die Topstars wie Neymar, Kylian Mbappe und Edinson Cavani werden nicht ewig nur für nationale Titel in Paris bleiben. Im Vorjahr scheiterte PSG im CL-Achtelfinale am späteren Sieger Real (2:5).

Wenig überraschend erkor der frühere Dortmund-Coach Tuchel jüngst die “Königlichen” aus Madrid zum Vorbild für seine Arbeit in Paris. “Um die Champions League zu gewinnen, ist es meiner Meinung nach wichtig, eine Kultur zu haben, die die Spieler größer macht”, sagte Tuchel zur französischen Sportzeitung “L’Equipe”. Angesprochen auf seinen Favoriten antwortete er: “Da gibt es mehrere. Und Liverpool ist einer davon.”

Mit dabei in Tuchels erlauchtem Kreis ist mit Sicherheit auch der FC Barcelona. Der von Trainer Ernesto Valverde betreute spanische Meister will die Dominanz des zuletzt dreimal in Serie erfolgreichen Erzrivalen Real beenden und gleichzeitig den Pokal zum ersten Mal seit 2015 wieder nach Katalonien holen. “Für Barcelona ist es Zeit, die Champions League zu gewinnen, nachdem wir zuletzt dreimal im Viertelfinale ausgeschieden sind. In dieser Saison haben wir die Mittel dazu”, sagte Messi im Vorfeld. “Barca” hat zum Auftakt im heimischen Camp Nou mit PSV Eindhoven (18.55 Uhr) eine vermeintliche Pflichtaufgabe zu erledigen.

Ganz oben auf der Rechnung hat der Argentinier aber Juventus Turin, das sich seit Sommer mit dem fünffachen Weltfußballer Cristiano Ronaldo im Angriff schmückt. Italiens Abo-Meister startet mit dem harten Auswärtsspiel bei Valencia in Ronaldos Lieblingsbewerb. Mit 120 Treffern führt der Portugiese die ewige Torschützenliste überlegen vor Lionel Messi (100) an. Sein Ex-Club startet das Unternehmen Titelverteidigung ebenfalls erst am Mittwoch im Heimspiel gegen AS Roma.

Leise Hoffnungen auf ein weites Vordringen in der Königsklasse macht sich von den Dienstag-Startern auch Atletico Madrid. Die Elf von Diego Simeone gastiert zum Auftakt in Monaco, hat mit Dortmund und Brügge machbare Gegner in Gruppe A und eine besondere Karotte vor der Nase: Das kommende CL-Finale steigt im Wanda Metropolitano, der neuen Heimat von “Atleti”. Der Ligastart verlief für den Finalisten von 2014 und 2016 mit nur einem Sieg aus vier Spielen jedoch nicht nach Wunsch.

Einen Fehlstart in der Liga ohne Punkt aus drei Spielen hat auch Schalke 04 verzeichnet. Coach Domenico Tedesco ist vor dem Heimspiel gegen FC Porto dennoch optimistisch. “Meine Mannschaft ist hundertprozentig in der Lage, sich jetzt auf die Champions League umzustellen.” Die ÖFB-Teamspieler Guido Burgstaller und Alessandro Schöpf könnten dabei ihr Debüt auf Europas größter Clubfußball-Bühne geben.

Von: APA/ag.

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