Trainer Fink will den Strohhalm ergreifen

Geforderte Austria hofft in Rijeka auf die Auswärtsform

Mittwoch, 01. November 2017 | 14:27 Uhr

Die Austria hofft im wohl entscheidenden Spiel um den Verbleib im Aufstiegsrennen der Fußball-Europa League wieder einmal auf die Auswärtsform. Mit einem Punkt aus drei Gruppenspielen sind die Wiener bisher hinter ihren Erwartungen geblieben. Gelingt auch Donnerstagabend in Rijeka (19.00 Uhr/live Sky) kein voller Erfolg, ist der Sprung unter die ersten zwei nicht mehr realistisch.

Trainer Thorsten Fink blieb vor der Abreise an die Adriaküste Optimist. “Wir wollen den Strohhalm ergreifen und gewinnen. Das wäre schon ein tolles Ergebnis und dann schauen wir weiter”, sagte der Deutsche vor der Abreise ins 40 Flugminuten entfernte Rijeka. Dort empfing die Austrianer strahlender Sonnenschein. “Wir haben nichts zu verlieren. Keiner rechnet damit, dass wir dort etwas holen”, vermutete Fink. Im Parallelspiel der Gruppe gastiert Spitzenreiter Milan beim Zweiten AEK Athen.

Mit Blick auf die eher bescheidenen Aussichten in der Tabelle bemühten die “Veilchen” vor dem Antritt beim kroatischen Doublesieger die Statistik. Daheim pfui, auswärts hui könnte das diesbezügliche Motto lauten. Klappt es in Heimspielen seit sieben Europacup-Partien nicht mehr mit einem Sieg, hält die Austria in neun Auswärtsspielen unter Fink bei sechs Siegen und nur einer Niederlage.

Heuer gelangen den Favoritnern sowohl in der Qualifikation gegen Limassol (2:1) und Osijek (2:1), als auch in der Gruppe gegen AEK Athen (2:2) immer Tore. “Auswärts sind wir immer stark, vielleicht ein gutes Omen”, meinte Fink. Spielgestalter Raphael Holzhauser betonte: “Wir haben auswärts schon gezeigt, dass wir bestehen können.”

Zuversicht gab auch, dass die Personaldecke wieder ein wenig dicker wurde. Der beim 2:2 gegen den LASK angeschlagen ausgetauschte Heiko Westermann war ebenso dabei wie Ismael Tajouri. Abdul Kadiri Mohammed dürfte in der Innenverteidigung sein Comeback geben. Torhüter Osman Hadzikic saß ebenfalls im Flieger, im Gehäuse dürfte jedoch vorerst Patrick Pentz bleiben. Fink freute sich mit den Rückkehrern. “Wir können jetzt wieder ein bisschen durchwechseln”, sagte er wohl auch schon mit Blick auf das Ligaspiel gegen Mattersburg am Sonntag.

Wie die Austria, die gegen den LASK nach zwei Liga-Niederlagen zumindest einen Punkt holte, ist auch der Gegner national ins Straucheln gekommen. Rijeka hat drei Ligaspiele in Folge verloren, dazwischen jedoch aus Wien einen 3:1-Erfolg entführt. Die Mannschaft mit Ex-Austrianer Alexander Gorgon gilt als heimstark, das etwas mehr als 8.000 Zuschauer fassende Stadion Rujevica soll ein Hexenkessel werden. Gegen AEK verlor Rijeka aber beim ersten Heimauftritt der Gruppenphase.

Anders als im Hinspiel wollen die Austrianer die Angriffe der Kroaten über die Flanken eindämmen. Mit Mario Gavranovic fehlte Rijekas Doppeltorschütze von Wien am Wochenende im Schlager gegen Dinamo Zagreb (1:3). Der Schweizer Internationale dürfte aber fit werden. Ohnehin wollte Fink auf die Form des Kontrahenten nicht zu viel eingehen. “Sie haben in der Meisterschaft öfter verloren. Aber darauf gebe ich nichts.”

Nicht mehr begleitet wird die Austria von Spekulationen um die Zukunft ihres Chefcoaches. Fink stand bekanntlich bis zuletzt im Rennen um den Posten als Österreichs Teamchef. Der seit kurzem 50-Jährige winkte auf das Thema angesprochen aber ab: “Ich habe das immer hintenan geschoben. Natürlich gab es Gespräche, aber man muss sich ja trotzdem auf den Verein konzentrieren.”

Von: apa

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