Das gemeinsame koreanische Team erhält Bronze

Gemeinsames koreanisches Tischtennis-Team unterlag Japan 0:3

Freitag, 04. Mai 2018 | 15:31 Uhr

Das gemeinsame koreanische Tischtennis-Team ist im Semifinale der Mannschafts-Weltmeisterschaften in Schweden ausgeschieden. Einen Tag nach ihrem spektakulären Zusammenschluss verloren zwei südkoreanische und eine nordkoreanische Spielerin am Freitag in der Halmstad Arena mit 0:3 gegen den großen Nachbarn und Rivalen Japan.

Die Bildung eines gemeinsamen Teams hatte die Sportwelt am Vortag genauso überrascht wie bewegt. Eigentlich sollten Nord- und Südkorea im Viertelfinale des Frauen-Wettbewerbs gegeneinander spielen. Doch stattdessen beschlossen die Verbände der beiden offiziell noch immer verfeindeten Staaten mit der Unterstützung des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF): Wir gehen gemeinsam ins Halbfinale und treten dort als ein vereintes koreanisches Team an.

In der Praxis sah das am Freitag so aus: Die Trainer von Nord- und Südkorea coachten und stellten die Mannschaft gemeinsam auf. Alle nicht nominierten Spielerinnen beider Teams saßen auf der Bank und feuerten Jeon Jihee, Yang Haeun (beide Südkorea) und Kim Song I (Nordkorea) an. Nach dem Spiel stellte sich die komplette Mannschaft für ein Foto neben der sogenannten Vereinigungsfahne Koreas auf. Der deutsche ITTF-Präsident Thomas Weikert klatschte jede Spielerin einzeln ab.

“Wir sind uns darüber bewusst, dass die Bildung dieses Teams nicht zu 100 Prozent regelkonform ist”, sagte Weikert der ARD. “Aber es geht hier nicht nur um den Sport, sondern es geht hier auch um den Frieden. Und den stellen wir ein bisschen darüber hinaus.”

Die Spielerinnen von Nordkorea und Südkorea werden nun am Samstag bei der Siegerehrung in Halmstad alle eine Bronzemedaille erhalten, obwohl gemäß der Statuten eigentlich eines der beiden Teams im Viertelfinale hätte ausscheiden müssen. Bei Tischtennis-Weltmeisterschaften wird der dritte Platz im Unterschied zu den Olympischen Spielen nicht mehr extra ausgespielt. Beide Semifinal-Verlierer erhalten deshalb die Bronzemedaille.

Von: APA/dpa