Blazer spielte wichtige Rolle im FIFA-Korruptionsskandal

Fußballfunktionär Chuck Blazer gestorben

Donnerstag, 13. Juli 2017 | 15:00 Uhr

Der langjährige Fußball-Spitzenfunktionär Chuck Blazer ist am Mittwoch (Ortszeit) im Alter von 72 Jahren gestorben. Der US-Amerikaner wurde vor allem durch seine Rolle im FIFA-Korruptionsskandal international bekannt. Blazer hatte sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt, als es für ihn selbst eng wurde.

Als “Drahtzieher von Systemen, die die Gewährung, Annahme, Übergabe und den Empfang verdeckter und illegaler Zahlungen, Bestechungs- und Schmiergelder beinhalteten, sowie anderer Systeme zur Bereicherung”, prangerte die Ethikkommission des Weltverbandes FIFA Blazer an, als sie am 9. Juli 2015 die lebenslange Sperre für ihn verkündete.

Der schon länger an Darmkrebs erkrankte Amerikaner gehörte als Mitglied der Exekutive von 1996 bis 2013 jenem exklusiven FIFA-Zirkel an, der die Weltmeisterschaften vergab. Blazer gestand später die Annahme von Schmiergeldern vor den WM-Turnieren 1998 und 2010. Als Generalsekretär des nord- und mittelamerikanischen Kontinentalverbandes CONCACAF fädelte Blazer auch für ihn selbst lukrative Geschäfte mit Übertragungsrechten ein.

Allerdings bekam er Schwierigkeiten mit der US-Bundespolizei FBI und der amerikanischen Steuerbehörde IRS. Einem Bericht der “New York Daily News” zufolge stoppten ihn Beamte auf der Fifth Avenue in Manhattan im Herbst 2011, als er auf dem Weg zu einem Restaurant war. Sie stellten ihn demnach vor die Wahl, sich entweder in Handschellen abführen zu lassen oder zu kooperieren.

Charles Gordon Blazer, genannt Chuck, entschied sich fürs Auspacken, brachte als Kronzeuge viele Verfahren ins Rollen und sorgte damit auch für das Ende der Ära von FIFA-Präsident Joseph Blatter. Während der Olympischen Spiele 2012 in London soll Blazer mit einem versteckten Mikrofon Gespräche von Fußball-Funktionären aufgezeichnet haben. Damals hielt das FBI die brisanten Erkenntnisse noch geheim, um weitere Ermittlungen nicht zu gefährden.

Seine Anwältin Mary Mulligan erklärte der “New York Times” zufolge, Blazer habe gehofft, mit seinen Aussagen für Transparenz, Rechenschaft und Fair Play zu sorgen. “Chuck hat sein Tun zutiefst bereut und die Verantwortung für sein Verhalten übernommen.”

Der vielfache Großvater, den Wladimir Putin laut Blazer bei einem Besuch wegen seiner grauen Mähne und des Bartes mit Karl Marx verglich, soll im Trump Tower zwei Appartements gehabt haben – eines für sich, das andere für seine Katzen. Auch mit einem Ara auf der Schulter wurde der Mann gesichtet, dazu passten farbenfrohe Krawatten mit großflächigen Blumenmustern.

Von: APA/dpa

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