Moon kündigte die Kandidatur bei einem Treffen mit Kim an

Gemeinsame Korea-Bewerbung dürfte IOC gefallen

Mittwoch, 19. September 2018 | 16:09 Uhr

Die geplante gemeinsame Bewerbung von Süd- und Nordkorea um die Sommerspiele 2032 dürfte auf Wohlwollen beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) stoßen. IOC-Präsident Thomas Bach begrüßte die Pläne am Mittwoch. Auf diese Weise könne der “Sport einmal mehr einen Beitrag zum Frieden auf der koreanischen Halbinsel und in der Welt leisten”, sagte er.

Südkoreas Präsident Moon Jae In kündigte am Mittwoch bei seinem Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang die Kandidatur an. Details zu den Plänen für die gemeinsame Bewerbung wurden zunächst nicht bekannt. Offen blieb auch, welche Städte Süd- und Nordkorea ins Rennen schicken würden. Südkoreas Sportminister Do Jong Hwan hatte entsprechende Überlegungen bereits vor einigen Tagen geäußert. “Es ist ein Vorschlag, die Spiele in Seoul und Pjöngjang stattfinden zu lassen”, sagte er vor einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Japan und China. Südkorea war 1988 mit Seoul Gastgeber von Sommerspielen und organisierte in diesem Jahr die Winterspiele in Pyeongchang.

Vergeben wird Olympia 2032 voraussichtlich in sieben Jahren. Als weitere Anwärter haben Indonesien mit Jakarta und Australien mit Brisbane und Deutschland mit Nordrhein-Westfalen Interesse bekundet, auch Indien und Südafrika prüfen Kandidaturen. Eine Bewerbung von Süd- und Nordkorea dürfte allerdings als Favorit ins Rennen gehen. Schon die Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Südkorea im Februar und das gemeinsame Eishockey-Team der Frauen beider Länder waren für das IOC ein sportpolitischer Coup mit großer Symbolik.

Bei einem Gipfeltreffen nach Olympia im April hatten beide Länder unter anderem auch eine weitere Zusammenarbeit im Sportbereich vereinbart. Während der Tischtennis-WM im Mai und den jüngsten Asienspielen in Jakarta hatten Sportler beider Länder vereinte Teams gebildet. Auch bei der Judo-WM in Baku soll in der kommenden Woche eine gemeinsame Mixed-Auswahl starten.

Gegen einen Zuschlag für Süd- und Nordkorea könnte sprechen, dass Asien aktuell serienweise Olympia veranstaltet. Auf Pyeongchang 2018 folgen 2020 die Sommerspiele in Tokio und 2022 die nächsten Winterspiele in Peking. Für 2024 ist Olympia nach Paris vergeben, 2028 wird Los Angeles Gastgeber sein.

Von: APA/dpa