Thiem setzte sich gegen den Spanier durch

Geburtstagskind Thiem kämpfte sich in 3. Major-Achtelfinale

Samstag, 03. September 2016 | 22:47 Uhr

Dominic Thiem hat nach schwachem Start an seinem 23. Geburtstag gezeigt, warum er in diesem Jahr in die Top Ten eingezogen ist. Der als Nummer 8 gesetzte Niederösterreicher besiegte am Samstag bei den US Open in New York den stark aufspielenden Spanier Pablo Carreno Busta (ATP-39.) nach 2:50 Stunden mit 1:6,6:4,6:4,7:5.

Zum zweiten Mal nach 2014 steht Thiem damit im Achtelfinale der US Open, zum dritten Mal bei einem Major insgesamt. Der Schützling von Günter Bresnik hatte ja in Paris bei den French Open sensationell das Halbfinale erreicht. In der Runde der letzten 16 trifft Thiem am Montag auf den zuletzt wieder erstarkten Olympia-Silbergewinner Juan Martin Del Potro aus Argentinien.

“Es war mir eine große Freude, an meinem Geburtstag auf dem großen Grandstand zu spielen. Das war ein wirklich sehr starker Gegner und ein enges Match. Das ist natürlich das perfekte Geschenk zu meinem Geburtstag”, meinte Thiem noch auf dem Platz lachend zu den rund 6.000 Zuschauern. Zwischendurch war der Grandstand mit 8.000 Fans auch voll gewesen.

Nach dem Matchball hatten Günter Bresnik und das gesamte Betreuerteam ein “Happy birthday” für Thiem angestimmt, nach dem Interview tat es ihnen der Platzsprecher mit dem Publikum gleich. “Ich hatte einen schlechten Start. Ich habe mich dann bald auf den zweiten Satz konzentriert. Am Ende war es ein richtig gutes Match mit dem besseren Ende für mich”, freute sich der Weltranglisten-Zehnte.

Für den siebenfachen Turniersieger hatte es gar nicht gut begonnen, schon nach 15 Minuten stand es 0:5, nach 20 war der Satz verloren. Der 25-jährige Carreno Busta zeigte wiederholt, warum er zuletzt das Turnier in Winston-Salem gewonnen hat und nur knapp an einer Setzung vorbeigeschrammt war. Der Spanier machte sehr viel Druck, u.a. auch auf den zweiten Aufschlag von Thiem.

Der mit sich immer wieder auch hadernde Thiem verbiss sich in der Folge aber in das Match und aus einzelnen Winnern wurde eine immer stärkere Leistung. Die Entscheidung in Satz zwei nach Break und Rebreak fiel im zehnten Game, als Carreno Busta den Durchgang mit einem Doppelfehler zum 4:6 abgab. Satz drei steuerte lange Zeit auf ein Tiebreak zu, speziell nachdem Thiem im sechsten Game drei Breakbälle zum 4:2 nicht nützen konnte. Doch dem Lichtenwörther gelang es neuerlich, dem Spanier den Aufschlag zum 6:4 abzunehmen.

Im vierten Satz führte Thiem zweimal mit Break, doch beide Male gelang Carreno Busta das sofortige Rebreak zum 1:2 bzw. 3:4. Bei 5:5 wurde es nochmals sehr eng bei Aufschlag Thiem, der zwei Breakbälle abwehrte und mit der fünften Möglichkeit auf 6:5 stellte. Danach nützte Thiem seinen ersten Matchball zum 7:5.

Thiem-Betreuer Günter Bresnik war im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur unmittelbar nach dem Match hochzufrieden: “Man muss die Leistung von diesem Carreno Busta wirklich hervorheben, der war ein ebenbürtiger Gegner. Dass Dominic vor allem nach einem völlig verpatzten ersten Satz das rausspielt, zeigt für mich seine Extraklasse.”

Neben der Bewunderung für die Weltklasse-Schläge Thiems und auch seiner Fitness gefällt Bresnik auch der Kampfgeist Thiems. “Es ist ein Wahnsinn, wie sehr er sich in einzelne Punkte, Spiele und Matches verbeißen kann. Das macht auf diesem Niveau den kleinen Unterschied aus. An seinem Geburtstag zu verlieren, das wäre für ihn die absolute Höchststrafe gewesen.”

Thiem, der in der Folge von der ATP im großen Interview-Raum einen ganzen Teller mit “cupcakes” samt Ständchen zum Geburtstag überreicht bekam, blickte erleichtert auf das Drittrundenmatch zurück. Weniger der glatt verlorene erste Satz, sondern der vierte habe ihm Sorgen bereitet, gestand Thiem.

“Nach dem ersten Satz war klar, dass das nicht so weiter geht. Aber wenn ich im vierten Satz bei 5:5 das Break kriege, kann es schon leicht in einen fünften gehen”, erklärte Thiem. Dann wäre alles offen gewesen. “Dann kriegt er noch einmal eine zweite Luft.”

Der Start sei bescheiden gewesen. “Bei 0:4 lässt man den Satz dann durchlaufen. Anfang vierter habe ich mir fast gedacht, dass es schon erledigt ist, aber der hat dann noch einmal richtig gut gespielt. Und es hat sich dann zu einem sehr guten und engen Match entwickelt.” Thiem war jedenfalls froh, dass er nicht wie schon in der ersten Runde gegen John Millman über die volle Distanz gehen müsste. “Das kann leicht in die Hose gehen bei 5:5. Dann habe ich ihn zum Glück ausgebreakt zum 7:5.”

Selbstverständlich ist es für ihn trotz Setzung und Top-Ten-Status noch nicht, den Sprung in die zweite Major-Woche geschafft zu haben. “Nein, es ist etwas sehr Besonderes. Es ist eine superschöne Sache in der zweiten Woche, wenn die ganzen Junioren kommen, dass du selbst noch dabei bist. Natürlich wird es jetzt immer schwieriger, aber es ist ein gutes Gefühl.”

Thiem musste in der Folge mit Tristan-Samuel Weissborn noch ein weiteres Mal zur zweiten Doppel-Runde auf den Court.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz